Alles drin, was man braucht. Und noch mehr. (Foto: Synology)

Meine persönliche Cloud: Eine kleine Liebeserklärung an das NAS

Wie konnte ich all die Jahre ohne ein NAS auskommen? Es ist mir ein Rätsel. Dabei ist meine DS215j von Synology erst seit ein paar Wochen im Einsatz. Und keine Minute möchte ich mehr auf meine eigene Cloud verzichten. Eine kleine Liebeserklärung.

Der Wunsch

Schon recht lange verspürte ich den Wunsch, meine wichtigen Daten zentral zu speichern. Ein Zugriff von allen Rechnern und mobilen Geräten wie Tablets oder Smartphones im Haus empfand ich in meinen Vorstellungen als überaus praktisch. Sämtliche Fotos der letzten 10 Jahre überall dort betrachten zu können, wo ich es möchte, war ein kleiner Traum.

Nach einem großen Hardware-Crash vor einigen Monaten schwang seitdem die Angst mit, meine wichtigen Daten, speziell von der Arbeit, könnten irgendwann einmal komplett verloren sein. Regelmäßige Backups auf einem großen Datenspeicher und außerhalb meines Arbeits-PCs hielt ich für sehr sinnvoll. Und da war noch eine „fixe Idee“ im Kopf: In meinem persönlichen Büro der Zukunft möchte ich unabhängiger sein, aber dennoch vollen, uneingeschränkten Zugriff auf meine Files haben. Ein NAS verspricht hier den Zugang von überall aus – mit dem Laptop, Smartphone, Tablet über das Internet.

Daten da, wo man sie braucht. (Foto: Synology)

Daten da, wo man sie braucht. (Foto: Synology)

Es waren noch viele andere Dinge, die mich endlich dazu bewegten, ein NAS zu kaufen. Einen netzgebundenen Speicher, meine persönliche Cloud, das Network Attached Storage – egal, wie man es nun nennen mag. Ganz ehrlich: Ich habe die Investition zu keiner Zeit bereut. Und ich bin nach wie vor angetan von den Möglichkeiten.

Die Wahl

Ich recherchierte viel und weiß noch immer nicht, ob ich jetzt DIE perfekte Entscheidung getroffen habe. Letztlich aber fiel die Wahl auf die DS215j von Synology. Die kostet regulär um die 160 Euro, hinzu gesellte sich eine 2TB große und NAS-fähige Festplatte von WD (Red), die derzeit bei etwas über 100 Euro liegt. Mehr als 250 Euro wollte ich nie ausgeben, nach oben hin scheint eh keine Grenzen zu existieren. Aber: Als Privatanwender und Kleinunternehmer sehe ich keine zwingende Notwendigkeit, mir NAS-Server zu kaufen, in der vier Festplatten und mehr Platz finden. Für RAID-0 oder RAID-1 genügt auch ein 2-Bay-NAS-Server wie die DS215j, die ich bisher mit einer HDD betreibe. Ob ich mich später für das Spiegeln sämtlicher Daten auf eine zweite Festplatte (Raid-1) oder für mehr Speicher entscheide? Ich bin mir noch nicht sicher.

Der Unterschied zu günstigeren und teureren NAS-Systemen liegt in erster Linie an der eigentlichen Hardware. Wir reden hier im Grunde über einen kompletten Mini-Rechner, der etwas großer als ein Router ist. In ihm steckt neben der Festplatte eine Hauptplatine mit Arbeitsspeicher und Prozessor sowie nötigen Controllern, die die Datenübertragung erst ermöglichen. Meine DS215j besitzt einen 800MHz getakteten Dualcore-Prozessor mit 512MB RAM. Das genügt als Netzwerkspeicher, der auch mal Bilder und Videos in ein für ihn geeignetes Format konvertiert, völlig aus. Teurere Modelle versprechen zusätzlich die Installation von Plex-Servern oder das Transcodieren von Medien, aus einem NAS wird so ein Multimedia-Player. Dann ist man aber in Preisklassen um die 400 Euro und mehr angelangt – und für meine Ansprüche war das etwas zu viel.

Klein, ansprechend und unauffällig - die DS215j. (Foto: Synology)

Klein, ansprechend und unauffällig – die DS215j. (Foto: Synology)

Letztlich war die DS215j eine Art Kompromiss aus Preis, Leistung und Funktionsvielfalt. Einen langsamen Singlecore-Prozessor mit 256MB RAM waren mir etwas zu wenig, volle Multimedia-Fähigkeit benötigte ich nicht zwingend. Und der Preis fiel in den Bereich, den ich bereit war auszugeben. Aber um es kurz zu machen: Ich denke, das richtige NAS für mich gewählt zu haben (zumal etliche Testberichte sehr positiv ausfielen).

