Entscheidest du dich für eine Fritzbox, bekommst du nicht nur einen starken Router für alle Lebenslagen, sondern oftmals auch eine optionale Basis für dein (künftiges) Smart Home. Tatsächlich kann dies der Einstieg in die Welt der intelligenten Wohnung sein, mit separat erhältlichem Zubehör kommt schnell das „Aha“-Gefühl auf. Der Start ist einsteigerfreundlich und nicht teuer. Doch was geht und was nicht?
Das Wichtigste in Kürze
Inhalt:
Voraussetzung für Fritz Smart Home: Fritzbox muss kompatibel sein
Die gute Nachricht: Nahezu alle Fritzbox-Modelle der letzten Monate und Jahre eignen sich zum Steuern des Smart Home. Bevor du loslegst, solltest du dies dennoch prüfen. Denn ausgewählte Geräte wie zum Beispiel die Fritzbox 6820 LTE sind nicht geeignet.
Folgende Anforderungen sollte deine (zukünftige) Fritzbox erfüllen:
- Integrierte DECT-Basisstation (für Telefonie und Smart Home)
- Mindestens FritzOS 7.0 oder höher
- Internetzugang (über die Fritzbox) für Fernzugriff
Besitzt du schon eine Fritzbox, logge dich in das Benutzermenü (fritz.box) ein und wechsle zu „System“ -> „Update“. Dort siehst du, welche FritzOS-Version auf deiner Fritzbox installiert ist. An dieser Stelle kannst du deine Fritzbox aktualisieren.

Findest du im linken Menü die Option „Smart Home“, dann ist klar: Dein Router ist geeignet.
Hinweis
Fritz Smart Home kannst du nicht nachrüsten, sollte deine Fritzbox keine integrierte DECT-Basisstation besitzen. In diesem Fall ist ein neuer Router nötig – was sich durchaus empfehlen kann. Beispielsweise dann, wenn deine alte Fritzbox ohnehin keine Sicherheits-Updates mehr erhält.
Unterstützte Funkstandards, Zigbee und Matter
Der Hersteller Fritz setzt für sein Smart-Home-Konzept auf den Funkstandard DECT-ULE, den du vielleicht noch vom guten, alten DECT-Schnurlostelefon kennst. Es handelt sich genau genommen um eine moderne und vor allem energieeffiziente Variante.
DECT-ULE (Digital Enhanced Cordless Telecommunications – Ultra Low Energy) kommt mit dem dazugehörigen Protokoll HAN-FUN, das für Home Area Network – FUNctionality steht. Dieses Protokoll nutzen auch andere Hersteller für ihre Smart-Home-Produkte, die du auf diese Weise mit deiner Fritzbox zusammenbringen kannst.

Sollte dir DECT-ULE nicht genügen, lässt sich dank des Fritz Smart Gateway auch der Funk-Standard Zigbee samt Matter ergänzen. So steigt der Funktionsumfang noch einmal gravierend. Genauso kannst du damit Alexa, Google Home oder Apple Home einsetzen sowie weitere Matter-Controller integrieren.
Einige ausgewählte Router, darunter die Fritzbox 7690, die Fritzbox 5690 oder die Fritzbox 6670 Cable, verfügen von Haus aus sogar schon über Zigbee, DECT und Matter.

Thread oder Wi-Fi (Matter) sind für Fritz Smart Home gegenwärtig noch ein Fremdwort.
Kompatible Geräte von Fritz und Drittherstellern
Es ist natürlich klar: Die von Fritz stammenden Produkte fürs Smart Home harmonieren am besten mit deiner Fritzbox. Der Hersteller liefert auch ab und serviert dir eine attraktive Auswahl an Geräten zum Steuern deiner Wohnung. Zur Verfügung stehen aktuell (Stand April 2026):
- Fritz Smart Thermo 302: Intelligenter Heizkörper-Regler
- Fritz DECT 210: Smarte Außensteckdose
- Fritz Smart Energy 200: Schaltsteckdose inklusive Temperatur-Sensor
- Fritz Smart Control 350: Tür-/Fenster-Sensor
- Fritz Smart Control 440: Smarter Schalter mit Thermometer und Luftfeuchtigkeitssensor
- Fritz Smart Energy 250: Stromsensor zum Auslesen digitaler Stromzähler
Seit der FritzOS-Version 6.83 unterstützen Fritzboxen besagtes HAN-FUN-Protokoll vollständig, sodass du DECT-Zubehör anderer Unternehmen einbinden kannst. Prominente Beispiele sind die Geräte von Telekom Smart Home, darunter der Magenta SmartHome Bewegungsmelder oder der Magenta SmartHome Wandtaster. Wichtig ebenfalls: Maximal 10 Smart-Home-Produkte von Drittherstellern kannst du an deiner Fritzbox anmelden.

