Bundesliga-Zusammenfassungen im Netz: Streit zwischen Sky und Springer beigelegt

Bundesliga-Zusammenfassungen im Netz: Streit zwischen Sky und Springer beigelegt

Heute Abend beginnt die neue Saison der Fußballbundesliga, und sowohl Sky als auch „Bild“ zeigen Zusammenfassungen der Spiele kurz nach dem Abpfiff auf ihren mobilen Apps. Der Streit, der darüber entbrannte, ist jetzt vorerst beigelegt. Springer war der Meinung, dass Sky dazu nicht das Recht habe.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DFL das Vorgehen von Sky billigt“, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am vergangenen Wochenende. Er sprach von einem „Rechtsbruch“. Die Deutsche Fußball Liga (DFL), die die Übertragungsrechte der Bundesliga-Klubs vergibt, sah es in einer Stellungnahme ähnlich: Für Sky gäbe es keine rechtliche Grundlage, vor oder sogar nach Springer Zusammenfassungen der Spiele auf mobilen Geräten anzubieten. Die Sache hat sich inzwischen geklärt.

Sky-Deutschland-Chef Brian Sullivan sagte, er sehe wenig Gemeinsamkeiten zwischen den Apps und halte eine gleichzeitige Existenz beider Angebote für möglich. Damit wird er recht behalten.

Sky billiger und ohne Abo

„Bundesliga bei Bild“, mit dem die Boulevardzeitung dieser Tage verstärkt wirbt, ist eine Zusammenfassung der Bundesliga-Partien in einer Länge von 90 Sekunden oder bis zu sechs Minuten. Über mobile Apps oder auf dem Desktop oder Laptop ist das Angebot der Springer-Tochter etwa eine Stunde nach Abpfiff der Spiele verfügbar. Der Kunde kann sich sein eigenes Programm zusammen stellen und zum Beispiel nur die Spielberichte aufrufen, die er sehen will. Springer war diese Investition rund 6 Millionen Euro pro Saison wert. Dafür erwarb man die Rechte für die Ausstrahlung von Zusammenfassungen auf mobilen Geräten eigentlich exklusiv. Sky konterte dies mit einem Trick.

Über eine neue App können Mobilfunknutzer ohne Sky-Abo einen kostenpflichtigen Stream zum Sender Sky Sport News HD herstellen. Auf dem läuft 24 Stunden Programm, darunter bereits wenige Minuten nach dem Abpfiff eine Zusammenfassung aller Spiele der Bundesliga mit allen Toren und Highlights. Für die Ausstrahlung im Pay TV hat Sky sich hier die Rechte gesichert, die neue App ist eine Erweiterung des linearen Pay TVs. Sky ist damit eine Stunde früher dran als „Bild“, man wäre mit einem Monatspreis von 4,49 Euro im Monat auch insgesamt billiger. Mehr noch: Für die App müssen die Nutzer keine Sky-Kunden sein. Sie steht jedem zur Verfügung. „Bundesliga bei Bild“ ist nur zusammen mit einem Bildplus-Digital-Abo erhältlich, das insgesamt 7,98 Euro kostet und zusätzlich zu den Bundesliga-Paketen kostenpflichtige Angebote der Boulevardzeitung enthält. Der Unterschied ist allerdings: lineares Fernsehen (Sky) gegen On-Demand (Springer).

Neue Einnahmequellen nötig

Sky streamt bereits die Live-Konferenz der Spiele ins Web oder auf mobile Geräte über das eigenen Angebot Sky Go. Hierfür ist ein Sky-Abo notwendig, das Digitalangebot also nur ein Zusatzservice für Kunden, die ohnehin sonst das TV-Angebot von Sky sehen würden. Seit dieser Spielzeit vertreibt auch die Telekom Sky Go im Resale über ihr Paket T-Entertain, wofür kein Sky-Abo notwendig ist, aber eine Gebühr von 12,95 Euro pro Monat fällig wird. Argument von Sky könnte sein, dass man über Sky Go ja bereits nichts anderes tut, als das eigene Programm im Netz verfügbar zu machen. Warum nicht also auch im Falle von Sky Sport News HD? Sky tritt hier eher in Konkurrenz zur ARD Sportschau, die die Zusammenfassungen der Spiele im Free TV ebenfalls gut eine Stunde nach Abpfiff überträgt. Über Angebote wie Zattoo (HiQ) könnte man sich die Zusammenfassungen der Sportschau auch im Netz anschauen.

Sky zahlt ab dieser Spielzeit im Schnitt 485 Millionen Euro für die TV-Rechte und damit rund 50 Prozent mehr als bisher. Diese Kosten muss der Pay-TV-Anbieter wieder einspielen, so dass er nach neuen Einnahmequellen sucht. Neben dem neuen Webangebot lockt Sky Gaststätten-Besitzer auf dem Land mit günstigen Preisen für Neukunden und erhöht gleichzeitig die Preise für Kneipiers in Großstädten teils um mehr als 100 Prozent, was derzeit ebenfalls für Streit sorgt. Im Falle des mobilen Apps will Springer nun erst einmal nicht klagen. Dafür dürfte den Hamburgern auch die Grundlage fehlen. Beide Apps werden wie geplant heute Abend mit der Liga in die neue Saison starten.

Jetzt kommentieren!

Schreibe einen Kommentar

*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.