Du möchtest dein Haus oder deine Wohnung mit Kameras und Sensoren stets im Blick behalten? Aber welches Smart-Home-Konzept ist das richtige für dich? Zumindest hat TP-Link mit seiner hauseigenen Tapo-Reihe eine reizvolle Komplettlösung parat. Viele der erhältlichen Geräte wie Überwachungskameras benötigen zwar nicht zwingend eine smarte Schaltzentrale, doch mit der Tapo H500 erweitert sich der Funktionsumfang deutlich. Nach unserem mehrwöchigen Praxistest möchten wir sie nicht mehr missen.
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Das ist die Tapo H500 All-in-One Smart Homebase
Die Tapo H500 lässt sich am besten als intelligente Steuerzentrale beschreiben. Sie ist in der Lage, bis zu 16 Tapo-Kameras und maximal 64 Sensoren zu kontrollieren. Aber auch Video-Türklingeln und Schalter bringst du mit der H500 zusammen. Letztlich ist die Homebase das Zentrum des Tapo-Ökosystems.
Dank Unterstützung des Smart-Home-Standards Matter kannst du das Gerät als Controller oder Bridge einsetzen, allerdings bietet die H500 weder Thread noch Bluetooth. TP-Link zufolge eignet sich die H500 gegenwärtig nur für Matter-kompatible Lampen und Stecker (Steckdosen), nicht aber beispielsweise für Sensoren anderer Hersteller. Das liegt wohl daran, dass die H500 bisher nur auf Matter 1.1 ausgelegt ist. In Samsung Smartthings oder Apple Home lässt sich die Homebase integrieren.

Möchtest du vorrangig im Tapo-Universum bleiben und die reichhaltige Auswahl an Sensoren und Kameras verwenden, lässt die Tapo H500 ihre Muskeln spielen. Besonderes Highlight ist die Tatsache, dass du Aufnahmen der Videokameras lokal speichern darfst. Ein 16 GB großer eMMC-Speicher ist integriert, alternativ baust du eine 2.5“-Festplatte (oder SSD) mit bis zu 16 TB Kapazität ein. Die Daten sind freilich verschlüsselt (128-Bit, TLS 1.2). Du benötigst also kein Abo für Cloud-Dienste, das TP-Link-eigene Tapo Care ist also optional.
Technische Daten: Tapo H500
| Unterstützung: | Bis 16 Tapo-Kameras/Videotürklingel, bis 64 Sensoren; Matter- und ONVIF-kompatibel |
| Speicher: | Integriert: 16 GB eMMC Erweiterbar: 1x 2,5″-SATA HDD/SSD bis 16 TB |
| Netzwerk: | Wi-Fi: 5 GHz (Router), 2,4 GHz (Kameras); Sub-1 GHz (EU: 863-868 MHz); 1x Ethernet (10/100 Mbps) |
| Anschlüsse: | 1x HDMI (Live-View), 1x USB-A (Daten), 1x USB-C (Laden), 1x DC-Strom |
| Audio/Alarm: | 110 dB Sirene, Zwei-Wege-Audio (Lautsprecher & Mikrofon) |
| KI-Funktionen: | Lokale Verarbeitung: Gesichts-/Personen-/Tier-/Fahrzeugerkennung |
| Sicherheit: | 128-Bit AES-Verschlüsselung mit SSL/TLS |
| Abmessungen: | 160,2 x 98,82 x 83,21 mm |
Gute Idee: Einfache und ältere (sowie kompatible) Überwachungskameras von TP-Link erhalten KI-Funktionen wie eine verbesserte Bewegungserkennung von Menschen, Fahrzeugen oder Autos. Den Kameras wird also mit der H500 ein KI-Upgrade spendiert, sogar mit einer Erkennung bekannter und fremder Gesichter.

Spannend ist, dass der vorhandene HDMI-Port den Anschluss eines Monitors, Tablets oder Fernsehers erlaubt. Auf diese Weise kannst du mehrere Kameras auf einem Bildschirm überwachen. Maximal vier Livestreams unterstützt die Tapo H500. Einen Tablet-Halter direkt an der Basisstation gibt’s auch, via USB-C versorgst du das verbundene Display mit Energie.

