Samsung-Bixby-Logo (Bild: Samsung)

Cooler Samsung Bixby: Was macht der Sprachassistent im Kühlschrank?

Auf dem Samsung Galaxy S8 war der persönliche Sprachassistent Bixby erstmals zu finden. Jetzt kommt er auf den Kühlschrank. Doch was unterscheidet ihn von Alexa, Google und Siri?

Die Sprachassistenten erobern die Küche. Einen Kühlschrank mit dem Sprachassistenten Alexa gibt es bereits, nun bringt Samsung seinen Bixby auf alle Geräte der Serie Family Hub 2.0. Das kann durchaus praktisch sein, wenn an den Händen frischer Pizzateig klebt, aber schnell etwas auf die Einkaufsliste gesetzt werden soll. Notwendig ist dies jedoch nicht. Dennoch lohnt ein Blick auf Samsungs Sprachassistenten, der er macht einiges anders als der Google Assistant oder Amazon Alexa.

Nicht so flüssig wie auf der Enterprise

Das Dilemma der Sprachassistenten sind die hohen Erwartungen. Sie sollen alles auf Anhieb verstehen und sowohl witzige als auch philosophisch tiefgründige Antworten liefern. Doch wir befinden uns nicht auf der Enterprise, sondern in einem langen Lernprozess. Google versucht es mit viel künstlicher Intelligenz und dem vielleicht etwas zu hohen Anspruch, alles verstehen zu wollen. Denn nur dann kann auch eine Antwort geliefert werden – genau eine, die passende. Google ist eben eine Suchmaschine. Amazon ist da schon pragmatischer. Einfache Sprachanweisungen nach dem Muster Maschine, führe Funktion xyz aus müssen reichen.

Auf diese einfache Weise lassen sich recht schnell recht viele neue Geräte per Alexa ansprechen. Der persönliche Sprachassistent scheint in den eigenen vier Wänden das zu werden, was Windows auf dem Computer und Android auf dem Smartphone ist – nicht das Beste, aber allgegenwärtig. Der Nachteil: Es müssen viele Sprachbefehle gelernt werden, ein verdrehter Satz wird oft nicht verstanden. Auch Google versteht nicht alles, gemessen am eigenen Anspruch vielleicht sogar weniger, doch das wird mit der Zeit besser werden.

Anders als Google? Anders als Alexa?

Was macht Samsung Bixby nun anders? Auch dieser Sprachassistent soll natürlich gesprochene Sprache verstehen, allerdings nicht gleich die Fragen nach dem Sinn des Lebens beantworten (obwohl Bixby nicht nur eine Spracherkennung ist, sondern auch eine Suchmaschine). Die Nutzer sollen erst einmal lernen, das Gerät per Bixby zu steuern. Das ist ein relativ begrenztes Feld, um in kurzer Zeit schnelle Lernerfolge hervorzubringen. Bixby läuft derzeit nur auf dem Samsung Galaxy S8 (Plus), Deutsch wird er erst ab Ende 2017 beherrschen. Die Ausweitung auf Kühlschränke und voraussichtlich weitere Geräte in der Smart Kitchen oder im Smart Home wäre ein Vorteil gegenüber Alexa, wenn denn das Sprachverständnis tatsächlich besser ist.

Doch was sind die Erfolgsaussichten? Samsung hat Smartphones entwickelt, die es immer mit dem iPhone aufnehmen konnten. Doch was Samsung aus Android gemacht hat, war stets ein Graus. Touchwiz war überladen, die S-Apps floppten durch die Bank. Bixby ist jedoch keine Eigenentwicklung, sondern wurde mit dem Startup Viv Labs gekauft, das von den Siri-Schöpfern gegründet wurde. Doch die Konkurrenz ist ein paar Schritte voraus. Der Google Assistant befindet sich bereits auf Geräten, die unter Android laufen. Und auch Alexa kommt aufs Smartphone. Letztlich werden sich die Nutzer für ein System entscheiden, das sie im Alltag nutzen können. Bixby könnte da das Nachsehen haben.

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