Praxistipp: YouTube und Google Plus auch weiterhin ohne Klarnamen nutzen

YouTube macht Spaß. Aber immer mehr greift die Konzernmutter Google in die Plattform ein. In dieser Woche wurden YouTube und Google+ noch enger miteinander verzahnt. Ohne seinen echten Namen anzugeben, soll man YouTube nicht mehr nutzen können.

Denn Google hat in die Nutzungsbedingungen von Google Plus eine Klarnamenpflicht verankert. Wer mit dieser nicht einverstanden war, konnte Google Plus bisher einfach aus dem Weg gehen. Seit der Verknüpfung von Google Plus und YouTube in dieser Woche ist dies nun aber nicht mehr möglich, wenn man YouTube aktiv genutzt hat und nutzen möchte.

In den wenigsten Fällen ist es aber sinnvoll, seinen YouTube-Kanal unter seinem echten Namen zu verwenden und für alle, die auch Google Plus nicht unter ihrem Realnamen nutzen wollen, gibt es einen kleinen Workaround, den wir euch hier gerne vorstellen möchten.

Um einen Google-Plus-Account mit eurem Realnamen kommt ihr nicht herum, denn dieser ist die Voraussetzung für die Nutzung der Dienste. Ihn müsst ihr aber nicht aktiv verwenden, denn ihr habt die Möglichkeit unter eurem eigenen Profil (Fan)Seiten anzulegen, die man dann genau wie Profile nutzen kann. Diese Seiten unterliegen nicht der Klarnamenpflicht. Sie lassen sich auch mit YouTube-Kanälen verknüpfen. Man muss allerdings einige kleine Dinge beachten, wenn man beides miteinander verknüpfen möchte.

Was genau muss man tun? Schritt für Schritt:

Die Schritte sind ähnlich, je nachdem ob man nur auf Google Plus unterwegs sein möchte, oder auch auf YouTube.
Wichtig ist, dass unter der YouTube-Emailadresse ein reales Google-Plus-Profil mit einem Realnamen angelegt ist.

1. Fanseite auf Google Plus anlegen

seite erstellen

Ist man bei Google Plus eingeloggt, findet man unter „Übersicht“ den Punkt „Seiten“. Hier lassen sich die Fanseiten anlegen.

Möchte man nur Google Plus nutzen, wählt man als Namen seinen Nickname und als Profilbild seinen Avatar.

Möchte man die Fanseite für YouTube nutzen, wählt man als Namen den Titel, unter dem man seinen YouTube-Kanal betreiben möchte. Das Bild wird dann das kleine Profilfoto des Kanals.

2. Nutzen und Verknüpfen

Wer seine Fanseite nur für Google Plus nutzen möchte, ist jetzt bereits fertig. Eingeloggt kann man beim Klick auf sein Profilbild oben rechts die Fanseite aussuchen und damit dann kommentieren und selbst Beiträge veröffentlichen.

Wer seine Fanseite für YouTube nutzen möchte, muss jetzt den Kanal mit YouTube verknüpfen.

Jetzt gibt es zwei Fälle, die unterschiedlich behandelt werden

Ist die Fanseite unter einem anderen Kanal angelegt worden als der YouTube-Kanal, braucht es für den YouTube-Kanal ein eigenes Google-Plus-Profil. Dieses Profil muss einen Realnamen – am Besten des Verantwortlichen des Kanals – tragen. Es ist egal, ob es mehrere Kanäle unter einem Namen gibt. Man darf nur keinen Fantasienamen wählen, denn sonst besteht die Gefahr, dass Konto, Account und Kanal gesperrt werden können.

Das neue Profil legt man dann auf der Fanseite als neuen Manager an. Danach sollte bei YouTube die Fanseite als Auswahlmöglichkeit erscheinen.

fanseite

Laufen YouTube und das Google-Plus-Profil bereits unter dem gleichen Account, erhält man nach dem Login die Möglichkeit, die Fanseite auszuwählen. In der Auswahl verknüpft man nun den Kanal mit der Fanseite.

auswahlBeim Kommentieren mit der neuen Funktion ist es nun wichtig, dass man darauf achtet, die korrekte Seite auszuwählen, mit der man sich gerade unter Google bewegt. Das sieht man oben rechts am Profilbild. So kann man dann sowohl unter Google Plus als auch unter YouTube mit seinem Nickname kommentieren, ohne dass man seinen Realnamen in seinen Interaktionen verwenden muss.

Dieser Weg scheint etwas umständlich und viele wählen lieber die Lösung mittels eines Phantasienamens im Netzwerk. Jedoch birgt dies die Gefahr, dass der Account gesperrt und gelöscht wird, weil dies gegen Googles Nutzungsbedingungen verstößt. In dem Fall muss nicht einmal Google aktiv eingreifen. Manchmal reicht es schon, wenn ein Nutzer, mit dem man sich nicht gut versteht, den Namen bei Google meldet, um jemandem eins auszuwischen. Um dem aus dem Weg zu gehen, sollte man zumindest das Ursprungsprofil mit einem korrekten Namen anlegen. Es muss aber weder befüllt noch genutzt werden.

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5 Kommentare zu “Praxistipp: YouTube und Google Plus auch weiterhin ohne Klarnamen nutzen
  1. Pingback: Nach der YouTube-Verknüpfung: Wie benutze ich Google Plus? | Elvun Gaming-Blog
  2. Doch, man kommt um den Google+ Account herum. YouTube bietet derzeit die Möglichkeit einen neuen Kanal anzulegen, wodurch man besitzer einer Seite werden kann, ohne ein öffentliches Profil zu besitzen.

    • Achja: Leider ist die Fanseite aber selbst ein kompletter Google-Account. Legt man ein Passwort dafür an, kann man sich sogar ein Gmail-Postfach darauf registrieren. Nachteilig daran ist, dass man sich in Drittanbieter-Apps mit dem Login der Fanseite anmelden muss, um überhaupt Zugriff auf seine Favoriten zu bekommen.

  3. Danke, danke, danke!

    Nach mehreren Stunden erfolgloser Recherche bin ich auf deine Tipps gestoßen und genau so funktioniert es auch im Jahre 2014 weiterhin, einen YT Kanal unter einem Nickname zu betreiben. Du hast meine Nerven gerettet… 😉

  4. Die Telefonnummernabfrage kann man scheinbar nicht mehr umgehen. Auch nicht mit trash- Sms- Diensten. Und dann noch Klarnamen? Die spinnen wohl! In Zeiten von Bestandsdatenauskunft, bevorstehender neuer Vorratsdatenspeicherung und NSA- Verbrechern gebe ich der weltgrößten Datenkrake sicherlich nicht meine Daten.

    NOCH sind Sachen wie zB Regierungskritik usw. legal, solange niemand beleidigt wird. Hat eigentlich schonmal jemand daran gedacht, was passiert, wenn unsere tolle Entwicklung in der Politik so weitergeht wie bisher?

    Wer sagt denn, dass die politische Landschaft in ein paar Jahren nicht komplett anders auzssieht und man für Sachen wie Kritik usw. lebenslang ins Zuchthaus kommt. Nicht vorstellbar? Das haben die Leute in den 30ger Jahren auch gedacht. Wenn die Daten erstmal schön gesammelt und gespeichert sind, dann werden sie auch genutzt. Von wem, kann aktuell niemand wissen.

    Soll G$$gle sich sein tolles Konto halt in den Arsch schieben, von mir kriegen die NIX!!

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