Gamescom 2015: Hardware-Neuheiten aus Köln

Gamescom 2015: Hardware-Neuheiten aus Köln

Wirklich neue Hardware, womöglich überraschende Konsolen-Ankündungen und Enthüllungen gab’s auf der diesjährigen Gamescom nicht zu sehen. Dennoch verkündeten einige Hersteller interessante Neuigkeiten. Wir fassen zusammen.

Microsoft erweitert das Xbox One-Erlebnis

Neben neuen Konsolen-Bundles präsentierte Microsoft einige Neuheiten rund um die Xbox One. Im November erhält die Entertainment-Maschine eine eigene Fassung von Windows 10 mit einer frischen Benutzeroberfläche. Interessant ist hierbei, dass die Konsole näher zu den Windows-basierten Computern rückt: Controller und andere Eingabegeräte sollen gleichermaßen auf PCs und Xbox One funktionieren, ebenfalls wird die Entwicklung von Spielen für beide „Plattformen“ leichter.

Das Chatpad für Xbox One-Controller. (Foto: Microsoft)
Das Chatpad für Xbox One-Controller. (Foto: Microsoft)

Ebenfalls im November erscheint das Chatpad. Das ist ein kleiner Aufsatz für den Xbox One-Controller, der diesen um eine Mini-Tastatur für schnellere Eingaben erweitert. Diese Lösung soll auch mit Windows-Computern oder Tablets genutzt werden können.

Erst 2016 folgt eine DVR-Funktion für die Xbox One: Die Konsole wird zum Videorekorder für terrestrisches Fernsehen. Via Smartphone oder Tablet aufgenommene Programme können sogar auf andere Windows-Geräte gestreamt werden. Microsoft möchte die Xbox One weiter zu einer Multimedia-Schaltzentrale ausbauen. Sicherlich der Schritt in die richtige Richtung.

Razer mit Highend-Gaming-Keypad Orbeaver Chroma

Mit einem Preis von unverbindlichen 149,99 Euro richtet sich das Razer Orbweaver Chroma an ambitioniertere Spieler. Das hochwertige Keypad verfügt über mechanische Tasten und eine individuell programmierbare Beleuchtung. 30 Tasten lassen sich frei programmieren, auch der Acht-Wege-Thumb-Pad darf angepasst werden. Module für Handgröße, Daumen- und Handballenauflage können eingestellt werden.

Nicht für Gelegenheitsspieler gedacht. (Foto: Razer)
Nicht für Gelegenheitsspieler gedacht. (Foto: Razer)

Aber da ist besagter Preis. Ab diesen Monat wird Orbeaver Chroma erhältlich sein. Weitere Details gibt’s auf der offiziellen Webseite www.razerzone.com/chroma

Intel mit der nächsten Chip-Generation

Die offizielle Ankündigung der Skylake-Plattform hob sich Intel sicher nicht zufällig für die Gamecom auf. Denn die neuen Prozessoren Core i7-6700K und Core i5-6600K sind für anspruchsvolle Gamer gedacht, die ihre Chips auch gerne übertakten möchten. Die im 14nm Prozess gefertigten Chips benötigen allerdings völlig neue Mainboards mit Z170-Chipsatz, diverse Hersteller wie ASUS, ASRock, Gigabyte, MSI oder EVGA haben bereits ihre Lösungen am Start.

Für PC-Gamer spannend. (Foto: Intel)
Für PC-Gamer spannend. (Foto: Intel)

Mehr Power bei weniger Stromverbroch, Unterstützung von DDR4-Speicher, USB 3.1 bzw. USB 3 Typ-C und das Entfernen integrierter Spannungswandler sind weitere Merkmale der Skylake-Plattform. Erste Tests, zum Beispiel bei Golem oder Hardwareluxx, klingen überaus positiv. In den kommenden Wochen und Monaten werden Komplett-Rechner sowie einzelne Komponenten erhältlich sein, weitere CPUs von Intel auf Skylake-Basis folgen.

