Samsung Curved TV

Ein paar Grundlagen: Unser kleines Fernseh-Lexikon zur IFA

Die IFA in Berlin ist die wichtigste Messe für Unterhaltungselektronik in unseren Breiten. Schwerpunkt der Messe, sofern man überhaupt einen benennen kann, dürfte aktuelle Fernsehtechnik sein. Wie in jedem Jahr werden die Hersteller mit einen ganzen Reigen neuer Begriffe um sich werfen. Damit ihr euch vor Ort nichts vormachen lasst, haben wir hier einmal die wichtigsten Grundlagen zusammengestellt.

Nicht alles ist neu auf der IFA 2015. Zahlreiche Techniken, die auf anderen Messen bereits zu sehen waren, werden aber mittlerweile Standard und immer preiswerter. Man wird euch vor Ort wieder viel Neues präsentieren, und darauf werden wir selber erst nach der Messe in einem gesonderten Beitrag eingehen können. Was wir euch an dieser Stelle aber trotzdem mit auf den Weg geben wollen, sind die allerwichtigsten Grundlagen. Also los:

Die Basics: HD und Co.

HD+-Werbung

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Nein, keinesfalls neu, aber das Mindeste, was ihr wissen müsst: Das erstrebenswerte Fernsehbild ist heute in hoher Auflösung (High Definition, HD oder HDTV) gewünscht. Die Auflösungen variieren hier, aber gemeint ist damit immer ein besseres Bild als die heute noch gängige Standardauflösung (SD oder SDTV). Bei SD waren zuletzt 576 Pixel in der Höhe und 720 Pixel in der Breite gängig.

Einige Fernsehsender senden heute im kleineren HD-Format HD Ready. Dieses Bild wirkt für gewöhnlich schärfer, da es mit 720 Bildpunkten (Pixeln) in der Höhe und 1280 Pixeln in der Breite mehr Details anzeigen kann. Genannt wird dieses Format auch 720p. Via Satellit nennt sich die gleiche Auflösung HD+. Noch eine Portion besser ist das so genannte vollwertige HD, also Full HD (1080p) mit 1080 Pixeln in der Höhe und 1.920 Pixeln in der Breite.

Upscaling: Aus wenig mehr machen

Die wenigsten Signale der Fernsehsender liegen heute in Full HD vor. Einige – aber längst nicht alle! – moderne Fernseher erweitern dieses das Signal, indem sie weitere Bildpunkte berechnen und einfügen. Dieses Verfahren nennt sich Upscaling (Hochskalierung). Es wird auch für höhere Auflösungen benutzt, erreicht meist gute Werte, ist aber nie so gut wie eine Originalquelle in Full HD.

Ultra HD/ UHD/ 4K: Noch schärfer

Full HD liefert schon ein beeindruckend scharfes Bild, aber die Industrie kann und will mehr. Ultra HD, kurz UHD (oder UHDTV für UHD-Fernsehen), bietet eine noch deutlich höhere Auflösung als HD-Fernsehen. Für UHD-Fernseher hat sich eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten etabliert. Das entspricht der vierfachen Auflösung von Full HD und wird deswegen auch 4K genannt. Etwas seltener ist eine Auflösung von 8K: Die zählt 7.680 x 4.320 Bildpunkte und ist damit achtmal so hoch wie Full HD. Beides, 4K und 8K, fällt unter den Oberbegriff Ultra HD. Ganz selten werdet ihr auch von Zwischenformaten lesen. Der aktuelle Apple iMac etwa verfügt über eine 5K-Auflösung.

Der Satelliten-TV-Betreiber Astra will auf der IFA einen ersten UHD-Sender vorstellen – was leider auch zeigt, in welchen Kinderschuhen das Format in der Sendetechnik steckt. Noch.

Hi-Resolution Audio, 3D Sound & Dolby Atmos: Der passende Ton zum UHD-Bild

Dolby Atmos-Opener

Zu einem kompletten Heimkinogenuss gehört neben einem tollen Bild natürlich auch ein besserer Sound. Hi-Resolution Audio beschreibt eine Technik, die eine höhere Tonqualität mit mindestens 24 bit und 96 kHz gewährleisten will. Dolby Atmos soll den Heimkino-Sound durch eine zusätzliche Technik und Lautsprechern an der Decke noch natürlicher erlebbar machen. Die Konkurrenztechniken heißen Auro 3D und DTS:X.

