Lenovo wagt zu träumen: Konzept-Laptop mit biegsamem Riesen-Bildschirm

Lenovo hat in New York das Konzept eines faltbaren Laptops vorgestellt. Einen Prototypen zeigt der PC-Hersteller dabei ebenso wenig wie Möglichkeiten, ihn umzusetzen. Macht aber nichts!

Lenovo wagt zu träumen: Konzept-Laptop mit biegsamem Riesen-Bildschirm

Manchmal beginnt es ja bei einem Traum und endet noch längst nicht dort. Was Lenovo hier auf einem eigenen Transform-Event in New York vorgestellt hat, macht auf jeden Fall Lust auf mehr: ein Laptop mit Riesen-Bildschirm. Der Screen ist biegsam, es soll sich darauf mit einem E-Ink- oder Stylus-Pen schreiben lassen.

Fast schon langweilig im Vergleich dazu das Keyboard: Das sieht nach Standard-Thinkpad aus. Der ultradünne Laptop soll trotzdem noch Mikrofone für eine Sprachsteuerung verbaut haben und immer mit dem Internet verbunden sein. Vermutlich über die neue Windows-ARM-Architektur mit einem Qualcomm Snapdragon 835-Prozessor, wie er derzeit in besonders starken Smartphones wie dem Galaxy S8 oder dem gestern vorgestellten OnePlus 5 verwendet wird.

Umsetzung? Schauen wir dann mal

Wie Lenovo das umsetzen will? Im Moment noch völlig unklar. Es gibt weder einen Prototypen, noch hat Lenovo die technische Machbarkeit skizziert. Es geht erst einmal nur ums Konzept. Dabei wirkt eine Umsetzung auf mich gar nicht so unrealistisch. Zusammengeklappt erinnert mich der Konzept-Laptop an das Microsoft Surface Book. Ein solches Scharnier existiert also bereits. Biegsame Displays sind heute schon eher möglich als biegsame Chips. Das heißt: wir dürften zumindest verbaute biegsame Displays eher sehen als komplett biegsame Smartphones. Und hier in einem Laptop wäre so ein biegsames Display weniger fehl am Platze.

Stylus-Eingabe auf einem Touchscreen, hauchdünne Laptops, Sprachsteuerung, Always-on-Technik? Im Jahre 2017 längst erfunden und mehrfach umgesetzt. Also Lenovo: an die Arbeit! 🙂

Im Grunde längst erfunden – von Lenovo

Was ich mich eher frage, ist, ob man das praktisch überhaupt so benutzen möchte. Bei einem derart weit nach unten reichenden Display wären doch beim Tippen immer die eigenen Finger im Weg. Hier könnte ich mir eher vorstellen, dass ein Laptop mit einer Alternative zu Apples Touch Bar im den neuen MacBook Pro Sinn machen würde. Man nutzt den Fuß des Displays also nicht, um etwas zu betrachten, sondern lediglich als Eingabemodul.

Bisher habe ich es allerdings noch nie erlebt, dass ein traumhaftes Konzept am Ende eins zu eins umgesetzt wurde. Irgendwelche Kompromisse mussten die Entwickler eingehen. Und das führt schließlich immer zu Enttäuschungen und zu einem geringeren Erfolg, als manch einer zu träumen wagte. Muss man aber gar nicht drüber traurig sein. Freut man sich lieber über das, was es schon gibt: Biegsame und faltbare Laptops? Längst erfunden, sogar von Lenovo. Nennt sich Yoga. Schaut mal rein!

Bild: Lenovo

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