Pünktlich zur IFA 2025 präsentierte Hersteller Signify seine neue Hue Bridge. Die Hue Bridge Pro soll die bisherige Bridge nicht ersetzen, beide soll es in Zukunft parallel zu kaufen geben. Trotzdem kann es sich für viele Nutzer:innen des beliebten Smart-Lighting-Systems lohnen, sich für die Pro zu entscheiden oder die alte Bridge auszutauschen. Sie bietet schließlich Vorzüge. Die wiederum brauchen nicht alle…
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Hue Bridge vs. Hue Bridge Pro: Technisch große Unterschiede
Die Hue Bridge ist bekanntlich die wichtige Schaltzentrale von Philips Hue. Das erste Modell erschien im Oktober 2012 – also bereits vor 13 Jahren. Das kreisrunde „Gehirn“ ersetzte der Hersteller drei Jahre später durch die quadratische V2-Bridge, die auch nach mittlerweile 10 Jahren noch aktuell und in vielen Millionen Haushalten in Betrieb ist. Die Hue Bridge Pro gilt gewissermaßen als Version 3 (V3), obwohl sie die V2 erst einmal nicht ablösen soll.

Signify kommunizierte nie ausführlich, was eigentlich in der V2 für Hardware steckt. Doch du kannst es dir sicher denken: Die Pro bietet mehr, vor allem was Prozessorleistung und Speicher betrifft.
Es heißt, die Pro besitzt 3x mehr Kapazität. Dies wirkt sich natürlich auf den Funktionsumfang aus:
| Hue Bridge (weiß) | Hue Bridge Pro (schwarz) |
|---|---|
| Maximale Anzahl Lampen: Bis zu 50 | Maximale Anzahl Lampen: Über 150 |
| Maximale Zubehörgeräte: 12 | Maximale Zubehörgeräte: Mehr als 50 |
| Komfort: Ca. 200 Lichtszenen Erstellen von Automatisierungen Synchronisierung: Audio & Video Sprachsteuerung mittels Assistenten | Komfort: Bis zu 500 Lichtszenen Erstellen von Automatisierungen Synchronisierung: Audio & Video Sprachsteuerung mittels Assistenten |
| Hardware: Single-Core-Chip, 16 MB RAM | Hardware: Quad-Core-Chip (1,7 GHz), 1 GB RAM, 8 GB eMMC Flash-Speicher |
| Standards: Matter ZigBee Google Home & Assistant Samsung Smarthings Apple Home Alexa | Standards: Matter ZigBee Google Home & Assistant Samsung Smarthings Apple Home Alexa |
| Anschlüsse & Konnektivität: Netzstecker-Stromanschluss LAN | Anschlüsse & Konnektivität: USB-C-Stromanschluss LAN WLAN |
| Sicherheit: AES-128-Bit-Verschlüsselung pro Gerät | Sicherheit: Erweiterte AES-128-Bit-Verschlüsselung des gesamten Systems dank ZigBee Trust Center |
| Unverbindliche Preisempfehlung: 59,99 Euro | Unverbindliche Preisempfehlung: 89,99 Euro |
Es sei betont: Bezogen auf die Basisfunktionen, also Automatisierungen, Lichtsteuerung (via App, Schalter, Sprache) und Integration ins Smart Home gibt es bei beiden Bridges keine nennenswerten Unterschiede. Die Pro bietet von allem „mehr“, aber auch erweiterte und neue Features…

