Ubeam: Kabellose Stromversorgung auf große Entfernung erstmals live vorgeführt

Ubeam verspricht ein Ende des Kabelsalats: Lampen, Fernseher und andere technische Geräte sollen auch auf größere Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt werden. Zweiflern trat das Startup nun erstmals mit einer erfolgreichen Demonstration entgegen.

Keine Stromkabel mehr im Haushalt, das wär’s doch! Endlich vorbei der Kabelsalat auf dem Schreibtisch, rund um Fernseher und Audiosystem oder der Wohnzimmerlampe. Es gibt nur ein Problem dabei: technisch ist das ziemlich schwierig. Geschafft haben die Technikkonzerne in den vergangenen Jahren gerade mal das kabellose Aufladen des Smartphone-Akkus, wenn man ihn auf eine Matte legt. Bisschen mau. Interessant deswegen, was das Startup Ubeam verspricht: kabellose Stromversorgung auch über mehrere Meter hinweg.

Ubeam: Kabellose Stromversorgung mit Ultraschall

Ubeam trat erstmals 2014 öffentlich auf den Plan. Ziel der Kalifornier ist ein drahtloses Laden von Smartphones, aber auch eine Versorgung von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik wie Fernsehern ohne lästige Kabel. Die Technik, die dafür genutzt werden soll: Ultraschall. Also praktisch Töne in einer derart hohen Frequenz, dass sie für Menschen und (die meisten) Tiere nicht mehr hörbar ist und die deswegen eine hohe Energiedichte aufweisen. In der Medizin seit über 100 Jahren ohne größere bekannte Nebenwirkungen angewendet. Klingt doch gut.

Klingt sogar etwas zu gut um wahr zu sein. Und weil Ubeam zwar viel versprach, aber bisher nichts Handfestes vorweisen konnte, mehrten sich zuletzt die Kritiker. Motto: fliegende Autos versprechen kann jeder, kommen werden sie sicher auch irgendwann. Aber zeigt doch erstmal, was ihr könnt, bevor ihr das Blaue vom Himmel herunterbetet!

Und das hat Ubeam jetzt getan. Oder zumindest einmal kurz vorgeführt, dass die prognostizierte Ultraschall-Ladetechnik zumindest prinzipiell funktioniert. Auf der Technikkonferenz Upfront Summit 2017 in Los Angeles führte Ubeam-Chefin Meredith Perry in einer kleinen Demonstration die Technik vor. Ein Smartphone mit einem dafür ausgestatteten Empfänger begann den Akku aufzuladen, als der Ubeam-Empfänger die Ultraschall-Frequenz aussendete:

Immerhin also: Die Technik funktioniert im Prinzip. Natürlich bleiben noch viele Fragen offen, unter anderem: über welche Entfernung funktioniert das, wie hoch ist die Energiedichte, welche Hardware braucht man dafür und wann ist das alles fertig? Meine Vermutung: nicht all zu bald und mit einer enttäuschenden Effizienz. Es dürfte erheblich länger dauern, sein Smartphone mit Ultraschall aufzuladen als mit bisher verwendeten Techniken wie Induktion, Magnetresonanz oder – nun ja – Ladekabel.

Eine Welt ohne Kabel und voller Ubeam-Sender

Will Ubeam eine ansprechende Geschwindigkeit beim Laden erreichen, müsste die Frequenz schon sehr hoch liegen. Bisher verwendet das Startup das für Menschen nicht mehr hörbare Spektrum zwischen 45 und 75 kHz, doch das dürfte nicht besonders ergiebig sein. In einer Welt allerdings, in der Ubeam-Sender an allen Ecken und Enden stehen, bräuchte man das auch nicht. Dann bezöge ein Smartphone praktisch Strom von allen möglichen Quellen, würde dauergeladen und bräuchte nur noch einen kleinen Akku.

Ubeam

Ubeam

Aber manchmal reicht es einem ja auch schon, über eine Technologie nur laut nachzudenken, um eine Bewegung anzustoßen. Mal sehen, wie kabellos unsere Zukunft in fünf bis zehn Jahren aussieht und wie Ubeam dann dasteht.

Bilder: Ubeam

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