Tapo C260 KI-Sicherheitskamera im Test: Überraschend moderner Beschützer

4K-Auflösung, Schwenk- und Neigefunktion, KI-Unterstützung – die Tapo C260 ist eine richtig gute und kompakte Sicherheitskamera. Sogar ohne Abonnement.

Tapo C260 KI-Sicherheitskamera im Test: Überraschend moderner Beschützer
Attraktiv, unauffällig und hochwertig - das ist die Tapo C260. (Foto: Sven Wernicke)

Sie sieht ein wenig wie ein Straußenei aus, enthält allerdings zeitgemäße und vor allem spannende Technik: Die Tapo C260 ist eine hochwertige Überwachungskamera, die vor allem eines verdeutlicht: Auch in diesem Bereich hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.

Du erhältst nicht nur eine 4K-Auflösung, sondern auch eine clevere Gesichtserkennung und andere nützliche „Spielereien“. Dazu gesellt sich ein ausgereiftes System des Herstellers, das sogar eine lokale Speicherung aufgenommener Inhalte unterstützt. Das ist schon eine Menge für recht wenig Geld.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tapo C260 ist eine kompakte, preisgünstige und zugleich leistungsstarke Überwachungskamera für Innenbereiche.
  • Auf Wunsch kannst du Inhalte lokal speichern und KI für die Bewegungserkennung verwenden.
  • Bei schwächerem Licht werden die Aufnahmen etwas pixelig, sonst aber überzeugt die Kamera auf ganzer Linie.

Das ist die Tapo C260

Die Tapo C260 ist eine Überwachungskamera für den Innenbereich. Du kannst sie an einer beliebigen Stelle platzieren oder dank des mitgelieferten Montagezubehörs auch an der Wand anbringen. Aufgrund der kompakten Ausmaße dürfte sich fast überall ein geeigneter Ort finden lassen. Im Zweifel versteckst du sie im Bücherregal oder auf einem Schrank.

Du kannst die Tapo C260 bei Bedarf an der Decke befestigen. Passendes Zubehör gibt's dazu. (Foto: Sven Wernicke)
Du kannst die Tapo C260 bei Bedarf an der Decke befestigen. Passendes Zubehör gibt’s dazu. (Foto: Sven Wernicke)

Der 1/2,7 Zoll große CMOS-Sensor erlaubt dank 8 Megapixeln Auflösungen bis 3840 x 2160 Pixel (4K), für Nachtsicht sind 850-nm-IR-LEDs zuständig. Die schaffen eine Entfernung von bis zu 12 Metern. Regulär unterstützt die Tapo C260 einen 18-fach digitalen Zoom und bis zu 25 Bilder pro Sekunde.

Sehr praktisch ist die Schwenk- und Neigefunktion. Du kannst somit Räume 360 Grad horizontal und 116 Grad vertikal überwachen. Spannend ist auch, dass der Hersteller TP-Link das Ausführen lokaler KI-Funktionen wie Gesichts- und Ereignis-Erkennung integriert. Hierfür ist kein Zugriff aufs Internet oder ein Abo nötig.

Der Speicherkarten-Slot befindet sich auf der Rückseite der Linse. (Foto: Sven Wernicke)
Der Speicherkarten-Slot befindet sich auf der Rückseite der Linse. (Foto: Sven Wernicke)

Weitere Highlights der C260 sind eine physisch verdeckbare Linse zum Schutz der Privatsphäre und die Möglichkeit, Aufnahmen auf eine microSD-Speicherkarte (maximal 512 GB) oder einen eigenen NAS zu sichern. Du bist also nicht auf einen Cloud-Dienst angewiesen.

Unterstützung für Alexa, Google Home und Samsung Smartthings gibt’s bei der Tapo C260 auch. Gut zu wissen: Da die Sicherheitskamera auf Wi-Fi setzt, muss sie „nur“ mit deinem Router verbunden sein, zusätzliche Hardware ist nicht erforderlich. Optional tritt sie auch in Kontakt mit einer Tapo-Basisstation fürs Smart Home, etwa dem Tapo H500 Smart Hub. Der erlaubt dann die Verwaltung von bis zu 15 Kameras und 64 Sensoren.

