Tapo C246D im Test: Sicherheitskamera mit zwei Objektiven

Du willst genau wissen, was daheim passiert? Die Überwachungskamera Tapo C246D erstaunt im Test. Nicht nur dank des Weitwinkel- und Teleobjektivs.

Tapo C246D im Test: Sicherheitskamera mit zwei Objektiven
Möchtest du die Kamera auf einen Tisch stellen, musst du sie anders herum platzieren. (Foto: Sven Wernicke)

Stellst du die Tapo C246D auf einen Tisch und schaltest sie ein, erinnert sie ein klein wenig an den Roboter Wall-E. Vor allem dann, wenn sich die obere Kamera schwenkt und neigt, sich also umschaut. Zwar gibt’s bei der Sicherheitskamera auch Künstliche Intelligenz, doch so schlau wie der Disney-Held ist die C246D nicht. Dafür besitzt sie andere Qualitäten – auch außerhalb der eigenen vier Wände.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Tapo C246D ist eine Wi-Fi-Überwachungskamera mit zwei Objektiven.
  • KI, lokale Speicherung der Aufnahmen und eine komfortable Bedienung sind Highlights der Kamera.
  • Insgesamt erhältst du eine sehr gute Lösung zum stimmigen Preis.

Das ist die Tapo C246D

Die Tapo C246D sieht nicht nur markant aus, sie bietet auch einiges. Beide Objektive verfügen über eine 2K-Auflösung dank zweier Sensoren mit jeweils 3 Megapixeln. Die Dual-Kamera nimmt Videos im 125-Grad-Weitwinkel und in einer Tele-Perspektive (6 mm) auf, wodurch du einen sehr großen Sichtbereich erhältst. Erkennt das feste Objektiv (Weitwinkel) eine Bewegung, schwenkt oder neigt sich das zweite Objektiv direkt dorthin und fokussiert sowie verfolgt dieses. Ein unkonventioneller Ansatz.

Montagematerial gehört zum Lieferumfang. (Foto: Sven Wernicke)
Montagematerial gehört zum Lieferumfang. (Foto: Sven Wernicke)

Du kannst die Tapo C246D in der Wohnung aufstellen, zum Beispiel auf einen Schrank oder auf ein Regal. Alternativ bringst du sie an der Wand, Decke oder an einem Pfosten an. Passendes Zubehör findest du in der Packung. Dank IP65-Zertifizierung ist die Kamera auch für draußen gedacht, ein 3 Meter langes USB-Kabel samt Netzteil liegt dem Gerät bei. Die Stromversorgung selbst solltest du ggf. gut schützen.

Dank eines integrierten Mikrofons sind Echtzeit-Gespräche möglich. Ebenfalls unterstützt die Tapo C246D Google Home, Alexa und Samsung SmartThings. Sowieso brauchst du nicht zwingend einen Smart-Home-Hub, denn die Kamera lässt sich eigenständig und nur mit einem WLAN-Router verwenden.

Die Speicherkarte ist gut geschützt. Auch, weil die Kamera wasserdicht ist. (Foto: Sven Wernicke)
Die Speicherkarte ist gut geschützt. Auch, weil die Kamera wasserdicht ist. (Foto: Sven Wernicke)

Sicherlich ungewöhnlich für eine solch kompakte Kamera ist die Tatsache, dass Spotlights integriert sind. Schalte bei Bedarf sehr hell leuchtende LEDs ein, um bei Nacht farbige Aufnahmen zu erhalten. Das geht auf Wunsch automatisch und alternativ zur typischen Infrarotlicht-Nachtsicht.

Videos sicherst du lokal auf einer Speicherkarte (bis 512 GB), in einer verbundenen Smart-Home-Base  wie der H500, einem Netzwerkspeicher oder in einer Tapo-eigenen Cloud. Für die letztgenannte Option brauchst du nach einer Testmitgliedschaft von 30 Tagen ein kostenpflichtiges Abo.

Bezogen auf die Software der Kamera bietet der Hersteller TP-Link ein umfangreiches Paket. KI-Erkennung, Aktivitätszonen, intelligente Nachtsicht, eine virtuelle Patrouille dank vordefinierter Blickpunkte und Zeitpläne und anpassbare Privatsphärezonen lassen kaum Wünsche offen.

