Smart Dad: Wie ich mein Kind vorschiebe, um mir neue Technik zu kaufen

Kamera, Smartphone, Lampen fürs Smart Home. Ein Glück, dass unser Redakteur Sven Wernicke ständig seine Tochter vorschieben kann, um sich neues „Spielzeug“ zu kaufen.

Smart Dad: Wie ich mein Kind vorschiebe, um mir neue Technik zu kaufen

Klar, eigentlich muss ich niemandem Rechenschaft ablegen, wenn ich mir neue Technik kaufen möchte. Doch vielleicht kennt ihr das auch – mit einer Familie ist das alles nicht ganz so leicht. Die Partnerin schüttelt den Kopf, eigentlich war das Geld doch für dringende Anschaffungen gedacht und viel wichtiger: Wir müssen doch vernünftiger, nachhaltiger, überlegter konsumieren.

Jaja, alles richtig. Aber mir macht’s ungemein Spaß, nicht nur Neues anzuschaffen, sondern es auch auszuprobieren. Und hier kann sich mein dreijähriges Kind schon echt nützlich machen, obwohl es mit meinem frisch erworbenen Spielzeug nicht spielen darf. Hahaha.

Xbox Series X fürs Kleinkind kaufen?

Es ist schon eine Mischung aus Running-Gag und ernsthafter Argumentation geworden, wenn ich bei einem geplanten Kauf meiner Freundin sage: „Also für unsere Tochter wäre das jetzt echt praktisch…“. Zugegeben: Bei der Xbox Series X klappte es nicht so recht, denn mein Nachwuchs kann (und soll) mit Spielkonsolen noch gar nichts anfangen. Sie würde den Controller sowieso lieber durch die Wohnung schleudern oder herausfinden was passiert, wenn man ihn in der vollen Badewanne versenkt. Ich hörte schon von Kleinkindern, die Salami-Scheiben in Laufwerksschächten verschwinden ließen. Hilfe!

So eine Xbox Series X ist noch nichts für Kleinkinder... (Foto: Microsoft)
So eine Xbox Series X ist noch nichts für Kleinkinder… (Foto: Microsoft)

Bei anderen Dingen dagegen war das Kind ein erfolgreicher Vorwand für objektiv betrachtet unnötige Shoppingfreude.

Ich: „Hey Schatz, mit so einer DJI Pocket 2 könnte ich viele tolle Erinnerungsvideos vom Kind machen – wäre das nicht schön?“

Sie: „Okay, na gut…“

Ich: „Ein praktisches Stativ bräuchte ich auch noch dazu. Für den Fall des Falles.“

Sie: „Ja, ist ja bestimmt nicht so teuer…“

Bumms! So waren 600 Euro weg. Nunja. Die Pocket 2 ist eine großartige Kamera, aber hätte ich sie nicht auch schon beruflich gebraucht, sie wäre sicher nicht die beste Investition gewesen. Videos vom Kind gibt’s übrigens keine relevanten.

Sowas wie Selbstbetrug

Vielleicht ist es auch eine spezielle Form von Selbstbetrug. Mein Galaxy S20 fand ich auch praktisch, weil ich so mein altes Galaxy S8 in eine Smart-Home-Fernbedienung fürs Kinderzimmer verwandeln konnte. Ja, das S8 ist jetzt eine Schaltzentrale fürs smarte Licht und Audio-Streaming, aber dafür hätte ich mir kein neues Smartphone zulegen müssen.

Das alte S8 ist jetzt eine Fernbedienung. Danke, Kind! (Foto: Sven Wernicke)
Das alte S8 ist jetzt eine Fernbedienung. Danke, Kind! (Foto: Sven Wernicke)

Beim Kauf meines Staubsauger-Roboters war aber meine Freundin von Anfang an bei mir: Ich erwähnte zwar wie gewohnt beiläufig das ständig schmutzige Kinderzimmer, letztlich hätte ich dieses Argument nicht benötigt. Der Roborock S6 gibt sich seit fast einem Jahr reichlich Mühe, die gesamte Wohnung sauber zu halten und uns allen mehr Zeit zu verschaffen. Und: Töchterlein findet den „Bodo“ getauften Roboter mittlerweile auch ganz cool. Besser sogar, als einen herkömmlichen und sehr viel lauteren Staubsauger.

Spielzeug, für das das Kind noch nicht bereit ist

Als mein Kind noch keine 2 Jahre alt war, verfiel ich in einem LEGO-Duplo-Shopping-Wahn. Am Schluss baute ich in ihrem Kinderzimmer meterhohe Türme und fuhr mit einer Eisenbahn (inklusive Bluetooth-Verbindung und App fürs Smartphone!!!), als das Kind bereits schlief.

Ganz schön teuer... (Screenshot)
Ganz schön teuer… (Screenshot)

Tatsächlich ist das Bauen mit solchen Bausteinen sehr erholsam und regt dezent die Kreativität der Großen an. Am meisten Spaß macht’s, wenn das Kind nicht dabei ist. Klingt gemein, doch erst langsam beginnt mein Sprössling, selbst mit Duplo zu experimentieren und Werke zu erschaffen. Bisher ging’s ihr immer ums Zerstören, was mir alten Mann dann doch etwas zu destruktiv ist. Ich hoffe natürlich, dass wir bald gemeinsam fantastische Häuser erschaffen und sich die zahllosen Euro „auszahlen“.

Fast alles fürs Kind

Als ein neuer Echo-Speaker (4. Generation) erschien, meinte ich: Da kann das Kind noch viel besser Simone Sommerland (Welche Eltern kennen sie nicht?) hören als mit dem alten Echo der 1. Generation. Nun, er steht seit dem Kauf im Wohnzimmer. Für meine Musik.

Überall in der Wohnung sind jetzt Hue-Lampen... (Foto: Sven Wernicke)
Überall in der Wohnung sind jetzt Hue-Lampen… (Foto: Sven Wernicke)

Und Lampen. Hach, so viele Lampen fürs Smart Home. Ich habe einen Hue Lightstrip, einen Hue Dimmschalter und allerlei andere „Kleinigkeiten“ gekauft, um das Kinderzimmer smart zu machen. Nur fürs Kind und auf keinen Fall, um für mich ein neues Bastelprojekt zu haben. Nein, nein, selbstverständlich nicht!

Aber es ist alles halb so wild. Meine Freundin hat längst akzeptiert, dass das Vorschieben meiner Tochter immer mit einem Augenzwinkern verbunden ist. Und so gesehen profitiert sie oft genug von meiner Begeisterung für Elektronik-Gadgets. Sie hat meine coole Pac-Man-Lampe mit Soundeffekten bekommen, ihre Trickfilme sehen auf dem 55-Zoll-4KTV ziemlich gut aus und gerade beginnt sie, alle Alexas in der Wohnung zu befehligen.

Ich bin mir sehr sicher: An meinen Spielkonsolen wird sie auch mal Gefallen finden. Und ich freue mich schon darauf, meine Tochter vorzuschieben, um mir endlich, endlich eine Nintendo Switch kaufen zu können. Mit ihrem Alter ist das noch etwas unglaubwürdig, aber bald. Ja, bald!

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