Dinos werden lebendig. (Foto: Apple)

Augmented Reality auf iPhone und iPad: So erweitert ihr mit ARKit eure Realität

Schon mitbekommen? Mit dem neuesten iOS 11 beherrschen euer iPhone oder iPad dank ARKit auch Augmented Reality. Was das ist und welch eindrucksvolle Dinge ihr einmal ausprobieren solltet, zeigen wir euch hier.

Augmented Reality mit ARKit? Was ist das?

Habt ihr euer iPhone oder iPad schon auf das neue iOS11 aktualisiert? Dann besitzt ihr die (technische) Möglichkeit, ARKit überhaupt zu verwenden. Diese Neuheit, die Apple gewissermaßen einfach so dem Betriebssystem beilegt, ermöglicht es Entwicklern, aufwändige „Kameraspielereien“ zu entwerfen.

Kameraspielereien? Ich denke, dass das Wort durchaus passend ist, auch wenn ein größerer Nutzen als nur Unterhaltung vorhanden ist. ARKit versteht sich als Schnittstelle, um Augmented Reality (häufig mit AR abgekürzt) umzusetzen. Durch eine ausgeklügelte Software nimmt die Rückseitenkamera der mobilen Apfel-Geräte Umgebungen wahr und erkennt Objekte im Raum. Das iPhone oder iPad nutzen die Informationen aus der Realität und stellen digitale Inhalte sozusagen dazu.

Ein einfaches Beispiel: Scannt mit eurem iPhone eure Küche und seht auf dem Display, wie dort fiktive Gegenstände auf dem Küchentisch stehen oder gar jemand vor dem Kühlschrank tanzt. Die Realität wird um digitale Komponenten erweitert. Gegenüber einem „Pokémon Go„, das ebenfalls auf AR setzt, funktioniert ARKit sehr viel präziser im dreidimensionalen Raum – und authentischer.

Noch mehr Augmented Reality mit dem iPhone X

ARKit könnt ihr euch als eine Art Standard vorstellen, den Programmierer für ihre Anwendungen nutzen dürfen – um solche „Spielereien“ zu entwerfen. Oder aber auch, um echte Innovationen zu bieten. Zudem unterstützt ARKit bereits das neue iPhone X. Zusammen mit der verbauten TrueDepth-Kamera erkennt die Software die Position, die Struktur und den Ausdruck menschlicher Gesichter. Das Ergebnis ist bisher eher albern. So könnt ihr von Haus aus in Echtzeit „Masken“ über euer Gesicht ziehen – besser noch als die Filter, die Facebook Messenger, Instagram oder Snapchat bereits seit längerer Zeit anbieten. Aber das Potential ist groß, in den kommenden Monaten folgen sicherlich sinnvollere ARKit-Anwendungen.

Eines ist schon jetzt beeindruckend: Durch iOS11 erhalten weltweit sehr viele Millionen iPhone- und iPad-Besitzer AR-Features. Apple zufolge ist iOS damit die „…größte Augmented Reality Plattform der Welt“. Was das bedeutet? Für App-Nachschub ist schon jetzt gesorgt. Und ich bin guter Dinge, dass uns einige grandiose Ideen erwarten. Für das Verwenden dieser braucht’s im besten Fall „nur“ ein iPhone.

Ist mein iPhone oder iPad auch für ARKit bzw. Augmented Reality geeignet?

Für eine hochwertige AR-Erfahrung braucht es einen leistungsstarken Prozessor für die Berechnungen und eine ausreichend gute Kamera. Offiziellen Angaben zufolge wird ein Prozessor der Marken Apple A9, A10 und A11 benötigt. Das heißt leider auch: Das iPhone 6, iPhone 5s, iPad Air 2 und iPad (4. Generation und früher) sind damit raus. Zwar könnte die eine oder andere AR-App auf älteren Geräten mit iOS11 laufen, eine Garantie gibt es hierfür nicht. Apple verlangt eben mindestens den A9-Chip, was für manche ernüchternd sein dürfte.

iOS 11 erschien für viele iOS-Geräte. Aber nicht alle eignen sich für ARKit. (Foto: Apple / Screenshot)

iOS 11 erschien für viele iOS-Geräte. Aber nicht alle eignen sich für ARKit. (Foto: Apple / Screenshot)

Besitzt ihr dagegen ein iPad der 5. Generation oder iPad Pro, ein iPhone X, iPhone 8 (Plus), iPhone SE, iPhone 7 (Plus) oder iPhone 6s, könnt ihr loslegen – sofern ihr das iOS11-Update bereits installiert habt.

Und welche Apps solltet ihr mal ausprobieren?

Diese ARKit-Apps zeigen euch eindrucksvoll Augmented Reality

MeasureKit

Der digitale Zollstock dürfte einer der interessantesten Anwendungen für ARKit sein, denn offensichtlicher kann man Augmented Reality kaum vorführen. Vermesst reale Räume und Möbel mit eurem Smartphone. Verschiedene Instrumente stehen zur Verfügung. In der Basis ist die Anwendung sogar kostenfrei. Wenn’s ganze Zimmer sein sollen, die ihr in 3D akkurat abbilden möchtet, lohnt ein Blick auf das für 2,29 Euro erhältliche TapMeasure.

