20 starke Comedyserien, die ihr vielleicht noch nicht kanntet

ProSieben hat die neu erworbene TV-Serie „Friends with benefits“ kürzlich schon nach wenigen Folgen wieder abgesetzt. Wer nun glaubt, dass die Programmplaner die Schuld an den miesen Quoten tragen, der irrt. Es lag am Inhalt.

Jeder Erwerb einer Comedyserie ist ein Risiko, denn hier etwas zu finden, das den Geschmack der breiten Masse trifft, ist erheblich schwerer als bei einer Crime- oder Drama-Serie. Dieser Autor hat sich in den vergangenen Wochen für euch durch zahlreiche Serien gekämpft und viel Gutes, Schlechtes und Mittelmäßiges dabei gesehen. Comedy macht heute den Auftakt einer kleinen Reihe über Serien, die es sich zu schauen lohnt. Immerhin 20 Serien weitab der mittlerweile allseits bekannten „Big Bang Theory“ und „How I met your Mother“ haben wir für euch aufgetan.

Die Auswahl in loser Reihenfolge:

The League

TheLeague

Sechs Freunde haben eigentlich nur eins im Kopf: ihre fitkive Football-Tipprunde. Dass darunter schon einmal das Beziehungsleben leiden muss oder sich Arbeit und Hobby vermischen, versteht sich dabei von selbst. Es geht schließlich um den Pokal und gekämpft wird mit allen Mitteln.

Men at Work

MenAtWork

Vier Freunde mit chaotischem Beziehungsleben und langweiligen Jobs erzählen aus ihrem Leben. Die Serie tut sich anfangs etwas schwer, die Erwartungen zu erfüllen, die man nach dem großen Vorbild „How I met your mother“ an sie stellt, punktet aber mit durchdachten Dialogen.

The Middle

TheMiddle

Liebenswürdige Comedy über eine chaotische Familie mit ihren unkonventionelle Eltern, die den amerikanischen Durchschnitt darstellen sollen. Erinnert vom Titel her nicht ganz zufällig an Malcolm in the Middle („Malcolm mittendrin“), erreicht nämlich ein ähnlich hohes Tempo. Und dazu gibt es ein Wiedersehen mit dem Hausmeister aus „Scrubs“, der diesmal den Familienvater spielt.

My Name is Earl

MyNameIsEarl

Tunichtgut Earl beschließt, dass er Gutes tun muss, damit ihm selbst mal etwas Schönes widerfährt. Karma eben. Er erstellt eine Liste mit allen schlechten Taten, die er jemals begangen hat, und will nun nach und nach alles wieder gut machen.

Modern Family

ModernFamily

Pseudo-Doku über die neue amerikanischen Durchschnittsfamilie. Hier kreuzen sich die Wege zweier ambitionierter Super-Eltern, die dann doch das meiste falsch machen, einem schwulen Paar mit Adoptivkind und dem Großvater, der seine neue Frau über eine Agentur kennengelernt hat.

It’s Always Sunny in Philadelphia

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Vier egozentrische Freunde, die ein wenig erfolgreiches Irish Pub in Philadelphia betreiben, geraten in jeder Folge aneinander und richten ein heilloses Chaos an. Muss man mögen – und sollte man unbedingt im englischsprachigen Original schauen.

Six Feet Under

SixFeetUnder

Comedy und Drama – Six Feet Under ist eigentlich beides. Zwei unterschiedliche Söhne erben das Bestattungsunternehmen ihres Vaters. Der Zuschauer bekommt dort im Stile von „Picket Fences“ und „Desperate Housewives“ allerhand Skurriles geboten.

Parks and Recreation

ParksAndRecreation

Leslie Knope hat es sich in den Kopf gesetzt, ihre Kleinstadt zu einem besseren Ort zu machen – mit Parks und Grünflächen. Im eigens dafür geschaffenen Amt Parks and Recreation setzt sie ihre Vision gegen alle Widerstände durch. Denn dass ihre Mitmenschen ihren Enthusiasmus für das Thema nicht teilen, versteht sich fast von selbst.

