Mit Hue SpatialAware führt der Hersteller Signify für sein smartes Lichtsystem Philips Hue einen völlig neuen Ansatz ein. Denn mit diesem Feature verteilen sich Lichtszenen nicht nur auf einzelne Lampen, sondern auf den gesamten Raum. Auch die Position jeder einzelnen Leuchte wird mit einbezogen. Doch erfüllt dein Smart Home überhaupt die Voraussetzungen?
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Voraussetzungen für Hue SpatialAware
Wichtigste Voraussetzung für Hue SpatialAware ist die neue Hue Bridge Pro. Für das Berücksichtigen aller Lampen in einem Raum und das Verwenden eines extra dafür entworfenen Algorithmus ist ausreichend „Rechen-Power“ und Speicher nötig – beides besitzt die schwarze Hue-Schaltzentrale.

Nutzt du noch die reguläre Hue-Bridge, kommst du nicht in den Genuss von Hue SpatialAware. Ein Umstieg von der alten zur neuen Hue Bridge (Pro) ist übrigens leicht möglich, wie wir in unserem Tutorial erklären.
SpatialAware betrachtet jede Lampe als mindestens einen „Lichtpunkt“ und stellt an diese keine weiteren Anforderungen. Das heißt, auch einfache bzw. ältere Warmweiß-Lampen sind kompatibel, genauso aber auch neue Leuchten wie der Hue Lightstrip Flux oder die Festavia Globe Outdoor.
Da SpatialAware die Lichtszenen betrifft, müssen viele aktualisiert werden. Während der Einrichtung bietet dir die Hue-App an, die Szenen upzudaten und damit für SpatialAware anzupassen. Zirka die Hälfte der Lichtszenen sind geeignet, darunter beliebte wie „Savanne“, „Nebel über dem See“ oder „Bergbrise“. Signify zufolge sollen spezielle SpatialAware-fähige Szenen in Zukunft folgen.
Wichtig: Hue SpatialAware setzt die Hue-App mit mindestens der Version 5.66.0 voraus. Unter Umständen ist also ein Update für iOS oder Android nötig. Welche Version du besitzt, findest du in der App unter „Einstellungen“ -> „Über“ heraus.
Gut zu wissen
Abgesehen von der Hue Bridge Pro benötigst du keine weitere Hardware, keine neuen Lampen oder gar ein Abonnement. Hue SpatialAware ist ein neues, kostenloses Feature exklusiv für die neue Bridge.
Hue SpatialAware einrichten: So geht’s
Das Schöne an SpatialAware ist, dass du auch größere Räume mit zig Lampen recht schnell scannen kannst. Innerhalb weniger Minuten ist die Funktion einsatzbereit und wartet auf ihre Verwendung.





So gehst du vor:
- Starte die Hue-App und wähle einen Raum aus, den du mit SpatialAware versehen möchtest. Achtung: Zonen werden nicht unterstützt.
- Tippe rechts oben auf das „+“-Symbol und entscheide dich für „SpatialAware-Karte“.
- Gehe auf „Karte erstellen“ und folge den Anweisungen. Sollten Lampen komplett ausgeschaltet bzw. vom Stromnetz getrennt sein, schalte sie ein.
- Scanne mit der Kamera deines Smartphones den Boden (zur Orientierung).
- Bewege die Kamera jetzt zu der ersten angezeigten und blinkenden Lampe im Raum und achte auf die Hinweise. Bist du fertig, gehe auf das „+“-Symbol.
- Wiederhole den Vorgang so lange, bis alle Lampen im Raum gescannt sind.
- Die Spatial Map ist fertig. Unter Umständen erfolgt noch eine Aktualisierung vorhandener Lichtszenen.
Nach dem Abschluss kannst du mittels vorhandener oder neuer Lichtszenen SpatialAware ausprobieren und mit den alten Lichtszenen vergleichen. Tippe dazu eine Lichtszene an und wähle bei dieser „Spatial Map“ oder „Klassisch“. Fällt dir ein Unterschied auf?
SpatialAware: Einstellungen ändern und löschen
Erstaunlich gut versteckt hat Signify das Ändern der Spatial-Karten deiner Räume. Dabei ist es gelegentlich nötig, diese Karten zu ändern – zum Beispiel, wenn du Lampen entfernst, hinzufügst oder die Leuchte an einem anderen Ort aufstellst.
Du findest die entsprechende Einstellung im gewünschten Raum. Tippe rechts oben auf das Drei-Punkte-Symbol -> „Zimmer bearbeiten“ und unten auf „Spatial Map bearbeiten“.
An dieser Stelle entfernst du die Map mit „Karte löschen“.
Qualität von SpatialAware verbessern
Obwohl das Scannen aller Lampen dank Augmented Reality simpel und gut gelöst ist, könnten manche Lichtszenen nicht ganz überzeugen. Wenn das der Fall ist, versuche folgendes:
- Nutze weitere Lampen im Raum, vorzugsweise farbfähige Leuchten.
- Decken- und Pendelleuchten steigern den SpatialAware-Effekt deutlich.
- Versuche, Lampen in unterschiedlicher Höhe zu platzieren, um eine präzisere 3D-Karte generieren zu können.
- Manchmal kann es helfen, einzelne Lampen oder den ganzen Raum noch einmal zu scannen – gerade bei falsch dargestellten Farben.
- Lichtszenen können besser zur Geltung kommen, wenn du nicht direkt die Lampe, sondern ihr indirektes Licht (zum Beispiel an der Wand) scannst.
Gut zu wissen: Signify verzichtet bei SpatialAware auf Künstliche Intelligenz und speichert keine Bilder oder Scan-Daten von deinen Räumen. Die komplette Berechnung wird lokal auf der Hue Bridge Pro ausgeführt, Informationen werden also nicht auf Server des Herstellers hochgeladen.
Funktionsweise von Hue SpatialAware
Was genau macht Hue SpatialAware eigentlich? Mittels der gewohnten Hue-App bist jetzt in der Lage, komplette Zimmer zu scannen und so der Bridge Pro mitzuteilen, wo genau sich welche Lampe befindet – sozusagen in dreidimensionalen Räumen. Die Hue Bridge Pro nutzt daraufhin einen entsprechenden Algorithmus, um die Farben und Helligkeiten einer Lichtszene auf alle Leuchten passend und individuell zu verteilen.
Bei Lightstrips kann Hue SpatialAware beispielsweise die horizontale und vertikale Lage sowie Start- und Endpunkt berücksichtigen, bei regulären Leuchtmitteln die Decken- oder Bodenposition. Nutzt du Gradient-Produkte, verspricht dir Signify ein noch besseres Lichterlebnis.
Hue SpatialAware soll im besten Fall das Licht im Raum so verteilen, wie es sonst ein professioneller Lichtdesigner tun würde. Letztlich sind die Farbverläufe in Szenen „glatter und konsistenter“ sowie natürlicher. Und vor allem individuell auf den jeweiligen Raum und die vorhandenen Lampen zugeschnitten. Besonders profitierst du von SpatialAware bei vielen Hue-Lampen, die zusammen ein harmonisches Licht ergeben.

