Wohin entwickelt sich der Tablet-Markt?

Totgesagte leben länger. Viel länger, als es den Herstellern vermutlich lieb ist. Der Tablet-Markt schrumpft weiter und entwickelt sich in neue Richtungen. Nur wohin geht die Reise überhaupt?

Kollege Jürgen Vielmeier brachte es schon vor einigen Wochen auf den Punkt: Menschen kaufen nicht ständig neue Tablets und im Laufe der Zeit sieht man womöglich gar keine Notwendigkeit für ein solch großes Touchscreen-Gerät. Man hat ja sein (großes) Smartphone oder einen stationären Rechner parat. Zumindest überraschen die Angaben der International Data Corporation (IDC) nicht wirklich: Demnach verkleinerte sich der Tablet-Markt 2015 ein weiteres Mal. Gegenüber 2014 schrumpfte der Bereich um 8,1 Prozent auf immerhin noch beachtliche 211,3 Millionen ausgelieferte Geräte weltweit. IDC schätzen, dass dieser Trend weiter anhält – auch über 2016 hinaus.

Woran liegt es?

Interessant und sicherlich auch naheliegend: Die Analysten von IDC rechnen damit, dass sich im Gegenzug das Segment der Convertibles und Hybrid-Tablets sowie Detachables nächstes Jahr gravierend vergrößern wird. Das könnte daran liegen, dass Apple (iPad Pro), Microsoft (Surface), Dell (XPS) und andere Unternehmen mit Tablet/Netbook-Kombinationen und attraktiven Angeboten locken. Die Devices, die sich mittels optionaler Tastatur auch für Office und als Desktop-Ersatz eignen, könnten perspektivisch die „klassischen“ Tablets ablösen.

Mehr Tablet als Laptop, bereits in der 4. Version. Microsoft Surface Pro 4

Mehr Tablet als Laptop, bereits in der 4. Version. Microsoft Surface Pro 4

Im gleichen Atemzug folgt die eigentlich logische Konsequenz: IDC zufolge wachsen die Bildschirm-Diagonalen bis 2019, favorisierte Größen liegen dann zwischen 9 und 13 Zoll, während kleine Tablets an Relevanz verlieren.

idc-tablets-trendsAbzusehen?

Wie man bei Stadt-Bremerhaven auch schon richtig sagt, lagen die Verantwortlichen von IDC in der Vergangenheit nicht immer richtig mit ihren Vermutungen – gerade bezogen auf langfristige Prognosen. Aber machen wir uns nichts vor: Gerade 2015 zeigte sich deutlich, wohin die Reise gehen wird: Unternehmen, allen voran Microsoft mit der Surface-Reihe, möchten weitere Anreize schaffen, um die Attraktivität der Tablets zu erhöhen. Tastaturen, Highend-Hardware, hochauflösende Displays und 2-in-1-Konzepte zeigen schon jetzt das Bestreben, ein Tablet in einen vollwertigen Laptop-Ersatz verwandeln zu wollen. Zudem werden gerade die Prozessoren im mobilen Sektor von Jahr zu Jahr leistungsfähiger, sodass ein Tablet heutzutage schon – allein bezogen auf die Performance – einen Desktop-PC vollständig ersetzen kann. Und: Sogar Apple hat erkannt, dass ein iPad Pro mit großem Display und separater Tastatur für potentielle Kunden interessant ist.

Das Tablet selbst ist in Zukunft vielleicht nur ein Teil des großen Ganzen: Es kann neben dem handlichen Touchscreen-Gerät für die Couch eben auch ein Mediaplayer fürs Schlafzimmer, Office-PC im Arbeitszimmer und Netbook unterwegs sein. Und wie eingangs schon angedeutet: Die Lebenserwartung eines Tablets wird und kann nicht nur ein Jahr betragen.

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