Ein neuer Brotkasten. (Foto: MEGA65)

MEGA65: Der legendäre Commodore 64 erhält einen Nachfolger

Ältere Semester erinnern sich womöglich noch an die gute, alte C64-Ära. Der legendäre Brotkasten erhält bald einen inoffiziellen Nachfolger, der das Herz der Retro-Freunde fraglos höherschlagen lässt. MEGA65 – unser Gadget der Woche.

Zeitreise

Ursprünglich plante Commodore Anfang der 1990er Jahre den C65 als Erbe des überaus erfolgreichen Heimcomputers C64. Trotz eines quasi fertigen Prototypen wurden die Pläne zugunsten des Amiga-Rechners verworfen – der Commodore 65 wurde mit seinem integrierten Diskettenlaufwerk und dezent besserer Hardware schon vorzeitig zu Grabe getragen.

Das Museum of Electronic Games & Art möchte den C65 zu neuem Leben erwecken – mit dem MEGA65. Dabei handelt es sich um einen Komplettrechner, der sich optisch am nie veröffentlichten Vorbild anlehnt, aber deutlich bessere Technik spendiert bekommt. So sei der verwendete FPGA-Prozessor mit seinen 48MHz rund 50 Mal schneller als der Chip des C64. Hinzu kommen 128KByte RAM und 32KByte Farb-RAM, die offenbar genügen, um Inhalte in 1920×1200 Pixel mit 256 Farben darzustellen. Zusätzliche Grafikmodi ermöglichen Auflösungen mit 320×200 Pixeln (2 Farben) oder 160×200 Pixeln (vier Farben).

Auf Retro getrimmt. (Foto: MEGA65)

Auf Retro getrimmt. (Foto: MEGA65)

Dass wir hier über einen 8bit-Rechner reden, versteht sich von selbst. Aber der MEGA65 besitzt einen VGA-Ausgang, USB-Anschlüsse und sogar zwei DE-9-Ports für klassische Joysticks. Mit der Ethernet-Buchse kann eine Verbindung zu einem Netzwerk und damit theoretisch zum Internet hergestellt werden. Erstaunlich.

Wozu?

Der MEGA65 sei offiziellen Informationen zufolge mit C64-Software kompatibel, Inhalte bringt man über eine SD-Speicherkarte auf den Computer. Glücklicherweise wurde auf das Diskettenlaufwerk verzichtet.

Basic ist auch dabei. (Foto: MEGA65)

Basic ist auch dabei. (Foto: MEGA65)

Aber wozu das alles? Die Frage dürfte sich wohl für Retro-Anhänger gar nicht stellen, die sogar beim Betriebssystem ein nostalgisches Gefühl verspüren werden. Trotz einer Reise in die Vergangenheit werden sicherlich auch Hobby-Entwickler viel Freude mit MEGA65 haben. Dank OpenSource-Basis könnte aus dem Rechner eine große Fanbase hervorgehen, sofern es mit der Veröffentlichung im März 2016 klappt. Die Verantwortlichen wollen sogar Anleitungen anbieten, mit denen man sich selbst einen Rechner bauen kann – abgesehen vom FPGA-Prozessor.

MEGA65 klingt in jedem Fall nach einer reizvollen Mischung aus Retro und Moderne. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Webseite. Von einer Crowdfunding-Kampagne ist gegenwärtig nicht die Rede, für das Projekt können Sie aber bei Interesse spenden.

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