Orange is the new Black

Orange

Auch hier ein wenig Dramedy: Die Mittdreißigerin Piper muss für 15 Monate ins Gefängnis – weil sie vor mehr als zehn Jahren an einem Drogentransport beteiligt war. Der Alltag im Frauenknast verlangt ihr einiges ab. Die Erzählweise macht die Serie besonders und – wenn sie auch keine klassische Comedy ist – durchaus komisch.

Apartment 23

Apartment23

Wer hat schon einen Job, wenn er Mitte 20 ist? Partygirl Chloe versucht’s deswegen gar nicht erst und schlägt sich durch das verrückte Leben New Yorks allein durch Gelegenheiten. Ihre biedere neue Mitbewohnerin June erhält von Chloe dabei die eine oder andere Lektion fürs Leben.

Call me Fitz

Fitz

Richard Fitzpatrick ist ein Autoverkäufer ohne jegliche Moral. Eines Tages wird er dazu gezwungen, das Geschäft mit einem neuen Teilhaber weiterzuführen, der sich als sein Gewissen entpuppt. Durchaus originelle Idee mit einem verachtungswürdigen Hauptcharakter, gespielt vom 90er-Jahre-Teeniestar Jason Priestly („Beverly Hills 90210“).

Girls

Girls

Wem der Film „Frances Ha“ gefiel, das weibliche Gegenstück zum deutschen Drama „Oh Boy“, dem dürfte auch „Girls“ gefallen. Die Serie erzählt das Leben der 23-jährigen Hannah, der ihre Eltern plötzlich den Geldhahn zudrehen, und ihrer drei Freundinnen. Vier schrecklich normale junge Frauen Anfang 20, die sich den Problemen der Wirtschaftskrise und des Erwachsenwerdens stellen müssen.

The Big C

TheBigC

Cathy war jahrelang die gute Hausfrau und Mutter, bis sie eines Tages an Krebs erkrankt. Sie beschließt, die fatale Diagnose mit Humor zu nehmen und endlich über die Stränge zu schlagen.

Brooklyn Nine-Nine

BrooklynNineNine

Eine Comedy-Serie über eine verrückte Polizei-Truppe – kann das gut gehen? Im Falle von „Brooklyn Nine-Nine“ erstaunlicherweise ja, ohne dass der Humor ins Platte abdriften würde. Ein Überraschungshit.

Louie

Louie

Mittvierziger Louie schlägt sich als Standup-Comedian durch. Als er sich von seiner Frau scheiden lässt, muss er versuchen, sich wieder ins Leben zurückzukämpfen – was die neurotische Single-Welt da draußen ihm nicht leicht macht. Die halb-biografische Serie, mit der Comedian Louis C.K. seine eigene Scheidung verarbeitete, wurde mir als Mittel gegen Zynismus verschrieben. Zu Recht. Highlight: In Folge 3 der 1. Staffel demütigt der britische Comedian Ricky Gervais Louie in einer Gastrolle als Arzt.

Curb your Enthusiasm – Lass es, Larry

Curb-Your-Enthusiasm

Misanthrop Larry versucht auf Wunsch seiner Umwelt ein ganz zuvorkommender Mensch zu sein, tritt aber von einem Fettnäpfchen ins nächste. Die Serie stellt die Vorlage für die deutsche Adaption „Pastewka“ dar.

Bored to Death

BoredToDeath

Jonathan ist ein Schriftsteller, dem mangels Erfolgs das Geld ausgeht. Also beschließt er, mal eben Privatdetektiv zu werden. Irgendwas ergibt sich ja immer, und schon ist Jonathan mittendrin in seinem ersten Fall. Mit dem großartigen Jason Schwartzman.

Eastbound & Down

Eastbound

Kenny Powers war einst der Star der Major League, dann wechselte er von Club zu Club, seine Karriere als Baseball-Spieler siechte dahin. Die letzte Chance des Ekels, seine Selbstachtung wieder zu finden: in seiner kleinen Heimatstadt als Sportlehrer anzuheuern, aus den Schülern Vorzeigespieler zu machen – und mit seinem Jugenddate April anzubandeln.

