Brauchst du eine Überwachungskamera, willst oder kannst aber keine Kabel verlegen, dann kommt das Tapo C675D Kit ins Spiel. Zum Lieferumfang gehört ein kleines Solarpanel, das die Kamera mit Energie versorgt. Aber auch längere Schlechtwetterphasen lassen sich problemlos ohne Steckdose in der Nähe überstehen. Einen kleinen Nachteil im Vergleich zum Beispiel zur ähnlich gearteten Tapo C575D gibt’s allerdings…
Das Wichtigste in Kürze
Das bietet die Tapo C675D Kit
Oftmals sollen Überwachungskameras in Gebäuden zum Einsatz kommen, wo sich nicht auf die Schnelle Kabel für Internetverbindung und Strom an Wänden oder Decken anbringen lassen. Hier schaffen Lösungen mit Solar Abhilfe. Vorausgesetzt, am Ort der Montage scheint auch regelmäßig die Sonne. Das Tapo C675D Kit bietet neben einem kompakten Panel aber noch mehr: Im Inneren steckt ein 10.000 mAh großer Akku, der vom Solarpanel oder bei Bedarf von einer Powerbank mit Energie gefüllt werden kann. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die Kamera lässt sich ohne Kabelei betreiben – abgesehen von der Verbindung zwischen C675D und dem Solarpanel mit einer Nennleistung von 4,5 Watt.

TP-Link zufolge hält alleine der Akku bis zu drei Monate durch. Alternativ benötigt das Tapo C675D Kit im Optimalfall zirka 90 Minuten direkte Sonneneinstrahlung, wünschst du dir eine vollständige Überwachung für den gesamten Tag.
In Anbetracht der weiteren Funktionen ist diese „Ausdauer“ beachtlich: Der Hersteller verbaut gleich zwei Kameras – ein festes Ultraweitwinkelobjektiv mit 169 Grad Sichtfeld sowie ein zweites Objektiv, das sich um 360 Grad schwenken und um bis zu 128 Grad neigen lässt.

Darüber hinaus verfügen beide Objektive über eine 4K-Auflösung, einen etwa fünffachen Zoom (Teleobjektiv) sowie einen 18-fachen digitalen Zoom. KI darf freilich nicht fehlen, die bei der Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Haustieren zum Einsatz kommt. Diverse Komfortfunktionen wie definierbare Aktivitätszonen sowie Objektfilter und ein intelligentes Verfolgen sich bewegender Motive gehören bei der Tapo C675D zum guten Ton.
Apropos: Dank Mikrofon und Lautsprecher ist eine 2-Wege-Kommunikation vorhanden. Zusätzlich kannst du das Tapo C675D Kit als Sirene bzw. Alarmanlage zweckentfremden. Infrarot sorgt für eine Schwarz-Weiß-Nachtsichtfunktion, alternativ schaltest du die vorhandenen LEDs für farbige Nachtaufnahmen ein.