Das macht die Hue Bridge Pro besser
Die Pro besitzt Vorteile, die nicht nur optischer Natur sind. Die neue Bridge ist nämlich ausschließlich im schwarzen Design erhältlich und wirkt dadurch sehr edel. Entscheidender sind aber:
- MotionAware: Verwandle deine Hue-Leuchten in Bewegungssensoren. Befinden sich drei (oder mehr) Leuchten in einem Raum, können diese miteinander interagieren und über Veränderungen in der Funkwolke Bewegungen wahrnehmen. Möglich ist dies durch komplexe Algorithmen und KI-Funktionen, die nur mit leistungsstarker Hardware der Bridge ausführbar sind.
- WLAN: Da die Bridge optional auch über WLAN mit dem Router verbunden sein kann, darfst du sie an einem beliebigen Ort im Haus aufstellen. Ebenfalls sparst du so einen LAN-Port ein.
- Geschwindigkeit der Lichtszenen: Laut Signify führt die Pro Lichtszenen bis zu 5x schneller aus als die reguläre Bridge.
- Mehr Speicher: Der größere Speicher führt dazu, dass du mehr Lampen und Zubehör mit nur einer Bridge verwenden kannst.
- Höhere Sicherheit: Signify verspricht einen besseren Schutz durch eine erweiterte Verschlüsselung.
- USB-C: Mehr Flexibilität dank USB-C-Netzanschluss. Im „Notfall“ wäre so auch ein Betrieb mittels einer Powerbank kein Problem.

Du siehst also: Da hat sich in den letzten Jahren dann doch einiges getan. Dazu kommt, dass die Pro für die Zukunft gerüstet ist. Weitere Features in den kommenden Jahren sind wahrscheinlich.
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Sollte ich von der Hue Bridge auf die Pro umsteigen?
Bist du mit deiner bisherigen Hue Bridge glücklich und zufrieden? Wunderbar! Wozu solltest du dann umsteigen, wenn alles in Ordnung ist?

Tatsächlich richtet sich die Bridge Pro vorrangig an ambitioniertere Anwender:innen, die mit einer normalen Bridge an die Leistungsgrenzen gestoßen sind. Wer zum Beispiel ein Einfamilienhaus hat und auch die Außenbereiche mit Hue-Lampen gestaltet, für den dürfte eine klassische Bridge nicht mehr genügt haben. Performance-Probleme bei wirklich großen Smart-Lighting-Systemen sind ebenso keine Seltenheit.
Hier kommt die Bridge Pro ins Spiel: Sie macht Installationen mit mehreren herkömmlichen Bridges überflüssig, bietet MotionAware und genügend „Power“ für zahllose Lampen und Zubehör-Produkte.
Obwohl Signify den komfortablen Wechsel von der alten Bridge zur neuen Pro via Hue-App ermöglicht, ist der Umstieg nicht für jeden nötig. Hast du deine normale Wohnung mit Hue ausgestattet und kommst vielleicht auf 20-30 oder gar 40 Lampen, bringt dir der Wechsel nicht allzu viel. MotionAware mag zwar reizvoll sein, letztlich reden wir aber über eine Bewegungserkennung. Das kann auch ein regulärer Hue Motion Sensor sehr gut.
Derzeit keine Vorteile hast du im Bereich Hue Sync bzw. Hue Entertainment. Mehr als 10 Lampen kann weder die normale noch die Bridge Pro verwalten.
Hue Bridge oder Bridge Pro – welche soll ich kaufen?
Möchtest du deine Wohnung oder dein Haus mit Hue-Licht verschönern, sollte vor dem Einstieg in diese farbenfrohe Welt die Entscheidung für die geeignete Bridge getroffen werden. Unserer Auffassung nach empfiehlt sich:
Hue Bridge: Für kleine & mittelgroße Installationen mit weniger als 50 Lampen und 10 Zubehör-Produkten (Schalter, Sensoren…). Ratsam ist sie auch für Schnäppchenjäger:innen, die die Bridge günstig z.B. in einem Hue Bridge Bundle mit Lightstrip erwerben.
Hue Bridge Pro: Für Enthusiasten, Profis und anspruchsvolle Nutzer:innen, die sehr viele Lampen verwenden und/oder die neuesten Features (MotionAware) ausprobieren wollen.