Einen sehr viel größeren Funktionsumfang bekommst du mit besagtem Fritz Smart Gateway dank Unterstützung von Zigbee 3.0. Die Matter-Bridge für Zigbee und DECT-ULE erlaubt das Verbinden von bis zu 50 Smart-Home-Geräten. Taster und Schalter, Sensoren, Rollos, Lampen oder gar Unterputz-Module lassen sich integrieren, darunter Produkte von Philips Hue, Ikea, Ledvance, Innr, Ecodim, Müller-Licht, Osram, Paulmann, Livarno, Aeotec, Bosch, Schneider Electric, Silvercrest oder Shelly. So wird dein Smart Home noch sehr viel smarter und flexibler.

Unserer Erfahrung nach lassen sich dank des Gateways vollständig Zigbee-kompatible Noname-Produkte koppeln. Vor allem Standard-Lampen und Schaltsteckdosen. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, halte dich bei der Auswahl geeigneter Sensoren und Schalter an die offizielle Liste von Fritz.
So steuerst du das Fritz Smart Home
Deine smarten Geräte verwaltest und bedienst du im Browser (fritz.box) oder in der App Fritz Smart Home für iOS und Android. Einen offiziellen Schalter mit vier Tasten bekommst du mit dem Fritz Smart Control 440, der bei unseren Tests durch eine hohe Verarbeitungsqualität und vielen Möglichkeiten überzeugen konnte.

Sehr speziell und durchaus praktisch ist das Fritz Fon X6. Dabei handelt es sich um ein reguläres DECT-Telefon, das du auch zur Bedienung deines Fritz Smart Home einsetzen kannst.
Die wichtigsten Funktionen
Die Produkte von Fritz verfügen über praktische Features wie Temperatur- oder Energieverbrauch-Messung. Genau diese Informationen lassen sich verwenden – für sogenannte Szenarien und Routinen. Erstelle Automatisierungen, bei denen du bestimmte Heizkörperregler aus der Ferne einstellen lässt, sobald du in der App auf „Nach Hause kommen“ tippst.
Lass Schaltsteckdosen zu bestimmten Uhrzeiten Lampen ein- oder ausschalten oder verknüpfe verschiedenste Geräte mit Wenn-Dann-Anweisungen. Auch eine (Fern-)Steuerung von Rollläden oder das Erhalten einer Benachrichtigung aufs Smartphone beim Öffnen eines Fensters sind kein Problem.
Auf Wunsch erstellst du Vorlagen, die du für verschiedene Anwendungsfälle einsetzt.
Trotz des facettenreichen Funktionsumfangs, der die allermeisten Situationen abdecken kann, wünschen wir uns von Fritz in Zukunft eine etwas intuitivere Verwendung. Es fehlt noch ein wenig der Komfort, du musst dich also zu Beginn etwas mit den Möglichkeiten beschäftigen.
Fazit: Für wen lohnt sich Fritz Smart Home?
Wir probierten das Fritz Smart Home auf mehreren Fritzboxen aus, testeten die Möglichkeiten des Fritz Gateways und nutzen Fritz Smart Control 440, eine Schaltsteckdose und einen Telekom-Fenster/Tür-Kontakt in Alltagssituationen. Nach einigen Wochen lässt sich klar sagen: Das von Fritz geschaffene System ist robust und funktioniert tadellos. Ist alles ordnungsgemäß eingerichtet, wirst du vermutlich auf keinerlei Schwierigkeiten stoßen – bei uns lief alles „wie geschmiert“.
Drei Kritikpunkte fielen uns allerdings auf: Die Einrichtung neuer Geräte und die Bedienung über die offizielle App funktionieren zwar, sind allerdings nicht ganz so „fancy“ umgesetzt wie bei anderen Lösungen. Ebenso erhöht sich mit dem Smart Gateway zwar die Flexibilität deutlich, doch belegt dann ein weiteres Gerät eine Steckdose. Für Anspruchsvolle könnte es auch nicht optimal sein, dass die Schaltsteckdosen und das Smart Control 440 teils erst bei Temperaturen ab 10 Grad genau messen – das ist z.B. für den Einsatz als Frostwächter zu ungenau.

Aber: Besitzt du eine kompatible Fritzbox und möchtest in erster Linie Schaltsteckdosen oder Heizkörperregler smart und aus der Ferne steuern, ist Fritz Smart Home perfekt geeignet. Die Schaltzentrale steht schließlich in Form eines Routers bereits zu Hause, mit Zubehör wird so deine Wohnung ruckzuck intelligent. Das ist zweifelsohne überaus praktisch.
Sollte dein Anspruch mit den Wochen und Monaten steigen, bleibst du mit dem Smart Gateway anpassungsfähig und bist in der Lage, Lampen und weitere Peripherie einzubinden. Damit ist Fritz Smart Home ein stimmiger Start in die Welt des Smart Home, trotz kleiner Aspekte, die der Hersteller noch ändern kann. Doch auch schon jetzt können wir die Plattform auf jeden Fall empfehlen.