Better Off Ted

BetterOffTed

Muntere, schwarze Komödie über eine chaotische Firma, die einfach alles herstellt, und ihren Boss Ted.

Extras

Extras

Bitterböse Serie über zwei Statisten, die so gerne eine Sprechrolle hätten, um endlich die wohl verdiente TV-Karriere zu starten. In jeder Folge spielt ein internationaler Star wie Ben Stiller, David Bowie oder Samuel L. Jackson sich selbst.

Bonus 1: Arrested Development

ArrestedDevelopment

Die Serie ist mir so oft empfohlen worden, dass ich das hier weitergeben muss, auch wenn mich die ersten Folgen selber nicht umgehauen haben. Humor ist eben unterschiedlich. Und gut gespielt ist die Star-besetzte Serie allemal.

Bonus 2: Ground Floor

Ground_Floor

Noch sehr frisch dabei und für eine Bewertung zu früh, aber die erste Folge hat richtig Spaß gemacht: „Ground Floor“ erzählt von einer Firma mit zwei unterschiedlichen Etagen. Die Handlanger, die es nie zu etwas bringen aber dafür Spaß haben, arbeiten im Erdgeschoss. Die Anzugträger im 1. Stock sind reich und machen Karriere, haben aber wegen ihres arbeitswütigen Chefs keine Freizeit. Auf einer Firmenfeier stürzen Brody aus dem 1. Stock und Jennifer aus dem Erdgeschoss zusammen ab. Könnte eine der Serien der Zukunft werden.

Natürlich können wir auch Serien wie Scrubs, How I Met Your Mother, Two and a half Men, The IT Crowd oder Big Bang Theory empfehlen, aber die laufen im TV ja ohnehin schon derart rauf und runter, dass jeder sie mal gesehen haben dürfte. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir natürlich nicht, das dürfte auch gar nicht möglich sein. Wir freuen uns aber sehr über weitere Ergänzungen. Danke an alle Tippgeber!

Der Winter wird lang. Wir hoffen, wir können ihn euch mit diesen Tipps ein wenig versüßen!

9 Kommentare zu “20 starke Comedyserien, die ihr vielleicht noch nicht kanntet

  1. Pingback: Too much information - Papierkorb - Guten Morgen
  2. tl;dr

    abe die fotos sagen doch alles: comedyserien sind zum selbstzweck geworden, man macht comedyserien nur noch um erfolgreiche comedyserien zu schreiben. wirklich authentisch wirkt nur curb your enthusiasm – ausgerechnet der filmemacher, der seinen eigenen alltag filmt.

    ich wünschte die serienwelt würde wieder näher an die reale welt heranrücken und die gesellschaft abbilden mit all ihren lustigen und dramatischen momenten. die besten geschichten schreibt das leben, und kein writer’s room.

    • Ach, das ist bei „Girls“ und „Louie“ doch schon der Fall, auch wenn die Meinungen da auseinander gehen. 😉 Und „Curb your Enthusiasm“ bildet doch auch nicht die Realität ab. Aber eine gute deutsche (!) Serie, die den Alltag in seiner ganzen Absurdität aufs Korn nimmt, das wär’s!

    • Ich bin derzeit bei Staffel 2, irgendwo in der Mitte. Ich mag diese Serie, weil sie teilweise herrlich verrückt, abgedreht und witzig ist.

      Dennoch kein absoluter Kracher. Ist eher leichte Kost. Aber es ist kein Trash, man kann es sich absolut ansehen.

    • Die erste Staffel fand ich wunderbar schräg, fast so gut wie die erste von My Name is Earl. Aber MItte der zweiten hab ich aufgehört… langweilig. Hätte ich bei My name is Earl auch machen sollen.

  3. Orange is the new black, hat sowas von überhaupt nichts mit Comedy zu tun. Das ist eine knallharte Frauenknastserie in der gemordet, vergewaltigt und intrigiert wird. Klar wird man durch den einen oder anderen Spruch aufgemuntert. Aber Comedy ist das nicht! Davon angesehen, ist diese Serie sehr zu empfehlen.

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