Die Verantwortlichen bei Signify wissen vermutlich ganz genau: Nerds und Technik-Freaks greifen ohnehin zu der teureren Bridge Pro, eben weil sie das beste Modell ist. Geht’s dir in erster Linie um ein funktionierendes System und genügt dir Leistung der weißen Bridge, dann reicht diese für deine Bedürfnisse vollkommen.
Ersteindruck: Hue Bridge Pro im Praxistest
Wir haben die Hue Bridge Pro bereits ausgiebig ausprobiert. Es ist wenig überraschend, wenn wir sagen: Auf den ersten Blick hat sich im Alltag kaum etwas geändert. Subjektiv betrachtet ist die Pro nach einem Neustart schneller einsatzbereit, zusätzlich finden sich schon die für die Bridge exklusiven Funktionen in der Hue-App. Allen voran MotionAware. Hier erstellst du einen sogenannten Bewegungsbereich, in dem sich mindestens drei Lampen befinden. Damit ersetzt du reguläre Bewegungssensoren – vorausgesetzt, die Leuchten sind kompatibel. Leuchtmittel von Drittherstellern und vor allem Hue-Lampen mit Akku (Hue Go) sind nicht kompatibel, ansonsten aber die allermeisten des Herstellers.

Unser Ersteindruck von MotionAware ist ein positiver, auch wenn wir derzeit noch den Hue Motion Sensor bevorzugen würden. Dieser reagiert zusätzlich auf (Sonnen-)Licht und ist damit vielseitiger. Doch in einigen Bereichen kann MotionAware allerdings eine große Bereicherung darstellen – zum Beispiel beim Erkennen von Bewegungen, wenn du nicht zu Hause bist.
Zugegeben: Zwar gestaltet sich der Wechsel von der Hue Bridge zur Bridge Pro recht eingängig und relativ leicht, doch hatten wir Anfangsschwierigkeiten. Die Lampen und Schalter anderer Anbieter (Zigbee-kompatibel) sollst du nach dem Wechsel neu anmelden, auch wenn sie eigentlich problemlos funktionieren. Ebenfalls mussten wir einige Lampen zurücksetzen bzw. die Standards der Lichtszenen wiederherstellen. Es gibt beim Transfer offenbar noch Schwierigkeiten. Ist diese Hürde genommen, fühlt sich die Bridge Pro genauso wie die Bridge V2 an: unkomplizierte Bedienung, zuverlässig, einsteigerfreundlich – das passt ganz wunderbar.
Unser Gefühl nach ein paar Tagen ist, dass die Bridge Pro minimal fluffiger funktioniert, deine Lampen schalten sich aber nicht auffällig schneller an und aus. Wir würden nicht behaupten, dass zum Beispiel der Wechsel zwischen Lichtszenen wahrnehmbar flotter erfolgt. Das könnte bei aufwändigen Installationen mit vielen Lampen ggf. anders sein. Hier aber sei noch ein Aspekt betont: Derzeit kannst du nicht zum Beispiel zwei vorhandene Bridges zu einer Bridge Pro migrieren – es geht immer nur eine.
Was positiv auffällt: Die Bridge Pro ist, sobald alles wie gewünscht konfiguriert ist, schon zum Verkaufsstart ein offensichtlich ausgereiftes Produkt. Wir können sie daher schon jetzt empfehlen.
Fazit: Hue Bridge Pro lohnt sich (nicht für alle)
Siehst du dich als Experten und hast hohe Ansprüche an die Licht-Schaltzentrale deiner Hue-Lampen, dann ist klar: Du brauchst die Hue Bridge Pro. Sie baut auf den mit den Jahren gewachsenen Stärken der „alten“ Bridge auf, fügt zeitgemäße Funktionen hinzu und ist auf die kommenden Jahre vorbereitet. Ein Wechsel lohnt sich auch, solltest du mit deiner bisherigen Bridge an die Grenzen der Möglichkeiten gestoßen sein.

So stimmig die schwarze Bridge Pro ist, gerade Einsteiger:innen und Leute ohne außergewöhnliche Ansprüche müssen nicht zum neuen Modell greifen. Denn die „alte“ Bridge genügt vollkommen für normale Anwendungen und ist eine ganze Ecke günstiger. Das mag in diesem Preissegment kaum auffallen, aber für die 30 Euro Unterschied bekommst du bereits die eine oder andere Hue- bzw. ZigBee-Lampe.
Alles in allem empfehlen wir beide Bridge-Modelle. Du triffst also definitiv eine ausgezeichnete Wahl, egal zu welcher Hue-Zentrale du greifst.
Möchtest du von der alten Hue Bridge auf die neue umsteigen, haben wir einen Wechsel-Guide für dich.

