Nach Eskapaden des exzentrischen Gründers: Aus McAfee wird Intel Security

Nach Eskapaden des exzentrischen Gründers: Aus McAfee wird Intel Security

Vor rund einem Jahr sorgte John McAfee für eine filmreife Geschichte. Der Gründer der IT-Sicherheitsfirma McAfee flüchtete vor der Polizei in seinem Wohnsitz Belize, die ihn der Komplizenschaft am Mord seines Nachbarn verdächtigte.

McAfee tauchte unter, twitterte aus dem Versteck, gab mehrere abenteuerliche Interviews, flüchtete ins Nachbarland Guatemala, wurde vorläufig inhaftiert, bloggte aus dem Gefängnis und wurde schließlich in die Vereinigten Staaten abgeschoben. Davor sorgte der fast 70-jährige für Aufsehen mit seiner öffentlich zur Schau gestellten Vorliebe für Drogen, junge Frauen und Waffen – etwas, was er in einem satirischen Video über sich selbst persiflierte. Kurz: Nicht unbedingt der beste Name, mit dem man eine IT-Sicherheitslösung bewerben will, und deswegen hat Intel jetzt reagiert – zur Freude von John McAfee.

Auf Wiedersehen McAfee, hallo Intel Security

Denn Intel als der neue Eigner der Antiviren-Lösung will den traditionellen Markennamen jetzt loswerden und alle IT-Sicherheits-Lösungen unter der neuen Marke Intel Security vereinen. Das sagte Intel-Chef Brian Krzanich auf der Elektronikmesse CES. Die Produkte würden künftig teilweise kostenlos angeboten und sollten auch Android-Geräte aus dem Hause Intel vor Sicherheitslecks und Viren schützen.

Das Unternehmen hinter der Sicherheitslösung McAfee ist seit 2011 eine hundertprozentige Intel-Tochter. Zuvor hatte sie mehrfach den Besitzer gewechselt. John McAfee hatte es 1987 gegründet, sich aber schon 1994 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. 1997 verkaufte er seine Anteile an der Aktiengesellschaft für geschätzte 100 Millionen US-Dollar. Obwohl er bereits seit über 15 Jahren nichts mehr mit dem Unternehmen zu tun habe, meldeten sich beinahe täglich unzufriedene Nutzer bei ihm, beklagte McAfee einst.

„Intel darum gebeten“

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bekräftigte John McAfee, er sei erleichtert, dass sein Name nun aus der Software verschwinde. Er habe Intel darum gebeten, die Lösung entweder zu verbessern, damit er nicht mehr mit Anfragen belästigt werde, oder sie umzubenennen. Zumindest Letzteres hat Intel nun getan. „Ich bin, wer ich bin“, sagte McAfee den Journalisten. „Es tut mir Leid, dass ich ein Exzentriker bin, das Leben genieße und mich nicht darum schere, was die Leute von mir denken.“

Damit spielt McAfee auf seinen Lebensstil, die Flucht aus Belize und das rätselhafte Video mit dem Titel „How to Uninstall McAfee Antivirus“ aus dem vergangenen Jahr an, das den Zuschauer, nun ja, staunen lässt:

Zuletzt hieß es, seine Wohnung in Belize sei abgebrannt. Der Millionär wohnt wieder in Miami und genießt allem Vernehmen nach sein Leben.

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