Kommentar: Zu viele App Stores

Die Sache riecht nicht echt, auch wenn sie für eine Fälschung gut gemacht wäre: Am vergangenen Wochenende sind Fotos von aktuellen Blackberry-Smartphones mit Google Play aufgetaucht. Die Vermutung muss von den Findern natürlich gestellt werden: Gibt Blackberry auf und ersetzt das eigene Shopsystem Blackberry World mit Google Play? Oder warum nicht gleich Blackberry 10 mit Android?

Dazu wird es so schnell wohl nicht kommen. Es würde einen massiven Gesichtsverlust für Blackberry bedeuten. Aber die Problematik ist nicht ganz von der Hand zu weisen: Blackberry 10 ist mittlerweile zehn Monate alt und noch immer fehlen wichtige Apps oder sind verfügbare Apps nicht auf dem Stand ihrer Pendants auf iOS oder Android. Die eigentliche Frage, die gestellt werden muss, ist fast schon rhetorischer Natur: Müssen sich Entwickler um zu viele App Stores kümmern?

Jeder, der etwas auf sich hält, hat einen App Store

Man schaue einfach selbst: Ob iOS first oder Android first, ist eigentlich egal. Die beiden meist genutzten App Stores der Welt werden meist als erstes bedient. Entwickler müssen sich sowohl um eine Smartphone- wie auch eine Tablet-Version für beide Stores kümmern und verschiedene Display-Größen unterstützen. Bei Android sind das mehrere hundert.

Kämen als nächstes Windows Phone und eigentlich auch Windows 8 – denn auch hier sollen natürlich Apps her. Mac OS X darf man auch nicht vernachlässigen. Ubuntu will mit namhaften Apps aus der Nische, Firefox OS hofft auf Web Apps, um zur Nummer 4 der mobilen Betriebssysteme aufzusteigen.

Ist das schon alles? Natürlich nicht. Wir dürfen Web-Auftritte (Desktop-Version und mobile Seiten) nicht vergessen. Google will auch auf Laptops die dritte Kraft hinter Microsoft und Apple werden. Dafür müssen Apps für den Chrome-Browser und Chrome OS her. Und mit den zahlreichen Smart-TV-Systemen von Samsung über LG bis hin zu angepassten Versionen für Googles Smart-TV-Stick Chromecast fangen wir am besten gar nicht an.

Offene Plattformen und Konsolidierungen werden kommen

Für große Entwicklerstudios vielleicht ein lösbares Problem. Aber die spannendsten Apps kommen ja von unabhängigen, kleinen Entwicklern. Und die haben natürlich nur die Ressourcen, erst einmal das Wichtigste abzudecken. Blackberry dürfte da weit hinten auf der Agenda stehen.

Die Hersteller stehen sich hier in der Tat selbst im Weg, wenn sie ein anderes Ökosystem mit noch anderen Entwicklerkits oder Programmiersprachen fordern. Dabei sollte es doch das eigentliche Ziel sein, es den Entwicklern so einfach wie möglich zu machen.

Wäre es also die Lösung, Google Play auf Blackberry 10 zu portieren? Es würde zumindest die Auswahl an Apps erhöhen und die Geräte schon deswegen attraktiver machen. Das Gesicht und die Bedienung von Blackberry 10 würden dadurch allerdings völlig verändert. Deswegen ist es unwahrscheinlich, dass es jemals dazu kommt, egal wie schlecht es Blackberry im Moment geht. Dass einige der Betriebssysteme sich öffnen oder wieder ganz vom Markt verschwinden, ist indes allerdings nur eine Frage der Zeit. Denn so viele, wie es im Moment gibt, kann kaum ein Entwickler abdecken.

Bild/Leak: Crackberry-Forum

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