SUHD & Quantum Dot

Was nützt die höchste Auflösung, wenn das Bild nicht in den buntesten Farben erstrahlt, dachte sich Hersteller Samsung. Der eigene Ansatz SUHD verwendet so genannte Nanokristalle, um ein Bild aus blauem Licht zu erzeugen. SUHD soll damit energiesparend sein, vor allem aber 64-mal mehr Farben liefern als herkömmliche TV-Geräte. Sagt zumindest Samsung. Höhere und dynamische Kontrastwerte wären ein hübscher Nebeneffelt. Diese Nanokristalltechnik wird unter anderem Namen auch von anderen Herstellern eingesetzt und manchmal als Quantum Dot bezeichnet.

OLED: Kontrast für die Massen?

LG-Werbung für OLED-Fernseher

LG-Werbung für OLED-Fernseher

Moderne Fernseher verwenden die LED-Technik, was bedeutet, dass Leuchtdioden das Bild erzeugen. Davor macht die Entwicklung aber nicht Halt: Das neue große Ding sind organische Leuchtdioden (OLED). Die benötigen keine Hintergrundbeleuchtung mehr und sollen damit endlich das perfekte Schwarz erzeugen – neben dann beeindruckenden Kontrastwerten. Schöner Nebeneffekt: Die Displays benötigen ohne Hintergrundbeleuchtung weniger Platz und können im Prinzip biegsam hergestellt werden. Das Problem bisher: Die Herstellung ist extrem teuer und verursacht viel Ausschuss. Viele Hersteller haben ihre Entwicklung deswegen lange Zeit pausiert. Auf der diesjährigen IFA wollen sich aber einige damit positionieren, allen voran LG.

Curved TV: Gebogen für ein besseres Bild

Ein Samsung Curved TV

Ein Samsung Curved TV

Schon fast ein alter Hase unser den TV-Trends, aber mittlerweile immer preiswerter und häufiger: Curved TV. Ein TV-Gerät mit der Technik ist konkav zum Zuschauer hin gewölbt und soll deswegen ein noch natürlicheres TV-Erlebnis bieten.

HDR: Alles bestens ausgeleuchtet

HDR (High Dynamic Range, hoher Kontrastumfang) ist eine der wenigen Weiterentwicklungen der Fernsehtechnik, die sich wirklich auf dieses Jahr datieren lassen. Genutzt wird das Prinzip in der Fotografie schon lange: Verschiedene Techniken kommen zum Einsatz, um den hohen Dynamikumfang einer Szenerie besser wiederzugeben, unter- oder überbelichtete Fotos zu vermeiden. In der Fernsehtechnik wird dabei mit etwas anderer Herangehensweise Ähnliches erreicht: Unter- und Überbelichtungen werden ausgeglichen, die Konstrastwerte wirken viel natürlicher. Gerade, aber nicht nur, schlecht ausgeleuchtete Nachtaufnahmen, in denen ein Zuschauer oft nur noch wenig sah, könnten damit dem Ende angehören. Das Bildsignal liegt idealerweise bereits HDR-optimiert vor, kann aber von einigen TV-Geräten auch hochskaliert werden.

Smart TV: Android TV/ WebOS/ Firefox TV/ Tizen

Smart TVs erweitern herkömmliche Fernseher um Funktionen und Inhalte aus dem Internet. Über WLAN oder ein Ethernet-Kabel werden die TV-Geräte vernetzt. Über eine besondere Oberfläche können Nutzer auf angepasste Apps und Mediatheken wie Netflix oder YouTube zurückgreifen. Relativ jung ist der Trend, dass immer mehr Hersteller in sich geschlossene Entwicklungen aufgegeben haben und auf weiter verbreitete Betriebssysteme dabei setzen: LG setzt auf WebOS, Samsung auf die Eigenentwicklung Tizen, Panasonic auf Firefox OS und Sony und Philips auf Googles Android TV. Diese Systeme werden auf der IFA teils in einfachen Full-HD-Fernsehern zu sehen sein, teils auch in den Spitzenmodellen mit 4K, Curved oder OLED. Die Kollegen von Golem.de haben kürzlich die vier Entwicklungen miteinander verglichen.

Fazit

Das waren die absoluten Grundlagen. Auf der IFA wird man euch mit weiteren Fachbegriffen bombardieren. Zumindest das Rüstzeug aber kennt ihr nun nach dieser Lektüre. Alles Weitere tragen wir für euch auf der IFA zusammen und können es euch hoffentlich schon bald in einem zweiten Beitrag präsentieren.

Beitragsbild: Samsung

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Ein Kommentar zu “Ein paar Grundlagen: Unser kleines Fernseh-Lexikon zur IFA
  1. Ich suche Literatur über Fehlersuche in LCD TV Geräten. (Schaltungsbeispiele,) Bin Funkmechaniker im Ruhestand.

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