Krieg der Standards: Wie sinnvoll ist USB 3.1?

Krieg der Standards: Wie sinnvoll ist USB 3.1?

Anfang Juni gab Chiphersteller Intel einen Ausblick auf Thunderbolt 2, den neuen Turbo des Übertragungsstandards Thunderbolt, den man zusammen mit Intel entwickelt. Vergangene Woche hat das USB Implementers Forum zurückgeschlagen und die finale Spezifikation von USB 3.1 vorgestellt, eine Weiterentwicklung von USB 3.0.

USB 3.1 (Bild) soll dabei eine Datenrate von 10 Gbit/s garantieren, in der Praxis seien auch doppelt so hohe Geschwindigkeiten drin, heißt es von den Entwicklern. Bei USB 3.0 waren es noch 5 Gbit/s. Bei USB 3.1 soll die Technik abwärtskompatibel sein, also auch Geräte mit USB 3.0 und 2.0 unterstützen. Wer in den Genuss der vollen Übertragungsgeschwindigkeit kommen will, benötigt allerdings neue Stecker und Kabel. Hier zeigt sich ein Nachteil gegenüber Intels Thunderbolt.

USB 3.1 wäre mit 10 Gbit/s zwar in etwa so schnell wie Thunderbolt heute. Allerdings unterstützt die gemeinsame Lösung von Intel und Apple ab Thunderbolt 2 eine Duplex-Übertragung, also die Ausnutzung zweier Kanäle mit dann 20 Gbit/s. Erste Geräte mit Thunderbolt 2, das dann auch die Übertragung von 4K-Videos unterstützen würde, sollen noch in diesem Jahr erscheinen.

Breite Unterstützung für USB

Thunderbolt wäre also immer noch schneller als USB 3.1, man würde dafür keine neuen Kabel oder Stecker benötigen. Ferner hat Thunderbolt den Vorteil des kleineren Steckers, der neben einem Datenbus auch Audio- und Videosignale übertragen kann, also vielseitiger ist. Die Frage ist also, ob USB 3.1 in der Form unbedingt nötig ist. Thunderbolt (Bild unten) erscheint als die praktischere und leistungsfähigere Technik.

AppleThunderbolt

Auf der anderen Seite dürfte USB auch in der Spezifikation 3.1 von einer breiten Unterstützung der Hardware-Hersteller profitieren. Und: Thunderbolt ist für die Hersteller teuer. Auch mittlerweile fast zwei Jahre nach dem Start von Thunderbolt gibt es bislang erst wenige Geräte, die die „Donnerkeil“-Schnittstelle unterstützen. Ein weiteres Problem dürfte die bisherige Zentrierung auf das Apple-Universum sein. Notebook-Hersteller Acer sieht mittelfristig keine Chance für den Standard ist stieg kürzlich aus Thunderbolt wieder aus. Es könnte auch hier auf einen Formatkrieg zwischen zwei Standards hinaus laufen, wie einst beim Duell zwischen Blu-ray und HD-DVD, den zwei möglichen Nachfolgern der DVD, bei dem Blu-ray schließlich das Rennen machte. Thunderbolt vereint mehrere Techniken, ist kleiner, schneller. Trotzdem könnte die Wahl der Hersteller langfristig auf USB 3.1 fallen.

Problematisch ist für beide Zukunftsstandards aber noch etwas ganz anderes: Übertragungsraten von 10 Gbit/s oder mehr sind von heutigen Speichersticks oder Festplatten kaum zu leisten. Um vollen Genuss der pfeilschnellen Technik zu erleben, müssten Hersteller und Anwender auch hier aufrüsten.

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