Wie ihr Online-Meetings technisch aufwerten könnt

Euer eigenes Profil in Online-Meetings könnt ihr mit besserer Webcam und Audiogeräten aufwerten. Ein Erfahrungsbericht von Trendblog-Redakteur Daniel.

Wie ihr Online-Meetings technisch aufwerten könnt

Online-Meetings haben in vielen Firmen und Instituten die Treffen im Büro oder auf dem Flur abgelöst. Es ist wahrscheinlich, dass das Provisorium zu einer festen Institution der Arbeitswelt avanciert.

Mir ging es da nicht anders. Mein Erwerbsleben findet neben dem Trendblog in einem wissenschaftlichen Institut statt. Als dort die Home-Office-Pflicht galt, orientierten wir uns daheim um. Zunächst reichten mir die Bordmittel im Smartphone, Tablet oder dem eigens angeschafften Acer-Chromebook. Doch dann stiegen die Ansprüche.

Wenig ist in Zoom und Co. nerviger als ein krisseliges Bild oder mieser Ton. Die ersten Upgrades hatte ich bereits daheim: Ein Sony-Headset, ein USB-Mikrofon von Røde und die Logitech-Webcam gehören seit einigen Jahren zu meinem Stream-Setup. Nur ist das auf einen Raum und Standrechner begrenzt und damit wenig für den Einsatz in anderen Zimmern oder unterwegs geeignet.

Online-Meetings bleiben Arbeitsalltag. (Foto: Anna / Pexels)

Upgrade fürs Video: Was eine Webcam leisten sollte

Auf die verbaute 08/15-Technik wollte ich nicht setzen, suchte also nach einem Upgrade. Was eine Webcam für Videokonferenzen bieten sollte, ist schnell zusammengefasst:

  • Eine hochwertige Linse – wenn es geht: aus Glas. Sie ist Grundvoraussetzung dafür, dass das Bild brillant wirkt.
  • Einen großen Sensor. Er garantiert mit zunehmender Fläche ein geringeres Bildrauschen und gute Ergebnisse auch bei schwierigen Lichtverhältnissen.
  • Ein ausreichend langes USB-Kabel, um die Kamera beispielsweise auf den Monitor zu setzen und mit dem Rechner unterm Schreibtisch zu verbinden.

Was eine Webcam für Videokonferenzen nicht (unbedingt) bieten muss:

  • Eine Auflösung höher als 1080p – 4K-Cams sind vor allem für Videoaufnahmen und damit Content Creator interessant. In Zoom und Co. sind die Auflösungen ohnehin geringer.
  • Richtmikrofone. Damit reizen einige Webcam-Modelle. Die Schallortung ist in den meisten Fällen technischer Schnickschnack, vielfach seid ihr mit einem Headset oder einer Freisprechanlage besser bedient.

Praxiserfahrung: Von der Logitech zur Gamer-Cam und zurück

Die Webcam-Verfügbarkeit ging im ersten Lockdown in den Keller und man konnte schon froh sein, ein solches Gerät irgendwo zu bekommen. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt, auch, weil diverse Hersteller neue Hardware veröffentlichten. Ich war darum froh, dass AVerMedia eine speziell für Videokonferenzen konzipierte Kamera herausbrachte. Die Wahl des Produzenten ist indes nicht zufällig, da ich mit den Geräten aus gleichem Hause bislang nur gute Erfahrungen machte.

Hier lag der Fall anders. Denn die AVerMedia PW 513 ist auf dem Datenblatt potent: 4k-Auflösung, 94-Grad-Sichtfeld und der Sony-Exmor-R-Sensor sollten diese Hardware in die Champions League der Webcams katapultieren.

Am heimischen Rechner streikte die Verbindung über ein eigenes USB-C-Kabel. Die Norm 3.1 erfüllt es, es war um einiges länger als die beiliegende 1-Meter-Strippe. Gab es eine Inkompatibilität zu meinem Stand-PC? Nicht unwahrscheinlich. Während ich die Cam trotz zahlreicher Bemühungen nicht zum Laufen brachte, konnte Kollege Dansen von GamersGear die PW 513 den Detail rezensieren:

Für Gamer ist die PW 513 brauchbar. Und nach einigem Hin und Her klappte es daheim mit der Verbindung zwischen Webcam und Rechner. Notebook, Chromebook oder Smarphone konnten mit dem Gerät jedoch überhaupt nichts anfangen.

