GMail erlaubt das Abmelden von Mailverteilern mit einem Klick

Wir werden täglich von E-Mail überrollt. Vielleicht geht es dem geneigten Leser wie diesem Autor, dass immer weniger „klassischer“ Spam darunter ist, dafür umso mehr Werbemail von Shops oder Social Networks, bei denen man sich vor Urzeiten einmal registriert hat. Um diese Mails wieder loszuwerden, führt Google in seinem E-Mail-Dienst nun erneut die Möglichkeit ein, sich mit einem Klick von Mailverteilern zu löschen. Mögliche Bedenken der Werbeindustrie will Google gleich im Keim ersticken.

Bereits seit dem vergangenen Jahr testet Google die so genannten „Quick Action Buttons„, die es dem Nutzer erlauben, im Posteingang nur mit Hilfe eines Klicks diverse Aktionen auszuführen, etwa, in Flüge einzuchecken, Sendungen zu verfolgen, Musik auf Spotify anzuhören. Nun tauchte eine bereits 2009 erstmals getestete Möglichkeit wieder auf: Das automatische Kündigen eines E-Mail-Abonnements mit nur einem Klick.

Unsubscribe-Links kosten jedes Mal Minuten

Viele Mails, auch einige Werbemails möchte der Nutzer bekommen, die meisten davon hat er auch abonniert. Doch wie überall gibt es auch unter den E-Mail-Marketern viele scharze Schafe, die jeden Nutzer, der sich einmal bei einem Dienst registriert hat, automatisch und oft auch noch nachträglich auf einen E-Mail-Verteiler setzen, wenn dieser dem nicht ausdrücklich widerspricht. Diese Art des Nutzerfangs hat seit geraumer Zeit Methode.

Mittlerweile ist es für die meisten dieser Newsletter, die man erhält, möglich, sich über einen „Unsubscribe“-Link wieder abzumelden. Aber der ist nicht immer vorhanden, nicht immer gut sichtbar und führt den Nutzer nicht selten auf eine weitere Seite, wo er sich durch die Einstellungen kämpfen muss. Es wird immer häufiger möglich, aber es kostet den Nutzer in jedem Falle ein paar Minuten wertvolle Lebenszeit. Mit Unroll.me entstand deswegen vor zwei Jahren sogar ein Startup, das dieses Problem automatisch lösen will.

Überfällig

Google baut diese Möglichkeit ab jetzt nach und nach in GMail ein. Es wird vielleicht noch einige Wochen dauern, bis diese Funktion für jeden Nutzer verfügbar ist, aber sie soll kommen. Google macht Werbetreibenden diese Funktion auf ganz besondere Art und Weise schmackhaft: Es soll gar ein Vorteil für sie sein. Laut GMails Anti-Spam-Chef Vijay Eranti würde dadurch die Möglichkeit verringert, dass ein Nutzer echte Werbung genervt als „Spam“ markiere und Newsletter damit auf Googles schwarzer Liste landeten. Das Verfahren sei ein Stück weit ehrlicher.

Letzendlich dürfte es Google allerdings auch um eine weitere Einnahmequelle gehen. Seit mehreren Monaten unterteilt GMail den Posteingang in die drei Kategorien „Allgemein“, „Soziale Netwerke“ und „Werbung“. In letzterer Kategorie hatte Google Anfang des Jahres Werbe-Anzeigen aufgenommen. Es könnte Google darum gehen, Online-Marketern hier eine neue Form von Werbung schmackhaft zu machen. Der Nutzer profitiert dennoch, wenn er seinen Posteingang mit einem Klick selbständig weiter aufräumen kann. Ein solcher Unsubscribe-Button war überfällig.

Bild: Google. Das Motiv zeigt die bereits vor einigen Monaten eingeführte Möglichkeit, aus dem Posteingang heraus auf Einladungen des Google Kalenders zu reagieren.

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