Weitere Besonderheiten der Tapo H500
- Integrierte Alarmfunktion mit 110db-Sirene: Schaltet sich auf Wunsch automatisch ein, sobald sich Unbekannte nähern
- Türklingel-Sprachruf: Homebase verfügt über ein fest verbautes Mikrofon und einen Lautsprecher für 2-Wege-Kommunikation (über eine smarte Türklingel, zum Beispiel)
- USB-Type-A-Anschluss: Dank USB-Sharing sind USB-Geräte im gesamten Netzwerk erreichbar
Wichtig zu wissen
Nur über das 5-GHz-WLAN-Netz oder Ethernet baust du eine Verbindung zwischen Router und Tapo H500 auf. 2,4 GHz ist wiederum ausschließlich für die verbundenen Geräte wie Wi-Fi-Kameras gedacht. Über das Sub-1-GHz-Netz (864.35MHz, 868.35MHz) kommuniziert der Hub unter anderem mit den Sensoren.
Tapo H500: Installation und Einrichtung
Während alle aktuellen Tapo-Kameras auch autonom funktionieren, hast du bei den Sensoren keine Wahl: Du brauchst eine Basisstation. Die H500 ist gewissermaßen das Spitzenmodell von TP-Link, das die größte Anzahl an Sensoren gleichzeitig verwalten kann. Der Tapo H200 Hub oder der Tapo H100 Hub bieten einen teils deutlich geringeren Funktionsumfang. Und gerade dann, wenn du große Datenmengen wie die Aufnahmen deiner Kameras sichern möchtest, ist die H500 die beste Wahl.

Schön gelöst ist die simple Einrichtung via Tapo-App. Wähle die Homebase aus, entscheide dich für WLAN oder LAN und folge den Anweisungen. Das obligatorische Herunterladen der neuesten Firmware fehlt natürlich nicht.



Ist die H500 nach ein paar Minuten einsatzbereit, kannst du weitere Maßnahmen ergreifen. Zwar besitzt die Homebase besagte 16 GB eMMC-Speicher, doch langfristig empfiehlt sich eine Festplatte. Diese lässt sich innerhalb von ein, zwei Minuten dank eines versteckten und leicht erreichbaren Einschubs einsetzen.
Dreh- und Angelpunkt ist stets die Tapo-App, in der du dein Zuhause mit Räumen erstellst und Kameras, Sensoren sowie Zubehör entsprechend zuordnest. Weitere Geräte fügst du hinzu, indem du sie in einer umfangreichen Liste auswählst oder automatisch erkennen lässt. Nahezu alles lässt sich in Automatisierungen miteinander kombinieren.



Möchtest du mit der Tapo H500 dein Smart Home „aufbauen“, überfordert dich das Konzept von TP-Link zu keiner Zeit. Die App erklärt alle Features und nimmt dich an die Hand – das ist sehr angenehm, speziell für Einsteiger:innen.
Wir installieren für den Praxistest eine Reihe an Sensoren, genauer den Tapo T300 Wasserlecksensor, den Tapo T110 Tür-/Fensterkontakt, den Tapo T310 Temperatur-/Luftfeuchtesensor, den Tapo T100 Bewegungssensor, den Tapo 315 Temperatur- und Feuchtigkeitsmonitor und zwei Tapo P110 Schaltsteckdosen.
Ebenfalls nutzen wir zwei Überwachungskameras, die Tapo C260 und die Tapo C246D. Die Inhalte lassen wir von der H500 auf eine betagte, aber noch voll funktionsfähige 150-GB-Festplatte eines Markenherstellers sichern.


Über mehr als 8 Wochen verwenden wir sämtliche Sensoren, speichern Videoaufnahmen und testen sowohl die H500 als auch die anderen Geräte auf ihre Alltagstauglichkeit.
Alles in allem lässt sich nach dieser Zeit sagen, dass nicht nur die Tapo H500 einen stimmigen Eindruck hinterlässt, sondern das gesamte Tapo-Ökosystem. Die Produkte fühlen sich sehr wertig an und liefern unserer Auffassung nach zuverlässig die gewünschten Ergebnisse. Das beweisen auch die gemessenen Sensordaten oder die Videoaufnahmen.



