Das waren die Trends des Jahres: Videoflatrates von Watchever bis Sky

Das waren die Trends des Jahres: Videoflatrates von Watchever bis Sky

Das leuchtende Vorbild kommt – wie so oft dieser Tage – aus den USA und heißt Netflix. Der einst kleine Anbieter, der mit dem Leihgeschäft von DVDs über den Postversand groß geworden ist, zeigt heute, wie das Fernsehen von morgen aussieht. Denn nicht nur bietet Netflix seinen Kunden eine Vielzahl aktueller TV-Serien und Spielfilme zu einem sehr fairen monatlichen Pauschalpreis an, das Unternehmen gab auch noch einige hochkarätige Serien selbst in Auftrag und strahlte sie exklusiv bei sich aus. Mit Erfolg: „House of Cards“ gewann mehrere Emmys, „Orange is the New Black“ ist für einen Golden Globe nominiert.

Und in Deutschland? Backt man erst einmal kleinere Brötchen. Die erste nennenswerte Videoflatrate stammt wohl von der Amazon-Tochter Lovefilm und verstand sich – ähnlich wie in den Anfangsjahren von Netflix – als Ergänzung zum DVD-Leihgeschäft. Für Aufsehen sorgte in diesem Jahr aber ein ganz neuer Mitspieler: Watchever.

Zwar kann auch die Vivendi-Tochter aufgrund der komplizierten und altmodischen Verwertungskette nicht auf die allerneuesten Topserien zurückgreifen. Der Anbieter versuchte aber sein Bestes, erzielte einen Achtungserfolg mit der Ausstrahlung der letzten Folgen der Kultserie Breaking Bad drei Tage nach dem US-Start und begeisterte Serienfans vor allem mit einem: Inhalte in Originalsprache. Das war zum Zeitpunkt des Starts ein Alleinstellungsmerkmal, auch wenn es seit Jahren von zahlreichen jungen Serienfans gefordert worden war.

Durchbruch im kommenden Jahr?

Und plötzlich geriet die Branche in helle Aufruhr: Maxdome, einer der Premium-Anbieter für TV-Serien, zog mit Inhalten in Originalsprache und einer eigenen Serienflatrate nach. Sky ließ im Dezember mit Snap ebenfalls eine eigene Videoflatrate folgen, für die man kein Sky-Abo benötigt. Hier gibt es von Anfang an Originalcontent. Und Lovefilm zog zumindest mit einigen englischen Spielfilmen nach. Watchever will sogar noch mehr: Genau wie das Vorbild Netflix hat der Anbieter eine eigene deutsche Dramaserie in Auftrag gegeben. Die zuerst fürs Netz produzierte Mysteryserie „The Returned“ der Konzernmutter nahm Watchever ebenfalls ins Angebot auf und machte die erste Folge auch für Nicht-Kunden verfügbar.

Es sind erste Achtungserfolge, die nicht darüber hinweg täuschen, dass der Durchbruch noch nicht erreicht ist. Deutsche Videoflatrate-Angebote erhalten die Inhalte meist zu allerletzt, erst nach der Ausstrahlung im Free TV und oft Jahre, nachdem sie bereits im Original gelaufen sind. Erst wenn man auch in Deutschland alle Serien zeitgleich oder zumindest nur wenige Tage nach dem US-Start sehen kann, werden sich Serienfans zufrieden geben. Das aber dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Optimisten hoffen hier auf den entscheidenden Wandel 2014. Der Grundstein wurde aber in diesem Jahr gelegt. Watchever hat gezeigt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Und Netflix bleibt das große Ziel, das es auch für die deutschen Anbieter zu erreichen gilt.

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