Caavo

Dekadenter geht es kaum: Caavo findet eure Lieblingssendung – für 400 Dollar

Eine Art Meta-Box für Streaming: An Caavo schließt man andere Streaming-Boxen wie Apple TV oder Fire TV an und der Dienst übernimmt die Suche nach eurer Lieblingssendung. Klingt allein wie die Lösung eines Erste-Welt-Problems – und doch gar nicht so unclever.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an Multimessenger. Zu einer Zeit, als die einen mit ICQ unterwegs waren, die anderen aber mit MSN oder AIM, vereinten diese alle Plattformen unter einer Haube. Das könnte man heute angesichts der zahlreichen Messenger-Apps wieder gebrauchen. Und das gibt es nun zumindest für das Videostreaming-Universum und nennt sich Caavo.

Denn vielleicht kennt ihr das, wenn ihr Kunde bei mehreren Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Video oder Maxdome seid: Die einen Serien findet ihr hier, die anderen dort. Meist sucht man erstmal fünf Minuten alle Plattformen ab, bis man das Video nach Wunsch gefunden hat. Caavo will euch diese “schwere Arbeit” nun abnehmen.

Keine Ahnung, wo es die Serie gibt? Einfach Caavo suchen lassen

Caavo ist eine weitere Streaming-Box, an die ihr andere Streaming-Boxen anschließen könnt. Mit einer Sprachfernbedienung – ähnlich wie beim Fire TV – sucht ihr nach einer Sendung. Caavo holt euch dann die gewünschte Sendung auf den Bildschirm, egal ob es diese bei Amazon, Netflix, iTunes, auf der PlayStation, im Kabel-TV (in den USA) oder sonstwo gibt.

Dafür hat Caavo nicht weniger als acht freie HDMI-Steckplätze, 2x USB, Ethernet-Anschluss und WLAN an Bord. 4K soll unterstützt werden, Betriebssystem ist ein angepasstes Android. Offenbar sieht das System vor, dass man zumindest eine Streaming-Box dafür auch benötigt, damit man Dienste wie Netflix darauf nutzen kann, was zum Beispiel als App auf dem Fire TV vorliegt.

Caavo sorgt für alles

Hier spielen allerdings politische Herausforderungen mit herein, denn nicht jeder Anbieter will sein Angebot für Dritte durchsuchbar machen. Netflix und Apple etwa streiten sich über das Durchsuchen des Netflix-Angebots auf dem Apple TV. Die Gründer wollen dieses Problem angeblich von der Pike auf lösen, indem sie sich mit allen Beteiligten besprochen haben.

Genaue Infos darüber gibt es leider noch nicht. Aber ich kann mir eigentlich nicht denken, dass man für den Betrieb von Caavo zwingend weitere Streaming-Boxen benötigt. Netflix, Amazon Video und iTunes etwa stehen ja auch ohne Box zur Verfügung. Hier würde eine Software-Lösung locker ausreichen.

Chic sind sie schon, die Caavo-Fernbedienungen aus Holz

Chic sind sie schon, die Caavo-Fernbedienungen aus Holz

Immerhin, und das ist interessant: Caavo will dem Nutzer alles abnehmen. Ein Apple TV einstöpseln – und Caavo übernimmt die Konfigurierung. Alle Probleme beim Suchen will der Dienst ohne Zutun der Nutzer lösen, alle Eigenarten der unterschiedlichen Angebote dabei berücksichtigen. Playlisten sollen sich quer über alle Dienste hinweg anlegen lassen. Was ihr bei Google Play schon bezahlt habt, wird bei iTunes nicht neu gekauft. All diese Streaming-Dienste erfolgreich unter einem Dach zu vereinen, wäre in der Tat eine Meisterleistung. Es wird spannend sein zu sehen, ob das Startup das schafft.

Caavo plant, zunächst nur 5.000 der gleichnamigen Boxen herzustellen. Sie sollen sich ab Mai vorbestellen lassen und später im Jahr geliefert werden – zum Preis von 400 US-Dollar. Die US-Technikpresse ist auf jeden Fall ziemlich begeistert. Ich selbst könnte mir in der Tat ein paar Anwendungszwecke dafür vorstellen und wäre auch mit dem Szenario einverstanden, Caavo an Stelle einer anderen Streaming-Box zu nutzen. Aber nur als “intelligenter” Hub für zwei oder drei andere Geräte, die man dann auch noch braucht? Nein, dafür wäre mir die Box viel zu teuer. Und euch?

Bilder: Caavo

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