Xbox One X: Aus Scorpio wird das nächste Konsolen-Flaggschiff

Höchst leistungsfähig, 4K-Auflösung und für 499 Euro ab dem 7. November 2017 erhältlich: Die Xbox One X ist die „stärkste Konsole der Welt“. So wird sie von Microsoft beschrieben. Wir schauen uns an, ob sich ein zeitnaher Wechsel lohnt.

Es war ja klar: Schon Tage, Wochen, Monate vor dem Start der Spielemesse E3 zweifelte niemand daran, dass Microsoft die nächste Xbox One vorstellen würde, schließlich fand eine Enthüllung als Xbox Scorpio-Prototyp bereits vor einem Jahr statt. Und nun anlässlich der E3 2017 wurde die Xbox One X angekündigt. Die erscheint Anfang November 2017 für doch erstaunliche 499 Euro. Kein allzu niedriger Preis, zumal die aktuelle Xbox One S für teils deutlich weniger als die Hälfte angeboten wird.

Aber wo ist der Kick? Den verspricht Microsoft vor allem Hardcore-Gamern mit einer echt potenten Hardware. So werden 6 TFlops Leistung erreicht, die durch einen Chip mit 7 Milliarden Transistoren ermöglicht werden. Oder anders gesagt: Gegenüber der Xbox One S ist mit einer dramatischen Leistungsverbesserung zu rechnen, sofern Spiele die Möglichkeiten ausnutzen. Auch gibt’s 12GB RAM (vorher 8GB) und ein Ultra-HD-Blu-ray-Laufwerk. Spiele können in einer 4K-Auflösung dargestellt werden – auch das schafft bisher keine in der Qualität, wie sie die Xbox One X bieten soll.

Das ist durchaus auch als Seitenhieb zu verstehen, denn Sonys PlayStation 4 Pro skaliert niedrigere Auflösungen auf 4K hoch, um so die im Vergleich zur Xbox One X schwächeren CPU und GPU zu entlasten. Für Akustikliebhaber relevant: Dolby Atmos wird unterstützt. Und das komplette Zubehör von der Xbox One kann auch an der X verwendet werden, sie ist ohnehin vollständig abwärtskompatibel. Ohne Einschränkungen.

Das Zubehör von der Xbox One könnt ihr verwenden. (Foto: Microsoft)

Das Zubehör von der Xbox One könnt ihr verwenden. (Foto: Microsoft)

Was bringt mir das?

Besitzt ihr bereits eine Xbox One (S) oder einen aktuellen Fernseher mit Full-HD-Auflösung, stellt sich natürlich die Frage, ob sich der Neukauf lohnt. Zumindest bei Microsoft ist man freilich dieser Auffassung. Schnellere Ladezeiten, HDR-Unterstützung, eine flüssigere Bildwiederholrate (weniger Ruckelei) und sogar eine bessere visuelle Qualität bei älteren (Xbox 360-)Spielen durch Supersamling-Optionen sind konkrete Vorzüge.

Die bisher kleinste Xbox One. (Foto: Microsoft)

Die bisher kleinste Xbox One. (Foto: Microsoft)

Zugegeben: Für mich wären das noch keine Gründe, wirklich umzusteigen. Also zumindest sofort. Aber Microsoft ist dran. So werden zum Launch der neuen Konsole bereits erhältliche Spiele auf 4K, oder wie es der Redmonder Konzern nennt: True 4K, aktualisiert. „Minecraft“, „Gears of War 4“, „Halo Wars 2“, „Resident Evil 7“, „Final Fantasy 15”, “Ghost Recon Wildlands”, “Rocket League” und “Forza Horizon 3” werden ein Gratis-Update erhalten.

Rechnet allerdings nicht damit, dass in Kürze auch Xbox One X-exklusive Titel erscheinen werden. Ähnlich wie bei Sony ist Microsoft bestrebt, dass Games auf allen erhältlichen Xbox-Modellen funktionieren. Besitzer einer X werden aber Vorzüge wahrnehmen – neben einer 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunden sicherlich auch schickere Grafikeffekte und eben schnellere Ladezeiten.

Wird die Xbox One X ein Erfolg?

Es ist freilich nicht abzusehen, wie die Xbox One X bei Spielern, Konsumenten, Medien-Affinen, die an 4K-Blu-ray-Laufwerk und den 4K-Streamingfähigkeiten interessiert sind, letztlich ankommt. So oder so verlängert Microsoft die Lebensspanne der Xbox One, die zunehmend zu einer Entertainment-Plattform wird. Und davon profifitieren zweifelsohne auch Besitzer der alten bzw. kleinen Xbox-One-Modelle. Beispielsweise steigt das Angebot an Xbox 360-Spielen, die auf der One laufen, kontinuierlich. Und Software-Nachschub ist weiterhin dadurch gesichert. Andererseits haben wir hier eine mächtige Highend-Konsole.

Ich denke, nicht nur ich möchte sehen, zu was diese fähig und was nur auf ihr möglich ist. Hier müssen Microsoft und Entwickler zeigen, wie sie diesen Spagat erfolgreich hinbekommen – einerseits nicht die Besitzer der alten Xbox One-Geräte enttäuschen (nach dem Motto: Diese Spiele laufen nur auf der X), andererseits bezogen auf Software auch mal richtig klotzen. „Forza 7“ wird beispielsweise einen separaten „Xbox One X Enhanced“-Sticker erhalten, wie im Laufe der Monate und Jahre gewiss viele weitere Spiele.

Als jemand, der noch keine Xbox One besitzt, ist meine Neugierde schon geweckt. Auch, weil die Xbox One X die bisher kleinste Konsole von Microsoft ist und schon schick aussieht…

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