AV-Receiver sind das Herz jedes Home Entertainment-Systems – aber welche Features braucht man wirklich?

AV-Receiver sind das Herz jedes Home Entertainment-Systems – aber welche Features braucht man wirklich?

Wer sein Zuhause kompromisslos in ein Kino oder einen Konzertsaal verwandeln will, kommt trotz aller Alternativmöglichkeiten um einen hochwertigen AV-Receiver nicht herum. Wattanzahl, Schnittstellenterminal, Netzwerkfunktionen, Videosektion – worauf kommt es bei einem Verstärker wirklich an? Wir klären euch auf.

Kino-Sound aus allen Richtungen ohne virtuelle Surround-Erzeugung sowie räumliche Konzertsaalakustik – das gibt es in den eigenen vier Wänden nur mit einem Multichannel-Receiver. Nicht nur der Sound, auch durchgeschleifte oder upgescalte Bilder laufen immer häufiger über den Receiver, der sich noch mehr als früher zum multimedialen Herzstück der Home-Entertainment-Anlage etabliert hat. Top-Modelle beinhalten in einem Gerät eine Mehrkanal-Vorstufe, zahlreiche Endstufen, Netzwerkfunktionen, diverse Anschlussterminals und eben auch eine Videosektion, idealerweise gleich zukunftssicher auf 4k ausgelegt. Bei der Erstkonfiguration hilft in der Regel ein Einrichtungsassistent, über Apps lässt sich der Receiver optional zur Fernbedienung auch über ein Smartphone oder Tablet navigieren.

Elementar: Die Schnittstellen im smarten 4k-Zeitalter

Anschlussseitig sind die HDMI-Schnittstellen am wichtigsten, die größtenteils klassische FBAS-Anschlüsse sowie optische und koaxiale Verbindungen ersetzt haben. Um auch bereits verfügbaren und künftigen Ultra HD-Content über den Verstärker laufen lassen zu können, müssen die HDMI-Ein- und Ausgänge dem aktuellen Standard 2.0 entsprechen und zwingend den Kopierschutz HDCP 2.2 beherrschen, wie beim unten abgebildeten TX-NR3008 von Onkyo. So seid ihr auch jetzt schon für die kommende Ultra HD Blu-ray Disc gerüstet! Natürlich müssen moderne AV-Receiver auch in der Lage sein, sich in ein Heimnetzwerk zu integrieren bzw. wireless mit anderen Devices zu kommunizieren. Wird sowohl vom Receiver wie auch vom Smartphone MHL unterstützt, lassen sich Inhalte vom Handy direkt über den Verstärker wiedergeben. Eingebaute WLAN- und Bluetooth-Module weisen mittlerweile ohnehin praktisch alle hochwertigen Receiver auf. Über die USB-Buchsen lässt sich Android- oder iOS-Equipment mit dem Verstärker konnekten. Aktuelle Modelle können neben USB-Sticks mit MP3- sowie WMA-Content auch Sticks mit HiRes-Inhalten und sogar 4k-Material wiedergeben. Wer eine größere Heimkinoinstallation plant, sollte auf das Vorhandensein von 12-V-Triggeranschlüssen achten, damit lässt sich beispielsweise auch die Maskierung einer 21:9-Leinwand mitsteuern.

Onkyo_TX-NR3008Einstellprofi dank automatischem Einmesssystem

Sechs oder mehr Lautsprecher optimal aufzustellen ist keine leichte Aufgabe und erfordert eigentlich einen Profi. Es sei denn, der AV-Receiver verfügt über ein automatisches Einmesssystem – wie beispielsweise beim unten abgebildeten AVR-4520 von Denon. Anhand der Lautsprechergrößen und dem Abstand zwischen dem Hörer und den Boxen wird durch das System der Pegelabgleich vorgenommen. Die Equalizing-Funktion passt das Lautsprechersystem zudem perfekt den räumlichen Gegebenheiten an. Einmesssysteme besonders hochwertig ausgestatteter Receiver können sogar mehrere Hörpositionen errechnen und speichern.

Denon_AVR-4520Moderne AV-Receiver steuert man per App

Natürlich ist nach wie vor auch jeder Receiver mit einer Fernbedienung ausgestattet, die meisten User gehen aber mittlerweile dazu über, Ihre Smartphones oder Tablets zur Steuerung des Verstärkers zu nutzen (unser Beispielbild ganz oben zeigt hierzu den RX-A740 von Yamaha). Entsprechende Apps bietet inzwischen fast jeder Receiver-Hersteller an. Die aktuellen Receiver-Applikationen von Yamaha oder auch Pioneer unterstützen sogar die Ersteinrichtung des AVRs. Anschließend kann über die App so ziemlich jede Funktion des Verstärkers gesteuert werden. Auch die Verbindung zu Streaming-Services wie Spotify wird damit zum Kinderspiel. Musikabrufe vom Home Server, vom PC oder von Internet-Radiosendern komplettieren die Möglichkeiten der komfortablen Steuerung des Receivers über Smartphone und Tablet.