Also griff ich wieder zur Logitech C920, die ich für Sitzungen außerhalb meines Arbeitszimmers abbaue. Obwohl diese auf dem Datenblatt schwächer ist, fällt der Leistungsunterschied in den Konferenzen kaum auf. Und dank Adapter funktioniert sie am Lenovo IdeaPad Duet Chromebook genauso gut wie am Windows-Notebook oder dem Standrechner. Nur auf dem Raspberry Pi verweigerte sie den Dienst.

Ein echter Webcam-Klassiker: Logitechs C920. (Fotos: Logitech)

Audio: Freisprechanlage, Headset oder Webcam-Mikro?

Den richtigen Ton in Online-Meetings zu treffen, ist ebenfalls eine Frage der Technologie. Viele Mobilgeräte integrieren ein simples Mikrofon, das nahe Stimmen aufnimmt und weiterleitet. Ist es ein Smart-Device oder Notebook, verfügt dies in aller Regel über Lautsprecher, über die ihr die Gegenseite hört. Die meisten Schallüberlagerungen oder Rückkopplungen filtern Zoom, Discord und Teams durch einen Software-Algorithmus heraus. Wozu upgraden?

Weil einerseits die eigene Stimme zur Geltung kommen sollte. Je natürlicher sie klingt, umso angenehmer ist es für die Mitkonferierenden zuzuhören. Andererseits bestimmen die Lautsprecher darüber, ob die anderen laut und deutlich zu hören sind.

Dafür eignen sich Bügelkopfhörer wie In-Ear-Stöpsel, kabelgebunden oder via Bluetooth ins System gehangen. Bequem sollten sie sein und eben die eigenen Hörgewohnheiten bedienen. Die meiste Zeit verwendete ich das Sony-Headset MDR-XB1 950B1.

Eine Alternative sind Freisprechanlagen. Sie vereinen Audio-Ein-und-Ausgabe, sind meist über Plug & Play via USB anzuschließen und je nach verbautem Mikrofon für mehrere Teilnehmer in einem Raum geeignet. Ein solches Gerät ist das AVerMedia Speakerphone AS 311, das ich im Paket mit der erwähnten Webcam orderte. Die Erfahrungen hiermit sind durchweg positiv.

Über USB verbunden, klinkt sich das Gerät als Lautsprecher und Mic ein. Das klappt mit dem Standrechner und Notebook auf Windows-Basis ebenso wie mit Chromebook oder Android-Smartphone (getestet mit dem Samsung Galaxy S9 und Motorola Moto G 5G Plus).

Zweckentfremdet: Über USB-C ans Smartphone angeschlossen, ist das AVerMedia AS311 auch ein respektabler Lautsprecher.

Daniels Favorit: Die Freisprechanlage

Für Konferenzen ist die Freisprechanlage ein Gewinn. Ohren und Hände sind frei, ihr könnt bequem Notizen mitschreiben oder auf der Tastatur tippen. Störgeräusche gibt es nicht. Viele der Freisprecheinrichtungen filtern Umgebungsklänge und Sound-Überlagerungen heraus. AVerMedia setzt, wie viele andere auch, auf eine integrierte Hardware-Lösung, die unabhängig der verwendeten Software funktioniert, und im Praxistest über 3 Wochen die besten Ergebnisse hervorbrachte.

Symbolfoto: Bei so einem launigen Meeting könnt ihr online per Freisprechanlage problemlos weitere Personen einbeziehen. (Foto: Startup Stock Photos / Pexels)

Für die Mitkonferierenden war diese Erfahrung die beste. Der Ton ging klar und deutlich in beide Richtungen, ich konnte mit Mimik und Gestik in den Online-Meetings agieren. Das kam dem persönlichen Gespräch auf dem Flur oder im Büro am nächsten und lohnte schon deshalb die Investition. So könnte die neue Arbeitswelt eine sein, mit der ich mich dauerhaft anfreunde.

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