Löblich: Nutze eine microSD-Speicherkarte bis 512 GB für eine lokale Speicherung. Auch kannst du die C675D Kit in ein vorhandenes Tapo-Smart-Home mit der Homebase H500 oder der H200 integrieren. Dann kann die Kamera ebenfalls lokal Daten auf einer Festplatte sichern. Oder du entscheidest dich für das kostenpflichtige Tapo Care, den Abo-Dienst von TP-Link. Der erlaubt eine Speicherung der Videos im Internet.
Den Smart-Home-Standard Matter bekommst du nur über eine vorhandene Tapo H500, Apple Home unter anderem indirekt über den Home Assistant. Die Standards werden nicht nativ unterstützt, Alexa oder Google Home dagegen schon.
Gut zu wissen: Voraussetzung ist ein WLAN-Netz mit 2,4 GHz oder 5 GHz – mehr brauchst du für den Start nicht.
Technische Daten Tapo C675D Kit
| Auflösung: | 4K pro Linse, 3840 × 2160 Pixel, 15 fps |
| Bildsensoren: | 2 × 1/2,7″-CMOS |
| Objektive: | Festes Ultraweitwinkelobjektiv und motorisiertes Teleobjektiv |
| Brennweiten / Sichtfelder: | Fest: 2,53 mm, F1.6, 169° diagonal; PTZ: 6,0 mm, F1.6, 48° diagonal |
| Schwenk-/Neigebereich: | Pan 360°; Tilt 128° |
| Zoom: | Bis zu 18-facher Digitalzoom, etwa 5-facher optischer Zoom über das Teleobjektiv |
| Nachtsicht: | Infrarot-Nachtsicht bis 30 m, Farbnachtsicht mit Spotlights |
| KI-Funktionen: | Personen-, Haustier- und Fahrzeugerkennung, Bewegungserkennung, Aktivitätszonen und automatische Verfolgung; Benachrichtigungen ohne Pflicht-Abo |
| Audio: | Zwei-Wege-Audio, Mikrofon, Lautsprecher, Sirene sowie Rot-Blau-Warnleuchten zur Abschreckung |
| Speicher: | microSD-Karte bis 512 GB, optionaler Cloudspeicher und Hub-Anbindung |
| Netzwerk: | WLAN im 2,4- und 5-GHz-Band; kein Ethernet- oder PoE-Anschluss |
| Stromversorgung: | 10.000-mAh-Akku und 4,5-W-Solarpanel |
| Wetterfestigkeit: | IP65 |
| Montage | Wand-, Decken- oder Mastmontage; Solarpanel separat ausrichtbar |
Einrichtung und Konfiguration: Mehr Planung, wenig Komplikationen
Du solltest dir schon vor dem Kauf im Klaren darüber sein, wo du die Kamera montieren und das Solarpanel anbringen möchtest. Für die Einrichtung des Tapo C675D Kit empfiehlt es sich dennoch, sie erst einmal ganz regulär aufzuladen und zu konfigurieren. Das ist eh sinnvoll, da auf der vor Wind und Wetter geschützten Rückseite für drei Sekunden der Power-Button fürs Herstellen der Verbindung zum Router gedrückt werden muss. An dieser Stelle kannst du bei Bedarf gleich eine Speicherkarte einsetzen.



Steht die Verbindung zum Router, geht es an die Montage. Die nötige Tapo-App führt dich sehr angenehm durch die Konfiguration und erklärt zudem wichtige Details wie die Tatsache, dass du das Tapo C675D Kit nicht hinter einer Glasscheibe anbringen solltest.
Wichtig sind die Aspekte, die du beim Verbinden mit dem Solarpanel beachten solltest. Zum Lieferumfang gehört ein Verlängerungskabel, sollen sich Panel und Kamera an unterschiedlichen Orten befinden. Ist dann das Kabel zu lang, nutzt du den vorhandenen Kabelbinder. Die Anschlüsse sind wasserdicht.
Sehr aufschluss- und hilfreich sind die abschließenden Tests, mit denen du den Erfassungsbereich des Tapo C675D Kit überprüfst. Letztlich ist aber entscheidend, was du mit beiden Objektiven siehst.
Wie du das Tapo C675D Kit montierst, ist komplett dir überlassen: Wand, Traufe, Befestigung an einem Pfosten – nahezu alles ist möglich. Passende Schrauben und Halterungen für Kamera sowie Solarpanel liegen in der Packung. Gegenüber anderen Tapo-Kameras, beispielsweise der Tapo C575D, lässt sich das Bild der beiden Kameras softwareseitig nicht um 180 Grad drehen. Die Cam einfach so hinstellen ist zwar möglich, aber damit unpraktisch.



Die Installation des Solarpanels ist kein Hexenwerk und unkompliziert gelöst. Kabel an Kamera stecken, fertig. Achten solltest du nur darauf, dass genügend Sonnenlicht auf die Kollektorfläche fällt und der Neigungswinkel zwischen 35 und 45 Grad liegt.
Zu Testzwecken platzierten wir Kamera und Panel auf dem Dach eines Gartenschuppens, auf das die Sonne auch ausreichend strahlt. Dank der Bohrschablonen und der Anleitung sollten Laien das Tapo C675D Kit schnell installiert haben. Bei uns dauerte dies nur wenige Minuten.
Tapo C675D Kit im Praxistest
Es ist schon erstaunlich, welche Vorteile eine 4K-Auflösung bei Überwachungskameras bietet. Nicht nur bei guten Lichtverhältnissen kann die Bildqualität überzeugen, sondern auch bei Nachtaufnahmen. Mithilfe von Infrarot und auf Wunsch den fest verbauten LEDs erhältst du sogar bei Dunkelheit kontrast- und detailreiche Aufnahmen geboten. Dazu gesellt sich ein optischer Zoom, der zusammen mit dem digitalen Zoom weiter entfernte Objekte qualitativ gut „heranholt“. Für eine solche Sicherheitslösung ist das mehr als ausreichend.