Technische Daten Tapo C260

Auflösung:4K 8MP (3840 × 2160 px), 15/20/25 fps 
Sichtfeld:109.6° diagonal, 91.5° horizontal, 46.1° vertikal
Pan/Tilt:360° horizontal, 116° vertikal
Nachtsicht:Bis 12 m (850 nm IR-LEDs)
Objektiv:1/2,7“ Progressive Scan CMOS Starlight Sensor, F1.6, 18x digitaler Zoom
KI-Funktionen:Gesichtserkennung, Person/Haustier/Fahrzeug-Erkennung, Babyschrei, Bewegungstracking, Glasbrucherkennung
Speicher:microSD bis 512 GB, optional Cloud (Tapo Care)
Audio:Zwei-Wege-Audio mit Mikrofon und Rauschunterdrückung, 90 dB Sirene
Netzwerk:Wi-Fi 802.11a/b/g/n (2,4/5 GHz)
Strom:5V DC, 2,5 W typisch, 8,65 W max.
Abmessungen:74,6 × 88,7 × 118,9 mm, 210 g 
Montage:Tisch/Decke/Wand 
Integration:Alexa, Google Assistant, SmartThings, Tapo

Einrichtung und Konfiguration: Viele Möglichkeiten

Die Installation der Tapo C260 ist ein „Kinderspiel“. Mithilfe der Tapo-App nimmst du die Einrichtung vor. Nach nur wenigen Schritten ist die Verbindung zum WLAN-Router und damit dem Internet aufgebaut. Einen Ethernet-Port besitzt die Kamera nicht.

Die Konfiguration und Individualisierung mag Laien zu Beginn etwas überfordern, denn die C260 besitzt etliche Features. Die 360-Grad-Bewegungsverfolgung (horizontal), die intelligente KI-Erkennung für Personen oder Haustiere und zig weitere Optionen müssen erst einmal entdeckt und ggf. ausprobiert werden. Andererseits muss man auch klar sagen: TP-Link legt viel Wert auf eine übersichtliche Darstellung und eine generell leicht zu bedienende, aufgeräumte App.

Die C260 weist dich immer wieder darauf hin, dass die Gesichtserkennung ausschließlich lokal erfolgt, also keine möglicherweise sensiblen Daten auf fremden Servern landen. Das gilt auch für das Speichern von Videoaufnahmen. Indem du das Kameraobjektiv nach oben schiebst, offenbart sich ein microSD-Kartensteckplatz für Karten bis 512 GB. Eine mindestens 8 GB große solltest du zu Beginn einlegen, um Videos ohne Cloud-Anbindung sichern zu können.

Die C260 erlaubt eine automatische Verfolgung von sich bewegenden Objekten, ebenfalls erkennt sie auf Wunsch Fahrzeuge, Haustiere, (fremde und bekannte) Personen oder eine Manipulation der Kamera. Zum Beispiel, wenn diese bewegt wird. Dank eines Mikrofons lässt du feststellen, wenn ein Baby weint, Glas zerbricht und ein Haustier bellt oder miaut. Die KI kann bei Bedarf selbständig an das Geschehen heranzoomen, damit du Details besser erkennst.

Neben einem physischen Privatsphäre-Modus (Linse verdecken) kannst du auch private Areale definieren, in die sich die Kamera nicht bewegen oder etwas aufnehmen darf. Der Nachtmodus mit seinem Infrarotlicht schaltet sich bei schlechten Lichtverhältnissen selbständig ein, ausführliche Anpassungen gibt es nicht bzw. sind nicht nötig.

Du hast zwei Möglichkeiten, die Inhalte der C260 zu begutachten: Direkt über die Tapo-App am Smartphone oder über eine verbundene Basisstation wie die H500 am Monitor oder TV. Mit einer Smart Base darfst du auch Aufnahmen mehrerer Kameras gleichzeitig anschauen und dir auf diese Weise eine komplette Überwachungszentrale aufbauen. Die C260 ist dann der Teil einer größeren Anlage.

Tapo C260 im Praxistest

Vielleicht liegt es an der knuffigen Optik, vielleicht aber  an den gebotenen Features: Die Tapo C260 schließt du schnell ins Herz. Das Gerät ist hochwertig verarbeitet, die App bietet einen stimmigen Funktionsumfang. Wir platzieren die Kamera zu Testzwecken unter anderem in unserer Wohnung und in unserem Garten. Verbunden ist sie mit dem heimischen WLAN-Netz und eingesteckter Speicherkarte. Ebenfalls testen wir ihr Verhalten mit einer H500 Basisstation und einer weiteren Cam, der Tapo C246D. In beiden Fällen gibt es keine Probleme bei der Einrichtung sowie der Verwendung.