Wir testen ebenso die Alarmanlagen-Funktionalität: Ein Bewegungssensor und zwei Kameras genügen in unserem Fall, um ein Ferienhaus komplett zu überwachen – die Fernsteuerung erfolgt über eine 5G-Verbindung mittels der Fritzbox 6860 5G. Bei Bedarf kannst du die enorm laute Sirene der H500 erklingen lassen. Oder du lässt dich still benachrichtigen.
Schön sind weitere Komfortfunktionen wie der USB-Zugriff. Ist ein USB-Stick oder eine externe Festplatte mit der H500 verbunden, kannst du den Datenträger im Netzwerk freigeben – wie bei einem NAS. Auf jeden Fall ein Mehrwert für alle, die mehrere Kameras einsetzen wollen, ist das Unified Monitoring. Auf einem Monitor oder TV-Gerät schaust du die Aufnahmen der Kameras live an. TP-Link nennt dies HDMI-Spiegelung, die bietet aber noch mehr. Darunter anpassbare Bedienfelder (für die App) und zum Beispiel Uhrenanzeigen. So kannst du dir eine vollständige Überwachungsanlage erschaffen.
Was auch ganz klar ist: Bleibst du im Tapo-„Universum“ und genügen dir die erhältlichen Sensoren, Schalter, Lampen und Kameras von TP-Link, vermisst du nichts. Trotz simpler Bedienung ist der Funktionsumfang erstaunlich. Während unseres Testzeitraums kommen weitere Elemente hinzu, unter anderem die verbesserte Verbindung zu anderen Matter-Geräten.


Die sogenannte KI-Ermächtigung ist clever gelöst: Tier-, Fahrzeug- und Gesichtserkennung führt die H500 lokal aus. Du entscheidest selbst, welche Kamera die intelligentere Erkennung nutzen soll. Bekannte Gesichter, etwa die deiner Familie, lassen sich merken. So löst die Alarmanlage nicht fälschlicherweise aus.
Bei unseren Versuchen funktioniert dies überraschend zuverlässig und flott. Wer mag, vergleicht die KI der H500 mit der KI, die manche Tapo-Kameras wie die C246D von Haus aus mitbringen. Wir können bei der Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit keine nennenswerten Unterschiede feststellen.
Fazit: Gelungene Homebase für dein Smart Home
Nach einigen Wochen mit der Tapo H500 und dazugehörigem Zubehör möchten wir auf die Smart Homebase sehr ungern verzichten. Schon bei der Installation entsteht nach ersten Minuten ein „aha“-Gefühl, denn sofort erschließen sich die wichtigen Optionen der H500. Es folgten die völlig unkomplizierte Einrichtung der Sensoren, der Einbau der Festplatte und das Konfigurieren der Kameras. Expert:in musst du dafür wirklich nicht sein.

Auch im Verlauf vernehmen wir keine Ausfälle oder Schwierigkeiten bei der Erreichbarkeit der verbundenen Geräte. Im Gegenteil: Die H500 serviert dir stets die aktuellen Statistiken und erlaubt dir jederzeit das unkomplizierte Abrufen aufgenommener Videos. Dass du auf der H500 liegende Inhalte nicht direkt auf dein Smartphone herunterladen kannst, sobald du dich in einem anderen WLAN befindest – geschenkt! Viel zu kritisieren gibt’s an der Homebase nicht.
Wobei: Es ist bedauerlich, dass die Tapo H500 auf Thread verzichtet und sich bei Matter-Produkten (vorerst?) auf Schalter und Lampen beschränkt. Als eierlegende Wollmilchsau-Schaltzentrale fürs Smart Home kannst du die Homebase also nicht bezeichnen. Doch da sie sich in bestehende Systeme integrieren lässt und gerade bei Kameras und Sensoren ihre Stärken ausspielen kann, dürfte das für die meisten Anwender:innen irrelevant sein.
Alles in allem lässt sich klar sagen, dass die Tapo H500 auch aufgrund des attraktiven Preises eine starke Schaltzentrale ist, die sich im Alltag keine Blöße gibt. Saubere Software, zig Features, genügend Möglichkeiten zum „Experimentieren“ und eine große Vielfalt an Tapo-Produkten – was will man mehr? Die Tapo H500 ist der ideale Einstieg in die Welt des Smart Home, möchtest du dein Hab und Gut mithilfe von Sensoren und Kameras überwachen. Dank Matter und künftig ONVIF (für IP-basierte Kameras) bist du auch ohne Thread auf der zukunftssicheren Seite.
Die Tapo H500 ist auch bei Euronics erhältlich.
- Sehr einsteigerfreundliches Konzept
- KI-Bewegungserkennung
- Lokale Speicherung von Kamera-Aufnahmen
- Kein Abo nötig
- Großer Funktionsumfang
- Kein Thread