Trotzdem fällt auch auf: Ohne eine dauerhaft sichergestellte Stromversorgung musst du dich mit kleinen Kompromissen arrangieren. Videos werden in maximal 15 Bildern pro Sekunde aufgenommen, ferner erfolgt die Überwachung in Bildintervallen zwischen 1 und 60 Sekunden. Das spart Energie, flüssige Videos gibt’s so allerdings nicht.
Dafür überzeugt uns die wirklich gute Akkulaufzeit, die sich dank des Solarpanels weiter verlängern lässt. Bist du daheim und die Kamera ausgeschaltet, lädt der Akku bei Sonne auf – und du hast wieder Energie für viele weitere Tage. Wir mussten das Tapo C675D Kit während unseres mehrwöchigen Praxistests kein einziges Mal aufladen.

Bezogen auf den Funktionsumfang gibt sich das Tapo C675D Kit keine Blöße und bietet im Grunde die gleichen wesentlichen Elemente wie die Tapo C575D mit ihrer Dual-Kamera. Stark ist die Bildabdeckung durch beide Objektive und den Dreh- und Neige-Mechanismus. Objekte verfolgt sie auf Wunsch automatisch. Menschen, Tiere und Fahrzeuge erkennt sie routiniert. Bei zu vielen sich im Wind bewegenden Objekten (Bäume, Sträucher etc.) solltest du den Erkennungsbereich anpassen. Das geht bequem in der übersichtlich aufgebauten und sofort verständlichen App.
Was positiv hervorzuheben ist: Das Tapo C675D Kit setzt kein kostenpflichtiges Abo voraus. Es genügt eine microSD-Speicherkarte oder der (von uns empfohlene) Tapo H500 Hub für eine lokale Sicherung. TP-Link schränkt dich nicht ein, wenn du dich gegen die cloudbasierte Lösung Tapo Care entscheidest. Sicher, sie bietet Vorzüge wie die externe Speicherung und längere Verfügbarkeit der Videos, aber wir verstehen sie mehr als Ergänzung statt Notwendigkeit für einen zuverlässigen Betrieb.


Es überrascht uns dagegen, dass die Tapo C675D nur über IP65 zertifiziert ist und der Temperaturbereich –20 bis 45 Grad Celsius abdeckt. Hier hat die C575D die Nase vorn. Auch gibt’s kein Wi-Fi 6, Matter sowie Apple Home. In Anbetracht des Preises hätten wir uns ein klein wenig mehr gewünscht. Aber: Das ist die typische Kritik auf hohem Niveau, denn an cleveren Überwachungsfunktionen, einer erstklassigen Verarbeitungsqualität und einer überzeugenden Bedienung auch aus der Ferne hapert es nicht.
Fazit: Diese Außenkamera macht dich unabhängig(er)
Keine Lust auf Kabelsalat, aber dein Eigentum möchtest du vor Kriminellen schützen? Dann ist das Tapo C675D Kit der richtige Kandidat, der mit ihrem Dual-Kamera-Konzept, dem ausdauernden Akku, dem Solarpanel und der hervorragenden Ausstattung keine Wünsche offenlässt. Die Sicherheitskamera verdient sich eine Kaufempfehlung.
Doch wo ist der Haken? Wir bedauern es, dass das Bild beider Objektive nicht um 180 Grad gedreht werden kann und sich TP-Link noch etwas schwer mit Matter und Apple Home tut. Doch das dürfte für die meisten Käufer:innen irrelevant sein, zumal das Tapo C675D Kit sogar ohne Hub und komplexe Smart-Home-Konfigurationen auskommt. Für den vollen Funktionsumfang benötigst du nur WLAN. Leichter kann der Einstieg kaum sein.

Mit dem Tapo C675D Kit beweist TP-Link einmal mehr, dass der Hersteller technisch sehr ausgereifte und professionell verarbeitete Sicherheitskameras produzieren kann. Benötigst du genau diese Unabhängigkeit vom Strom- oder Ethernet-Kabel, wird dich diese Kamera begeistern.
- Großer Funktionsumfang
- Zwei 4K-Kameras und hoher Betrachtungswinkel
- Unabhängig von Kabel dank Akku und Solarpanel
- Bilder der Kameras lassen sich softwareseitig nicht drehen
- Von Haus aus nicht mit Matter und Apple Home kompatibel