Huch? Wie man zum Microsoft-Fan wird…

Es ist noch nicht allzu lange her, dass mich Microsofts Ankündigungen eher langweilten. Ein neues Windows, ein neues Offices, eine neue Xbox? Naja. Doch mittlerweile gerate ich regelrecht in Verzückung, wenn die Redmonder (Software-)Schmiede etwas vorstellt. Was ist nur mit mir los? Es liegt nicht an mir, sondern: Microsoft kann wieder begeistern.

Was ist denn da passiert?

Nach der Krise kam die Selbstfindung. Microsofts schwere Zeiten sind fast vergessen, der neu eingeschlagene Weg scheint der richtige zu sein. Allein die Tatsache, Windows 10 als Gratis-Update an Millionen Windows-Nutzer quasi zu verschenken, war schon ein cleverer Schachzug. Doch mich fingen die Profis aus Redmond mit ihrem Mut zu neuen Ansätzen. Vor allem mit dem Surface präsentierte Microsoft schon vor drei Jahren eine aufregende, flexible Mischung aus Tablet und Netbook – lange bevor Apple, Asus, Lenovo und wie sie alle heißen auf ähnliche Ideen kamen.

Damals nicht der große Erfolg, aber ein mutiger Schritt - das Surface RT.

Damals nicht der große Erfolg, aber ein mutiger Schritt – das Surface RT.

Zugegeben: Mir fiel es schwer, Microsoft zuzutrauen, stimmige Hardware herzustellen. Zwar bin ich auch ein Fan der Xbox-Plattform, aber Netbook, Tablet, Laptop – so recht wusste ich nicht, ob das der Konzern hinbekommen würde. Seit einigen Monaten besitze ich ein Surface 3 Pro und bin nach wie vor fasziniert. Tolle Ideen, ein wunderbar-schlüssiges Konzept und eine erstklassige Verarbeitung – hier wirkt alles aus einem Guss. Nun, fast alles. Man denke hier an die Hitzeentwicklung, die das neu angekündigte Surface Pro 4 in den Griff bekommen haben dürfte.

Trotzdem: Langsam schaffte es Microsoft, das Unternehmen nicht nur als Windows-Hersteller zu sehen, sondern als Kreativwerkstatt, in der man auch mal neue Wege einschlägt und vielleicht sogar bereit ist, Risiken oder Flops einzugehen. HoloLens ist beispielsweise sehr wohl mutig und noch weit entfernt, die heimischen Wohnzimmer zu erobern. Ich meine – 3000 US-Dollar für eine Entwickler-Version? Wer soll das zahlen? Und wann soll das bezahlbar für den Massenmarkt werden? 2020?

Update: 2019 wurde die Hololens 2 angekündigt. Augmented Reality rückt näher.

HoloLens könnte auch ein riesiger Flop werden.

HoloLens könnte auch ein riesiger Flop werden.

Sei’s drum. Microsoft hat längst noch mehr im Angebot, was in mir Begehrlichkeiten weckt. Mit dem neu angekündigten Lumia 950 (XL) gibt’s endlich ein Windows-basiertes Smartphone, das mich kickt. Hightech, tolles Display, Profi-Kamera und sogar ein Preis, der sich deutlich unter dem eines iPhone 6S (Plus) oder gar eines Highend-Androiden von Sony oder Samsung ansiedelt. Zu wissen, dass das Telefon perfekt mit meinem Windows-Desktop und meinem Surface harmoniert, lässt in mir langsam die Frage aufkommen: Muss es wirklich iOS oder Android sein?

Irrational wird es bei mir beim ebenfalls frisch vorgestellten Microsoft Band 2. Für Sport interessiere ich mich nicht so recht, aber ein Fitness Tracker, der mit 11 Sensoren vollgestopft ist, fasziniert mich plötzlich. Kaum ein anderer Konkourrent kann mit so viele Technik-Schnickschnack auf kleinstem Raum brillieren, schick sieht das Armband mit OLED-Bildschirm auch noch aus. Dass es perfekt mit Windows Phone funktionieren würde – logo!

Das neue Microsoft Band 2.

Das neue Microsoft Band 2.

Ach, und das neue Surface Book. Meine Güte! Ich bin verliebt und ein klein wenig traurig darüber, dass mein Surface Pro 3 noch so jung ist. Die ganzen Convertibles der Konkurrenz können einpacken. Hier gibt’s ein richtiges Tablet. Und ein richtiges Netbook. Und von mir aus auch ein zusammengeklapptes Gerät, bei dem die Tastatur auf der Rückseite klebt. Das, womit andere Hersteller eben werben. Aber dieses Surface Book ist eben doch so viel mehr: In der abnehmbaren Tastatur steckt eine vollwertige Grafikkarte, das Display besitzt eine extrem hohe Auflösung, das Design ist eine Wucht.

Auf dem Weg zum neuen Apple?

Auch die Kollegen von Mobilegeeks oder Cashy sind sich einig: Microsoft klotzte bei den letzten Ankündigungen regelrecht. Aber für mich ist das alles eine ganze Ecke mehr als nur eine Palette reizvoller Produkte, die ich am liebsten ALLE HABEN WILL! Microsoft sieht sich zunehmend als Technologie-Unternehmen, das Emotionen wecken möchte. Und kann. Ich bin hin und weg von Windows-Rechnern, die sexy aussehen und sich ein wenig wie Apple vor einigen Jahren anfühlen. Als alles noch frisch, spannend und eben aufregend war.

Ich hoffe sehr, dass Microsoft weiter das gewisse Etwas, dieses für ein solches Unternehmen doch erstaunlich „hippe“, aber zugleich bodenständige Image beibehalten kann und so vielleicht doch zu einem neuen, starken Gegenpol für Apple und Co. wird. Zumindest ich für meinen Teil verbinde bereits positive Gefühle mit den aktuellen sowie kommenden Produkten und freue mich auf das, was noch kommt. Und wann freut man sich heutzutage noch über das Portfolio eines milliardenschweren Konzerns? Oh, Moment….

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