Seagate Festplatte für Xbox One und Xbox 360

Mittlerweile kann man an Xbox One und Xbox 360 ohne weiteres externe Festplatten anschließen und diese zum Ablegen von Spielen oder anderen Medien-Inhalten verwenden. Trotzdem bringt Seagate mit dem Game Drive die erste offiziell lizenzierte HDD in den Handel.

Klein und Grün. (Foto: Seagate)
Klein und Grün. (Foto: Seagate)

Das Game Drive besitzt 2TB Speicher und wird via USB 3.0 (an Xbox 360 mit USB 2.0) einfach an die Konsole angeschlossen. Eine separate Stromversorgung ist nicht nötig. Auffällig sind das grüne Design und das Xbox-Logo, sonst aber besitzt das Zubehör keine weiteren Besonderheiten. Man verspricht eine simple Bedienung und liefert das nötige Kabel mit.

Preislich wird das Game Drive bei 110 Euro liegen. In Anbetracht der Tatsache, dass andere 2TB-Platten mit USB 3.0 schon für weniger Geld zu haben sind, mag das kein Schnäppchen sein. Für Einsteiger, die Wert auf von Microsoft abgesegnete Produkte legen, könnte die HDD sicher eine gute Wahl sein. Wohl in den nächsten Wochen wird das Game Drive in den Handel kommen.

Updates der VR-Brillen

Auf der Gamescom ein überaus wichtiges, da trendiges Thema: VR-Brillen. Sony, HTC und Oculus VR zeigten die aktuellen Prototypen ihrer Virtual-Reality-Lösungen. Und in erster Linie scheint man noch intensiv an Eingabemöglichkeiten für das Bewegen in fiktiven 3D-Welten zu feilen.

HTCs Vive könnte Oculus Rift ernsthafte Konkurrenz bereiten.
HTCs Vive könnte Oculus Rift ernsthafte Konkurrenz bereiten.

HTC verwendete für die hauseigene Vive-Brille, die von Valve mit SteamVR unterstützt wird, auf der gc zwei Controller, die über Bluetooth direkt mit einem Rechner verbunden sind. Eingaben werden so weitgehend verzögerungsfrei ausgewertet. Aber wie zum Beispiel Heise berichtet, scheint Vive für das Simulieren eines Holodecks mindestens 12m² Platz in der Wohnung zu benötigen. Das dürfte nicht unbedingt für den Alltagsgebrauch geeignet sein. Sowieso kann HTC noch keine Preise nennen. Die Systemanforderungen an PCs werden übrigens auch hoch ausfallen.

Auch Oculus VR werkelt intensiv am eigenen Touch-Controller, der erst einige Monate nach der Oculus Rift erscheinen wird. Anfänglich wird die VR-Brille mit einem Xbox-Gamepad ausgeliefert. Das neue Eingabegerät soll bereits sehr präzise funktionieren, intuitive Greifbewegungen seien möglich. Nur für große Hände wäre es noch nicht perfekt. Dafür klappe die Positionierung im Raum mindestens genauso gut wie bei der Konkurrenz von HTC.

Letztlich zeigen die Hersteller ihre Bemühungen, ausgereifte Produkte zu entwerfen. Aber auch hier zählt letzlich ein ausgiebiges Angebot an Software. Und bis aufwändige, komplexe und umfangreiche AAA-Blockbuster für VR-Brillen erscheinen, werden wohl sicher noch einige Jahre vergehen. Early Adopters dürfen sich aber freuen, denn 2016 wird in diesem Segment ein ereignisreiches Jahr. Ob sich Oculus Rift oder HTC Vive behaupten können,  vielleicht ein Newcomer für Aufsehen sorgt? Oder könnte Sony mit Project Morpheus, das dank PlayStation 4 als Hardware-Voraussetzung eine finanziell relativ geringe Einstiegshürde darstellt, das Rennen machen? Die Fragen konnten auf der Gamescom nicht klar beantwortet werden.

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