Die neuen Multi-Sound-Formate

Mit der bevorstehenden Einführung der Ultra HD Blu-ray werden auch neue Surround-Tonformate wie Dolby Atmos, dts:X und Auro-3D immer wichtiger. Wer den Multi-Sound nutzen möchte, sollte schon beim Receiver-Kauf darauf achten, dass das favorisierte Gerät bereits fit ist für die bahnbrechenden Formate, bei denen Sound auch von oben kommt und Audio-Objekte einzelnen Lautsprechern flexibel zugewiesen werden können. Hochauflösende Sound-Formate wie Dolby TrueHD, dts-HD Master Audio und dts-HD High Resolution Audio werden inzwischen von nahezu jedem aktuellen AV-Receiver dekodiert, das Minimum ist aber die Wiedergabefähigkeit von Dolby Digital und dts. Wer immer die aktuell bestmögliche Tonqualität haben will, kann sich einen THX-zertifzierten Receiver, wie den VSX-1015TX von Pionier (Abbildung unten), aussuchen. Um das THX-Logo zu erhalten, müssen die in einem speziellen Post-Processing getesteten Geräte hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Der Anwender hat hierbei die Gewissheit, dass der THX-Receiver einen Sound repliziert, der sich wie in einem echten hochwertigen Kino anhört.

Pioneer_VSX-1015TXModerne Receiver pushen den Ton und das Bild

Videosektionen in AVRs lassen sich einfach unterteilen in Systeme, die das eingespeiste Bild nur durchschleifen und 1:1, also ohne Qualitätsverlust, an einen Fernseher oder Beamer weitergeben und höher ausgestattete Verstärker, die minderwertigeres Material auf 720p, 1080p oder sogar auf 4k hochrechnen. Da aber auch die meisten Blu-ray-Player und viele TV-Geräte schon Upscaling-Funktionen beherrschen, ist die Bildaufbereitung am Receiver oft überflüssig. Trotzdem: Die Frage, ob das optimalste Upscaling-Bild jetzt von einem Abspielgerät, einem Wiedergabe-Panel oder eben durch einen zwischengeschalteten Receiver zustande kommt, hängt von den verwendeten Komponenten ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Schaden kann die Upscaling-Funktion im Receiver jedenfalls nicht, denn viele Geräte bieten mittlerweile zusätzlich individuell steuerbare Modi für De-Interlacing von Schärfe, Farbe, Helligkeit und Kontrast an. So lässt sich das Bild ganz an die eigenen Sehgewohnheiten anpassen.

Wer zuhause also ein Optimum an Sound und Bilddarstellung erreichen will, egal ob für die einfache 5.1-Anlage als Ergänzung zum Flachbildfernseher oder das Dolby Atmos-gestützte Multichannel-System im Heimkino mit Beamer, wird immer auch einen hochwertigen Receiver einsetzen. Nennleistungs-Power und Ausstattung des Geräts hängen letztendlich von den individuellen Anforderungen ab, die man an einen modernen AVR stellt. Die audiovisuellen Möglichkeiten moderner Verstärker haben sich in den letzten Jahren jedenfalls auf beeindruckende Weise maximiert.

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3 Kommentare zu “AV-Receiver sind das Herz jedes Home Entertainment-Systems – aber welche Features braucht man wirklich?

  1. Ich habe seit 2 Jahren einen Denon AVR 2113 und mit diesem einigermaßen zufrieden. Funktionen, Klang, Schnittstellen, Preis … alles ok. Was aber eine Katastrophe ist: die Bedienung. Mit dem einzeiligen Display am Gerät fühlt man sich ins Jahr 1994 zurückversetzt und die Bedienung über den Fernseher ist auch eher lieblos und macht wenig Spaß. Hier müssen Denon und auch andere Hersteller noch einiges verbessern. Wieso können die Geräte nicht ein großes Touch-Display und eine vernünftige Software (vielleicht auf Android-Basis?) haben? Beim nächsten Kauf werde ich jedenfalls sehr viel mehr Augenmerk auf die Bedienung legen.

  2. mmmh, bräuchte nur einen Stereoverstärker mit mind. 2 HDMI Eingängen und einem HDMI Ausgang zum Durchschleifen des video Signals ? Was gib der Markt denn da so her ?

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