IKEA Place

Der Möbelhändler ist stets bemüht, mit Trends zu experimentieren. So veröffentlichte das Unternehmen in der Vergangenheit eine Software für die Virtual-Reality-Brille HTC Vive, um mit dieser Küchen zu planen. Die ARKit-App „Ikea Place“  lässt euch in eure vier Wände allerlei Ikea-Möbel platzieren. Könnte in die eine Ecke ein neuer Sessel passen? Probiert es dank AR einfach am Smartphone oder Tablet aus – faszinierend. Und „Ikea Places“ ist auch ein Paradebeispiel dafür, dass seriöse AR-Anwendungen selbstverständlich möglich sind.

ARise

Steuert einen kleinen Ritter durch ein dreidimensionales Labyrinth. Der Clou ist, dass die geschrumpfte Welt zum Beispiel in eurem Wohnzimmer oder Garten erschaffen wird. Indem ihr euch nahe an den Held heran bewegt und euch umschaut, findet ihr zu vervollständigende Symbole, die danach den Weg freigeben.

Technisch erstaunlich, aber eine relativ teure App. Trotzdem ist „ARise“ eine Empfehlung. Und sei es nur, um andere mit den Eigenschaften von ARKit zu begeistern.

Splitter Critters

Zeichnet mit eurem Finger Linien und teilt so die dargestellten Szenarien. Ihr sollt diese neu anordnen und so ziemlich amüsante Rätsel lösen. Das funktioniert auch ohne Augmented Reality. Schaltet ihr allerdings den neuen AR-Modus ein, spielt ihr direkt auf einem echten Tisch – und das sieht dann schon ganz anders aus.

Sicherlich ist AR in diesem Fall eher ein netter Effekt, das Spiel selbst hat aber auch in 2D sehr viel zu bieten.

The Machines

Zwar verhältnismäßig teuer, dafür aber für Gamer anspruchsvoll und tiefgründig. In dem auf Mehrspieler-Schlachten ausgelegten Strategiespiel legt ihr auch in eurer Wohnung los. Das Spielfeld erinnert durchaus an Brettspiele, nur wird dieses freilich vom iPhone oder iPad generiert.

Das Kontrollieren eigener Einheiten setzt voraus, dass ihr euch um Gebirgszüge und finstere Orte herumbewegt – entsprechend viel Platz vorausgesetzt.

AR Dragon

Klar, eine Art Tamagotchi muss es für ARKit auch geben. Bei „AR Dragon“ kümmert ihr euch um einen Drachen, der bespaßt werden möchte und gefüttert werden muss. Stellt euer virtuelles Haustier ins Wohnzimmer oder den Vorgarten, sammelt Bonusgegenstände und ballert Feuerbälle ab.

Die kostenlose Software finanziert sich über In-App-Käufe.

Paint Space AR

Immer und überall malen, Fotos oder Videos bearbeiten und die eigene Kreativität entfalten – das möchte „Paint Space AR“ bieten. Bemalt eure Umgebungen mit allerlei Pinseln und Stiften, fügt weiteres Material ein und erschafft so kuriose Landschaften.

Das alles ist zwar irgendwie Quatsch, aber zugleich reizvoll, amüsant und ein erstaunlicher Beweis, wie gut die Technik von ARKit funktioniert. Und gratis ist die App auch.

Porsche AR

Ihr wollt ein wenig von eurem Wunschauto träumen? Mit der „Porsche AR“-App konfiguriert ihr euren favorisierten Boliden, ändert flott die Farbe und andere Elemente. Und wenn ihr wollt, stellt ihr euren Porsche dann einfach vor die Haustür. Leider nur virtuell, versteht sich.

Was bringt die Zukunft?

Ist ARKit bzw. Augmented Reality auf iPhone und iPad nur ein kurzer Hype, bevor er in der Normalität angelangt? Gut möglich. Ein Blick in den AppStore zeigt, wie viele Apps von Woche zu Woche dazukommen. Ist das ein Wunder? Obwohl ältere iOS-Geräte ausgeschlossen werden, unterstützen viele Millionen Telefone und Tablets den neuen Standard. Das hat Google, mit Project Tango eigentlich Vorreiter in diesem Segment, in den letzten drei Jahren nicht hinbekommen.

Ob AR die Zukunft gehört, hängt vor allem von einem Aspekt ab: Bringt uns die erweiterte Realität genügend Mehrwerte? Bleibt es bei ein, zwei praktischen Anwendungsgebieten und konzentriert sich der Rest auf Spiele(reien), dann stellt sich vermutlich sehr bald Ernüchterung ein. Bis jetzt ist das alles aber noch sehr spannend und aufregend. Probiert es aus!

Welche ARKit-Apps könnt ihr empfehlen? Gerne in den Kommentarbereich damit!

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