Technische Daten Tapo C246D

Auflösung:2K 3MP pro Linse (2304 × 1296 px, 15 fps)
Objektive:Fest: 2,8 mm, F1.6, 125,5° diagonal
PTZ: 6,0 mm, F1.6, 67,1° diagonal.; Digitalzoom 10,8x
Nachtsicht:Farbnachtsicht durch Spotlight, IR-LED bis 12 m
KI-Funktionen:Personen-, Gesichts-, Fahrzeug- und Haustier-Erkennung, Babygeschrei, Glasbruch, Linien-Überschreitungserkennung
Audio:2-Wege-Audio mit Rauschunterdrückung, Sirene 99 dB
Speicher:microSD bis 512 GB; optional Cloud (Tapo Care)
Netzwerk:Wi-Fi 2.4 GHz (802.11b/g/n), RTSP/ONVIF
Wetterfestigkeit:IP65
Stromversorgung:5V DC, max. 9W
Betriebstemperatur:-20 °C bis 50 °C
Abmessungen:78 × 76.8 × 106.8 mm; Gewicht 277 g
Montage:Tisch/Decke/Wand
Integration:Alexa, Google Assistant, SmartThings, Tapo

Einrichtung und Konfiguration: Einfach loslegen

Ähnlich wie bei der Tapo C260 ist die Installation der C246D keine allzu große Herausforderung. Möchtest du die Kamera zu Beginn nicht montieren, stellst du sie auf den Tisch vor dir. So lernst du die Features in Ruhe kennen. Ein Assistent in der Tapo-App führt dich durch die Einrichtung – nach ein paar Minuten bist du startklar.

Kopfzerbrechen könnte dir die Inbetriebnahme im Außenbereich bereiten. Das mitgelieferte Netzteil dürfte bei Verwendung einer Außensteckdose nicht optimal geschützt sein. Die Länge des USB-Kabels ist wiederum für die meisten Fälle vollkommen ausreichend.

Typisch für Tapo sind die gelungenen Erklärungen für unerfahrene Anwender:innen. Dir wird unter anderem die smarte Doppelverfolgung erklärt oder wie du Objekte in der Live-Ansicht fokussierst.

Wichtig für Besitzer:innen der Tapo H500

Solltest du eine Tapo H500 einsetzen, solltest du zu Beginn ein Firmware-Update der Kamera installieren. Nur so bist du in der Lage, Videoaufnahmen lokal im Tapo Hub zu sichern.

Was schnell auffällt: Die Kamera fügt sich einerseits perfekt in den Tapo-Mikrokosmos ein, andererseits brauchst du nicht zwingend weitere Geräte des Herstellers. Sie verfügt über eine integrierte Alarmfunktion und kann dich via App bei Auffälligkeiten benachrichtigen.

Alternativ fügst du sie in Automatisierungen hinzu. Wird beispielsweise eine Bewegung in einem anderen Raum durch einen Sensor erkannt, kannst du die Bewegungsverfolgung der C246D aktivieren. Oder du deaktivierst den Privatmodus, sobald während deiner Abwesenheit im Schlafzimmer eine Bewegung festgestellt wird. Oder anders gesagt: Es lässt sich mit weiterem Zubehör eine Menge anstellen; ein Muss ist das nicht.

Dass dir TP-Link die Wahl zwischen Cloud-Abo und lokaler Sicherung der Aufnahmen lässt, ist vorbildlich. Für den Anfang empfehlen wir eine Speicherkarte. Mit dieser erhältst du eine Endlosaufnahme, bis die Karte voll ist. Danach überschreibt die Cam alte Inhalte. Eine längere Sicherung von bis zu 30 Tagen gibt’s nur mit Tapo Care. Die spannende Alternative ist besagte Tapo H500. Die Home-Base erweiterst du durch den Einbau einer Festplatte bis 16 GB und ermöglichst so die geschützte Speicherung in der eigenen Wohnung – mit den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Bedenken solltest du außerdem, dass die Tapo C246D auf einen LAN-Port verzichtet, sie benötigt eine Verbindung zum WLAN-Router. Auf diese Weise ist bei vorhandenem Internet auch eine Fernsteuerung kein Problem.

Tapo C246D im Praxistest

Wir verwendeten die Tapo C246D zu Testzwecken in unserem Garten, der im Winter eher sporadisch besucht wird. Eine Überwachung kann in einem solchen Fall sinnvoll sein. Die Kamera überzeugte in nahezu allen Bereichen: Als sehr hilfreich erwies sich etwa das Festlegen eines Erfassungsbereiches. Bewegen sich beispielsweise häufig Bäume im Wind, kann die Kamera diese auf Wunsch ignorieren.

Was in der Live-Ansicht sehr hilfreich sein kann, das ist das Fokussieren. Wähle etwas auf der Kamera mit der Festbrennweite aus, halte den Finger an der Stelle gedrückt und sieh, wie die zweite Kamera selbstständig an das gewünschte Objekt heranzoomt. So behältst du stets den Überblick über das Geschehen und kannst bei Bedarf eine manuelle Aufnahme starten oder ein Bild sichern.

