Google überrascht mit smartem Lautsprecher „Home“ und den neuen Chat-Apps „Allo“ und „Duo“

Google hat den Start der eigenen Entwicklerkonferenz Google I/O heute dazu genutzt, um den neuen smarten Lautsprecher Home und die beiden neuen Chat-Apps Allo und Duo vorzustellen. Einen Ausblick auf die Suche, künstliche Intelligenz und das neue Android N gab es obendrein.

Google Home (Bild oben) soll das Zentrum des vernetzten Zuhauses werden. Streng genommen handelt es sich dabei nur um einen – durchaus hübschen – vernetzten Lautsprecher mit Sprachsteuerung. Dieser dient aber als persönlicher Assistent, kann etwa auf Termine hinweisen, das Essen bestellen, Anrufe durchleiten, aber auch Smart-Home-Komponenten wie die Heizung steuern, Spotify-Playlists auf einem vernetzten Lautsprecher abspielen oder Videos auf dem nächstgelegenen Fernseher streamen. Google Home soll noch in diesem Jahr zunächst in den USA erscheinen. Über Preise verriet Google heute nichts.

Update: Google Home lernt 2017 sogar Stimmen zu unterscheiden, so dass jeder in der Familie auf sein eigenes Profil zugreifen kann und keiner Termine in einen anderen Kalender einträgt.

Allo: Chat-App schlägt vor, was ihr antworten könnt

Für die Websuche hat Google ein neues Helfertool namens Google Assistant vorgestellt. Diese künstliche Intelligenz macht die Suche zu einem Gesprächspartner mit intelligenten Vorschlägen und Services. So kann man den Assistenten fragen, welche Filme in der Nähe laufen, man kann sich ein Video von einem Film anzeigen lassen oder fragen, wie gut dieser Film ist. Der Assistent versteht auch den Kontext und Synonyme und bucht auf Wunsch direkt eine Vorstellung in der Nähe. Gleiches natürlich für zahlreiche andere Dienste und Services. Auf mobilen Geräten in den USA wird der Google Knowledge Graph außerdem zum Standard, der Suchergebnisse augenfreundlich aufbereitet und auch persönliche Ergebnisse wie selbst aufgenommene und bei Google Photos gespeicherte Bilder anzeigt.

In eine ganz ähnliche Richtung geht der neue Mobile Messenger Allo, der ebenfalls eine künstliche Intelligenz als Chatpartner enthält und Services anbietet, wie Tickets direkt aus der App heraus zu kaufen. Für Gespräche mit lebendigen Chatpartnern schlägt Allo passende Antworten vor und erlaubt es, die Schriftgröße zu verändern.

Was kann man dazu Passendes sagen? Allo weiß es.

Was kann man dazu Passendes sagen? Allo weiß es.

Duo hingegen ist eine neue Videochat-App, die den Fokus auf Einfachheit legt, den offenen Standard Web RTC nutzt und besonders sparsam beim Datenverbrauch sein soll. Ein besonderes Feature ist etwa, dass man ein Live-Video des Anrufers schon sieht, bevor man ein Telefonat entgegen nimmt. Beide Apps sollen im Sommer für Android und iOS auf den Markt kommen – und mehr oder weniger als Ersatz für Google Hangouts fungieren, auch wenn Google dessen Schicksal noch nicht offiziell verkündet hat.

Der Rest der Veranstaltung lässt sich schneller zusammenfassen: Google Daydream ist eine neue Plattform für Virtual Reality, die unter anderem einen eigenen App Store spendiert bekommt und die Nutzung von Steuerelementen gestattet. Das neue Android N wird unter anderem die Möglichkeit bieten, Apps zu streamen ohne sie zu installieren. Nutzer erhalten die Möglichkeit, den Namen des nächsten Android selbst zu wählen. Android Wear 2.0 macht Smartwatches mit Google Betriebssystem derweil unabhängig von einem Smartphone nutzbar. Die Watchfaces lassen sich mit Widgets frei konfigurieren.

Nutzer können Vorschläge einreichen, wie die nächste Version Android N heißen soll.

Nutzer können Vorschläge einreichen, wie die nächste Version Android N heißen soll.

Im Großen und Ganzen war es das von der Keynote der diesjährigen Google I/O. Auf einige Fragen und Gerüchte hat Google bisher noch keine Antwort geliefert, wie darauf, ob Android-Apps wirklich für das Cloud-Betriebssystem Chrome OS kommen. Auch zu Android Auto und Android TV verriet Google auf der Keynote nichts. Dafür hat der Datenriese auf seiner dreitätigen Entwicklerkonferenz aber noch Zeit.

Bewertung: Schon enorm

Es ist eigentlich wie jedes Jahr auf einer Google I/O. Ganz große Knaller bleiben aus, aber die konstante Weiterentwicklung von Suche, Assistent und künstlicher Intelligenz ist enorm. Mit Assistant und Allo reagiert Google auch auf den derzeit grassierenden Chatbot-Trend; künstliche Gesprächspartner kommen auch im Facebook Messenger oder auf Skype zum Einsatz. Google Home ist eine ziemlich offensichtliche, wenn auch etwas hübschere Antwort auf das bereits ein Jahr alte Erfolgsprodukt Amazon Echo. Google betont, dass man hier die jeweils fortschrittlichste Datentechnik im Vergleich zu seinen Konkurrenten hat. Das muss man in der Praxis beweisen.

Während der Suchriese die Bedeutung der mobilen Suche unterstrich und erstmals für das Smart Home eine passende Lösung vorstellte, blieb Google Antworten auf die Frage nach Weiterentwicklung anderer Bereiche erst einmal schuldig. Google zeigte schon in den Vorjahren, dass es Ziel ist, den Nutzern in allen Lebensbereichen und auf einer Vielzahl von Geräten zur Verfügung zu stehen. Nun geht es darum, diese Versprechen zu erfüllen. Und nach und nach, so sah es zumindest heute aus, wird man das meiste davon liefern – während man sich von einigen Bereichen denn wahrscheinlich auch wieder verabschieden wird.

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