Was uns besonders gut gefällt, das sind unter anderem das flotte Erkennen von Personen, auch dank der integrierten KI-Funktion. Ebenfalls kannst du bequem am Smartphone Videoverläufe abrufen, bearbeiten und dauerhaft speichern, genauso Schwenk- und Neig-Verhalten der Kamera nach eigenen Vorstellungen anpassen. Theoretisch ist es möglich, über die Videokamera mit einer Person im Raum zu „telefonieren“. Ob du das praktisch nutzen wirst, sei dahingestellt.

Aufgefallen sind uns zwei Aspekte: Der Ton der Videos ist von schlechter Qualität, die C260 verzichtet auf höherwertigere Mikrofone. Trotz 4K-Auflösung wirken die 4K-Aufnahmen gerade bei schlechteren Lichtverhältnissen relativ pixelig. Das ist zwar etwas bedauerlich, aber: Wir reden hier über eine Überwachungskamera – und dafür sind die Resultate vollkommen in Ordnung und völlig ausreichend. Schön wiederum sind die flüssigen Aufnahmen dank der 25 Bilder pro Sekunde.

Alles in allem empfinden wir die C260 als unauffällige, leistungsstarke Überwachungskamera für den Indoor-Bereich.

Lokale Speicherung vs. Abo

Eigentlich kannst du problemlos selbst herausfinden, ob für dich ein Abo mit Cloud-Speicherung infrage kommt. Denn TP-Link bietet Käufer:innen eine 30-tägige Testmitgliedschaft von Tapo Care an. Die punktet mit einem unbegrenzten, verschlüsselten Cloud-Speicher für 30 Tage, detaillierteren Benachrichtigungen, Video-Zusammenfassungen, Wochenberichten, einer intelligenteren Sortierung und Schnappschuss-Fotos für private Zwecke. Das alles gibt’s ab rund 33 Euro pro Jahr für ein Gerät, bei mehreren Kameras wird’s teurer. Etwas günstiger ist Tapo Care Basic mit einem 7-Tage-Cloud-Speicher.

Die lokale Speicherung ist dank Speicherkarte oder Anbindung zu einer Smart Home Base möglich. (Screenshot)
Die lokale Speicherung ist dank Speicherkarte oder Anbindung zu einer Smart Home Base möglich. (Screenshot)

Tapo Care erlaubt dir eine 24/7-Speicherung aller Aufnahmen, während die alleinige Verwendung einer Speicherkarte dagegen nur so lange speichert, bis die Karte voll ist. Danach werden Inhalte, zum Beispiel vom Vortag, überschrieben. Allerdings musst du nicht mit Folgekosten rechnen.

Welcher Ansatz für dich der bessere ist, musst du letztlich für dich entscheiden. Dass dir TP-Link aber die Wahl lässt, ist löblich, gut und wichtig. Denn für viele Privatanwender:innen könnte die Speicherkarten-Lösung vollkommen genügen. Geht’s dir dagegen um eine höhere Sicherheit, ist Tapo Care sinnvoller. Denn zerstört jemand die Kamera oder wird die Speicherkarte entfernt, sind auch alle Aufnahmen futsch. Das kann mit einer Cloud-Anbindung nicht passieren.

Fazit: Sehr gute Kamera für um die 50 Euro

Die Tapo C260 hat alles, was du zum Überwachen im „kleineren Rahmen“ brauchst. Da sie ohnehin nicht für den Außenbereich gedacht ist, eignet sie sich besonders gut für Räume, in denen du sie ganz normal aufstellen kannst. Zum Beispiel Wohnzimmer oder Flur. Aber auch eine Alternative zum Babyphone kann die C260 sein, wenn du das möchtest.

Die Tapo C260 ist eine empfehlenswerte Kamera. (Foto: Sven Wernicke)
Die Tapo C260 ist eine empfehlenswerte Kamera. (Foto: Sven Wernicke)

Überzeugend ist das Gesamtpaket: Lokale Datenspeicherung und zügige KI-Gesichtserkennung, Anbindung an etablierte Smart-Home-Systeme, umfangreiche „Spielereien“ und eine ausgereifte Software geben keinen Grund zur Klage. Wir hätten uns vielleicht bessere Mikrofone und eine etwas höhere Bildqualität bei schwächeren Lichtverhältnissen gewünscht, aber das ist Kritik auf hohem Niveau. In Anbetracht des Preises erhältst du mit der Tapo C260 eine tolle Sicherheitskamera für den Heimgebrauch.

Unsere Bewertung
  • 4K-Auflösung
  • KI-Funktionen für die Bewegungserkennung
  • Lokale Speicherung möglich
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Videos bei schwierigeren Lichtverhältnissen pixelig

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