Ist deine Kamera nicht optimal konfiguriert, erkennt sie jede Art von Bewegung. Wie hier im Video gut zu sehen…

Da die Tapo C246D LEDs besitzt, weist du die Dual-Kamera an, bei Nacht die Strahler einzuschalten. So erhältst du auch bei Dunkelheit ein farbiges Bild statt Schwarzweiß-Videos durch die Infrarotsensoren.

Und auch Features wie die smarte Doppelverfolgung, bei der das erkannte Ziel verfolgt wird, oder die gut funktionierende, KI-gestützte Erkennung von Personen, Tieren oder Fahrzeugen, gefielen uns beim Praxistest. Manchmal war diese höchstens etwas träge, aber unserer Auffassung nach noch im „grünen Bereich“.

Abhängig von der Konfiguration der C246D mit definierten Zonen oder einem Plan, wann genau aufgezeichnet werden soll, kann eine Speicherkarte mit zum Beispiel 64 GB oder mehr für die lokale Sicherung vollkommen genügen. Benötigst du eine 24/7-Speicherung und maximalen Schutz (Zerstörung der Kamera löscht die Aufnahmen nicht), dürfte Tapo Care mit Abonnement die sinnvollere Wahl sein.

Die lokale Speicherung, egal ob über besagte H500 oder eine Speicherkarte, hat einen weiteren Nachteil: Befindest du dich nicht im WLAN der Kamera bzw. Smart Home Base, kannst du (z.B. aus der Ferne) keine aufgenommenen Videos auf dein Smartphone herunterladen.

Hier gut zu sehen: Möchtest du die Kamera für den Außenbereich nutzen, sollte sie sich nicht hinter einer Fensterscheibe befinden. Das führt vor allem Nachts zu unbrauchbaren Aufnahmen - das ist allerdings kein Fehler. Vielmehr reflektieren das IR- oder LED-Licht so stark, dass man nichts erkennen kann. (Foto: Sven Wernicke)
Hier gut zu sehen: Möchtest du die Kamera für den Außenbereich nutzen, sollte sie sich nicht hinter einer Fensterscheibe befinden. Das führt vor allem Nachts zu unbrauchbaren Aufnahmen. (Foto: Sven Wernicke)

Was uns auch auffiel, das waren nicht nachvollziehbare Störgeräusche bei aufgenommenen Videos. Ob’s am Mikrofon liegt oder an anderen Problemen – wir wissen es nicht. Auch ist der Motor beim Bewegen des zweiten Objektivs stets deutlich zu hören. Hätte das die KI nicht filtern können?

Fazit: Viel Komfort zum fairen Preis

Es ist wirklich erstaunlich, was TP-Link für unter 100 Euro bietet: Die Tapo C246D besitzt zwar „nur“ 2K-Auflösung mit 15 Bildern pro Sekunde und der Stromanschluss könnte in manchen Fällen nicht optimal vor Wasser geschützt sein, doch alles in allem erhältst du eine starke Kamera nicht nur für den Einstieg. Zahlreiche (KI-)Komfortfunktionen, eine gute Verarbeitung und simple Bedienung sorgen dafür, dass die Überwachungskamera auch viel Spaß bereitet.

Die Tapo C246D ist eine gelungene Kamera für Innen und Außen. (Foto: Sven Wernicke)
Die Tapo C246D ist eine gelungene Kamera für Innen und Außen. (Foto: Sven Wernicke)

Gerade dann, wenn du eine größtmögliche Übersicht wünschst und Videos lokal speichern möchtest, ist die Tapo C246D eine prima Wahl. Die erwähnten Schwächen sind für die meisten Nutzer:innen vernachlässigbar, speziell wenn die Kamera für den Innenbereich gedacht ist. Luft nach oben sehen wir bei dem Mikrofon und bei der Auflösung, aber vermutlich wäre dann auch der Preis höher…

Unsere Bewertung
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Aufnahmen lassen sich auf Speicherkarte sichern
  • Viele Komfortfunktionen
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Netzanschluss muss bei Verwendung im Außenbereich ggf. extra geschützt werden
  • "Nur" 2K-Auflösung

Neue Beiträge abonnieren!

Täglich frisch um 17 Uhr im Postfach

Themenauswahl

Änderungen jederzeit über die Abo-Verwaltung möglich – weitere Themen verfügbar

Jetzt kommentieren!

2 Kommentare zu “Tapo C246D im Test: Sicherheitskamera mit zwei Objektiven

Schreibe einen Kommentar

*
*
Bitte nimm Kenntnis von unseren Datenschutzhinweisen.