Google übernimmt Nest: Der nächste große Trend ist das Internet der Dinge

Wer an das mobile Internet denkt, der hat heute Smartphones und Tablets im Sinn. Es war eine schöne Revolution: Weg vom Wohnzimmer- oder dem Büro-Internet, ab auf die Straße mit dem Netz. Mit einem passenden Tarif, Apps und immer schnelleren Verbindungsmöglichkeiten wie HSDPA und LTE haben wir alles an einer Stelle. Das Internet ist flügge geworden.

Zwar hat noch nicht jeder ein Smartphone oder Tablet, trotzdem können wir das Thema langsam abhaken. Smartphones gibt es heute in allen Größen und Formen und es gibt nur noch wenige Baustellen wie die Akkulaufzeit, die optimiert werden müssen. Die Branche sucht also den nächsten Trend. Und das ist unzweifelhaft das Internet der Dinge. Wie zum Beweis hat Google heute Nacht Nest übernommen, den Erfinder der intelligenten Thermostats. Es ist eine der ersten spektakulären Übernahmen eines Anbieters für Smart-Home-Systeme im Endkundensegment.

3,2 Milliarden US-Dollar hat der Internetgigant für das aufstrebende Startup bezahlt. Und es dürfte erst der Anfang einer Reihe spektakulärer Übernahmen sein. Die Steuerung des Zuhauses von einem zentralen Punkt aus wird die Anbieter in den kommenden Jahren beschäftigen. Ein lernfähiges Thermostat ist hier nur eins von vielen Gadgets, die unser Zuhause verändern. Gesehen haben wir in den vergangenen Jahren auch Steckdosen oder Glühlampen, die sich per Funk ansteuern lassen, Waschmaschinen, Backöfen, die sich melden, wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind.

Ein Wörtchen mitreden

Aber Google dürfte es natürlich auch um etwas anderes gehen: Daten. Zwar soll Google durch die Übernahme von Nest im ersten Schritt keinen Zugriff auf die Nutzerdaten bekommen. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das ändert. Wir haben zuletzt auf der CES 2014 unter anderem Chips von Sony und Intel gesehen, die allerlei biometrische Daten aufzeichnen, unseren Schlaf überwachen oder ständig zuhören und auf Kommando reagieren. Big Data steht erst am Anfang. Die Möglichkeit, wertvolle Informationen über alles zu verknüpfen, was unseren Alltag betrifft, dürfte das Ziel vieler Unternehmen sein. Und Google hat hier mit den eigenen Datenfarmen natürlich ein besonderes Interesse daran, noch mehr Daten auszuwerten.

Praktisch gesehen ließen sich Gadgets wie Nest natürlich auch wunderbar in Googles persönlichen Assistenten Google Now integrieren und mit anderen Diensten verknüpfen. Etwa so: „Sie sind jetzt 23 Minuten und 2,7 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Möchten sie die Raumtemperatur auf 22 Grad einstellen?“

Big Data stellt hohe neue Ansprüche an die Themen Datenschutz und Sicherheit. Und es bietet zahlreiche Chancen einer Entwicklung, bei der wir erst am Anfang stehen. Google hat jetzt gezeigt, dass man hier ein gewichtiges Wörtchen mitreden will.

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