Minecraft: Microsoft möchte Bauklotz-Kult für 2 Milliarden US-Dollar kaufen

Es klingt nach einer Geschichte aus einem New Economy-Märchenbuch: Ein kleiner Hobbyentwickler bastelt einen interaktiven Baukasten und bietet ihn zu Beginn teils kostenlos an. Nur wer den Mehrspieler-Part gut findet, soll einen kleinen Betrag zahlen. Und sollte sich niemand finden, würde er das Spiel früher oder später verschenken. Doch alles kam anders: Durch die sozialen Netzwerke und Mundpropaganda wurde das klotzige Abenteuer „Minecraft“ zu einem gewaltigen Erfolg. Und Schöpfer Markus „Notch“ Persson zu einem wohlhabenden Mann. Das Ende der Geschichte ist womöglich ein ungewöhnlicher Deal: Microsoft möchte das Studio des „Minecraft“-Entwicklers für zwei Milliarden US-Dollar kaufen. Damit würde auch Persson zumindest zu einem Multimillionär – und das innerhalb von nur fünf Jahren.

Bisher möchten sich weder Microsoft noch Markus Persson bzw. ein Sprecher seiner Firma Mojang zu diesen Informationen äußern. Doch renommierte Wirtschaftsportale wie The Wall Street Journal, New York Times oder Bloomberg sprechen eine deutliche Sprache. Es heißt, dass der schwedische Entwickler und Erfinder des „Minecraft“-Kults nach dem Verkauf sein Unternehmen verlassen werde – es geht also durchaus um die Marke und weniger um den Erfinder des Kreativbaukastens, der längst nicht nur den PC, sondern auch diverse Spielkonsolen wie Xbox 360, PlayStation 3 oder die Xbox One und die PlayStation 4 eroberte.

Verhandlungen fortgeschritten

Notch sei es wohl wichtig, dass sein Personal bei Microsoft gut unterkommt und er einen Schlussstrich ziehen kann. Man munkelt sogar, der Deal könnte noch in diesem September abgeschlossen sein, die Verhandlungen laufen bereits einige Wochen.

Aber: Auch für Microsoft sollten zwei Milliarden US-Dollar keine Kleinigkeit sein. Welche Ziele genau verfolgt werden, ist noch unklar. Allerdings ist „Minecraft“ gerade auf den Microsoft-Plattformen Windows und Xbox 360 überaus erfolgreich – weit über 50 Millionen Exemplare des von LEGO inspirierten Werkes wurden seit 2009 verkauft. Und die Xbox One-Umsetzung erschien erst kürzlich. Im vergangenen Jahr erzielte Mojang einen Gewinn von über 100 Millionen US-Dollar allein mit diesem einzigen Spiel.

Für Fans dürfte dies überraschend sein, zumal Persson Microsoft wohl selbst das Angebot unterbreitet habe. Welche Gründe dahinter stecken? Unbekannt. Und wie es beispielsweise mit den „Minecraft“-Versionen für die Konsolen des Mitbewerbers Sony weitergehen könnte? Auch darüber kann nur spekuliert werden. So oder so fühlt sich diese Meldung seltsam an, reden wir doch am Ende über ein Massenphänomen, das in ein paar Jahren wieder gänzlich in Vergessenheit geraten könnte. Doch der Redmonder Softwareriese könnte dies verhindern und die Community bei Laune halten. Und da ist noch das ertragreiche Merchandise-Geschäft, mit dem auch die „Angry Birds“-Entwickler von Rovio sehr viel Geld verdienen. Denn längst geht es heutzutage nicht nur um ein Spiel…

Update, 15. September 2014: Microsoft und Mojang bestätigen jetzt den Deal. Für 2,5 Milliarden US-Dollar sind es am Schluss geworden. Beachtlich.

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