Es geht auch ohne Apple ID

Macbook Pro mit USB-Stick statt Apple ID

Es ist schon praktisch, durch die Anmeldung mit seiner Apple ID Programme und Daten synchronisieren zu können. Aber wenn eine Anmeldung bei Apple (oder Google) nicht erwünscht ist? Dann lautet die Alternative: MacBook Pro mit USB-Stick und portablen Programmen nutzen.

Warum sollte man das MacBook Pro mit USB-Stick statt Apple ID nutzen? Dank Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ziehen die IT-Abteilungen in vielen Betrieben die Zügel fester an. Dropbox? Wird gesperrt. Private Apple ID? Wird nicht mehr erlaubt. Schließlich schreibt Apple in seinen Nutzungsbedingungen für iCloud in Abschnitt IV. A. ausdrücklich: „Außerdem stimmst du zu, dass der Dienst nur für den privaten Gebrauch bestimmt ist …“.

Und das ist ein Problem. Es ist zwar toll, durch die Anmeldung mit seiner Apple ID alle Programme aus dem App Store und die iCloud zum Synchronisieren nutzen zu können. Aber wenn das nicht mehr erlaubt ist, hat man auf diese Programm und Dokumente keinen Zugriff mehr. Welche Möglichkeiten gibt es, den Apple-Rechner ohne seine eigene Apple ID und die dazugehörigen Programme zu nutzen?

Google als Alternative?

Am einfachsten ist es sicherlich mit Google. Allerdings würde ich meine Daten lieber Apple anvertrauen. Apple verdient sein Geld mit Hardware und sollte daran interessiert sein, die Privatsphäre seiner Käufer zu schützen. Google verdient sein Geld mit Werbung, ist also eher daran interessiert, seinen Kunden passgenaue Werbung für ihr Geld zu liefern.

Auf der Jagd nach Google-Alternativen: Nein, ich will nicht, nein!


Trendblog-Kollege Jürgen Vielmeier wollte vor einiger Zeit „Goodbye Google“ sagen, aber seine Serie an Artikeln zeigt, dass das nicht leicht ist. Noch schwieriger, wenn die iCloud keine Alternative ist. Natürlich kann man sich auch in Apples iCloud über den Browser einloggen, aber gegenüber der Anmeldung am Rechner ist das nur ein Notbehelf. Für meinen Geschmack reagieren die Programm auf diesem Weg viel zu langsam. Googles Dienste sind dagegen auf die Verwendung im Browser optimiert, hier geht alles viel flüssiger.

Am einfachsten wäre es also, Google Docs, Kalender und Mail zu nutzen. Beziehungsweise Google Drive über den Browser. Diese Möglichkeit nutze ich auch ab und zu. Gleichzeitig versuche ich aber, mich auf wenige Programm zu beschränken und diese nach Möglichkeit nicht auf dem Rechner zu installieren. Stattdessen nutze ich wieder einen USB-Stick.

Das MacBook Pro mit USB-Stick

Ein Stick mit Standard-USB-Stecker reicht leider nicht aus, wenn man auch am MacBook Pro arbeitet. Das verfügt nur noch über USB-C-Buchsen. Also nutze ich einen USB-Stick mit beiden Steckern. Der SanDisk Ultra Dual Drive ist sowohl mit dem gewohnten Standard-USB-Stecker ausgestattet als auch mit einem USB-C-Stecker. Den brauche ich für das neue MacBook Pro, den anderen für alle anderen Rechner.

Passwortmanager: Enpass portable auf dem Mac mit USB-Stick

Enpass portable auf dem MacBook Pro mit USB-Stick
Auf den Stick kommt mein Passwort-Manager Enpass in der portablen Version. Die hängt zwar etwas hinter der aktuellen Version hinterher, dafür kann ich die Passwortdatenbank aber auch auf dem Stick installieren und habe sie so an jedem Rechner zu Hand.

Nur auf den Stick muss ich jetzt gut aufpassen. Für den Fall, dass er doch mal abhanden kommt, sichere ich ihn von Zeit zu Zeit als verschlüsseltes Image. Und natürlich ist der Stick selbst auch mithilfe des Festplattendienstprogramms verschlüsselt. Ich habe ihn als Mac OS Extended (journaled, verschlüsselt) formatiert, damit ich ruhig schlafen kann, falls er doch einmal verloren geht.
Mac OS Extended (Journaled) Mac OS Extended (journaled, verschlüsselt)

WriteMonkey als Ersatz für iA Writer

WriteMonkey auf dem MacBook Pro mit USB-Stick
Zum Schreiben verwende ich nach Möglichkeit schlanke Editoren, die für Markdown optimiert sind. Mein Favorit war zuletzt iA Writer, doch dieses Programm lässt sich nur aus dem App Store laden. Zu dem habe ich keinen Zugang mehr.

Stattdessen habe ich auf dem Stick Writemonkey in der Version 3.0.5 Beta installiert. Das Schreibprogramm ist kostenlos für Windows, Linux und macOS erhältlich. Gegen eine Spende via Paypal kann man noch einige zusätzliche Funktionen freischalten und den Entwickler unterstützen. Lohnt sich in jedem Fall.

MacBook Pro mit USB-Stick: Portable Browser Vivaldi

Mein Leben ohne Google: Auf Wiedersehen Chrome, hallo Vivaldi!


Auch Jürgens Lieblingsbrowser Vivaldi habe ich auf dem Stick installiert. Um die portable Version auf dem Mac nutzen zu können, muss man zwar zu einem kleinen Hack greifen, aber das ist schnell gemacht. Danach kann man den aktuellen Browser Vivaldi auch auf dem Mac von einem USB-Stick aus als portable Version nutzen.

Als externes Gedächtnis: Devonthink Pro oder Elephant

Elephant und Devonthink Pro sind zwei Möglichkeiten, Links, Dateien und Informationen zu speichern, ohne dass diese auf irgendwelche Server in den USA geladen werden.

Devonthink als Profi-Lösung

Das Programm Devonthink kostet je nach Ausführung einige Euro und lässt sich ohne App Store laden und installieren. Wer Geld sparen möchte (so wie ich), hält nach einer Rabattaktion Ausschau, die es immer wieder mal gibt. Der Abgleich zwischen der mobilen und der Desktop-Version kann lokal erfolgen, die Datenbank liegt auf meinem USB-Stick. Sehr empfehlenswert.

Elephant: die kostenlose Evernote-Alternative

Elephant auf dem MacBook Pro mit USB-Stick
Die Open-Source Software Elephant ist dagegen kostenlos für Windows, Linux und Mac. Das Interface erinnert vom Aufbau her stark an Evernote. Es gibt zwar keine mobile Version, aber auch hier kann man den Ort wählen, an dem die Daten abgelegt werden, also auf dem USB-Stick.

Wie sieht es mit Euren Daten aus?

Die Datenschutzgrundverordnung hat zumindest mich mal wieder daran erinnert, dass man immer abwägen muss zwischen Bequemlichkeit und Datensicherheit. Und sie motiviert mich zu mehr Datensparsamkeit, indem sie mir zeigt, wieviele Daten die Unternehmen so im Lauf der Zeit von uns erhalten.

Wenn ihr auch mal schauen wollt: Hier könnt ihr eure Daten anfordern von Apple, Google oder Facebook. Erstaunlich, was da so zusammenkommt.

Wie gefällt Dir dieser Beitrag?
Bewertung wird geladen …
Schreibe einen Kommentar

Hinterlasse hier deinen persönlichen Kommentar. Wir freuen uns über deine Meinung.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

*