Einrichtung und Alltag

Was mich an der DS215j von Anfang an total (!) begeisterte, das war die gesamte Logik. Synology entwickelte sichtlich ein extrem ausgereiftes System, das mich als Laien keineswegs überfordert. Der Einbau der Festplatte verlief absolut problemlos, genauso die erste Einrichtung des Betriebssystems. Die DS215j verfügt über das Synology-eigene DSM 5.1, das auf Linux aufbaut und genau so auch aussieht. Allerdings konfiguriert man alles direkt aus dem Browser heraus, überwacht jede erdenkliche Einstellung und installiert sogar zusätzliche Apps für weitere „Fähigkeiten“ des NAS. Wirklich in Windeseile aktiviert man die sogenannte Audio Station, eine Art Musikplayer für die MP3-Sammlung auf dem NAS. Ähnlich funktioniert auch die Photo Station und die Video Station. Zugriff zum iTunes-Server gefällig? Vielleicht doch sogar einen eigenen Webserver für den privaten Blog? Oder wie wäre es, wenn man aus dem Urlaub Downloads anwirft, die selbständig auf das NAS geladen werden? Ebenfalls großartig: Mit der Cloud Station besitzt man ab sofort seine eigene Cloud, die über das Internet erreichbar ist. Auf Wunsch synchronisiert sich meine DS215j mit OnDrive, Google Drive oder Dropbox.

Alles drin, was man braucht. Und noch mehr. (Foto: Synology)

Alles drin, was man braucht. Und noch mehr. (Foto: Synology)

Sicherlich ist das Übertragen großer Datenmengen über LAN oder die USB-Anschlüsse (die DS215j besitzt übrigens einen USB 3.0-Port – sehr praktisch) recht zeitraubend, doch dafür kann das Gerät nichts. Sind die Bilder, Videos, Fotos und Dokumente erst einmal auf dem NAS gesichert, hat man das Warten vergessen. Selbständig und auf Wunsch sofort synchronisiert das System geänderte Dateien auf dem Rechner, legt Backups an und sorgt dafür, dass ich das Gefühl erhalte, meine Daten seien gut geschützt. Apropos: Zahllose Sicherheitsmechanismen stehen zur Verfügung, genauso Apps für iOS und Android. Eben für den Fernzugriff.

Und es sind die vielen Kleinigkeiten, die mich immer wieder aufs Neue überraschen. Ich kann mir auf meinem iPhone jederzeit meine Bilder auf dem NAS angucken – das sind mittlerweile an die 50.000, die sich über die Jahre angesammelt haben. Wenn ich Platz auf dem Smartphone brauche, schiebe ich einfach über das Handynetz oder besser WLAN geschossene Fotos direkt zur DS215j, sodass ich sie auf dem Telefon löschen kann. Und unterwegs greife ich auf alle meine Daten von der Arbeit zu, ohne sie zuvor in einen Onlinespeicher oder auf einen USB-Stick schieben zu müssen. Perfekt! Einfach perfekt!

An der Oberfläche

Der Witz ist ja: Ich glaube, ich kratze nach wie vor an der Oberfläche des Möglichen. Meine DS215j bietet noch einiges mehr, was ich noch ausprobieren möchte. Gerade das Erschaffen eines privaten Webservers klingt sehr verlockend. Auch kann ich Fotogalerien erstellen und diese mit der Öffentlichkeit, zum Beispiel meiner Familie, teilen. Wie gesagt: Eine zweite Festplatte besitze ich noch nicht, die weitere Optionen zur Folge hätte – eben noch mehr Sicherheit für meine Daten, sollte eine Festplatte mal das Zeitliche segnen.

Verlockend ist durchaus, dass meine DS215j sogar IP-Kameras unterstützt, ich demnach meine Wohnung aus der Ferne überwachen könnte. Sie ist übrigens ein zertifizierter DLNA-Medienserver. Zumindest in meinem Heimnetzwerk (zwei Rechner mit Windows 7, einer mit Windows 8) fügte sich das NAS nahtlos ein, meine PlayStation 3 erkannte den Server auch sofort.

Ich könnte vermutlich noch weiter schwärmen und darüber philosophieren, wieso ich nicht schon vorher ein NAS gekauft habe. Ab er jetzt, wo ich meine kleine Kiste hier stehen habe, die übrigens im Ruhebetrieb etwas über 5 Watt verbraucht, möchte ich sie einfach nicht mehr missen. Mal schauen, was ich in den kommenden Wochen und Monaten noch so mit meiner DS215j so anstellen werde….

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2 Kommentare zu “Meine persönliche Cloud: Eine kleine Liebeserklärung an das NAS
  1. Hallo,
    ich überlege gerade mir ein neues NAS zuzulegen.
    Ich stehe zwischen dem ds215j und dem ds215+ wobei ich nicht genau weis ob ich die zusätzliche Power des „+“ brauche .
    Bist du immernoch zufrieden mit deinem DS215j?

    Lg Bernd

    • Ja, ich bin nach wie vor sehr zufrieden und würde auch den Kauf unverändert empfehlen. Der Preisunterschied zwischen j und + ist natürlich nicht ganz ohne. Wenn du wirklich nur Daten sichern und Musik sowie Bilder streamen möchtest, würde ich dir die j empfehlen. Geht es dir um Video-Streaming im Netzwerk, dann kommt die j schnell an Grenzen, eben wenns ums Konvertieren geht. Hier wäre dann z.B. die DS216play keine unattraktive Wahl. Oder so gefragt: Wozu willst du das NAS vorrangig verwenden?

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