Xiaomi 11T Pro im Test: Akku voll in 19 Minuten

Beim Aufladen ist es das schnellste Smartphone der Welt. Bei uns im Test offenbarte das Xiaomi 11T Pro aber auch Schwächen wie das abdruckanfällige Gehäuse.

Xiaomi 11T Pro im Test: Akku voll in 19 Minuten

Xiaomi hat die 11er-Reihe seiner beliebten Smartphones unter anderem um das Xiaomi 11T Pro mit 5G erweitert. Wir haben uns das „Highend-Light-Smartphone“ geschnappt und unter die Lupe genommen. Kann man einen 5.000 mAh großen Akku wirklich in unter 20 Minuten laden? 

Inhalt

120 Watt Hyper Charge und der Akku

Smartphones von Xiaomi hatten schon immer einen recht großen Akku. Das 11T Pro ist da mit 5.000 mAh keine Ausnahme. Neu ist allerdings die Ladegeschwindigkeit, denn das 11T Pro könnt ihr mit aberwitzigen 120 Watt aufladen. Laut Xiaomi lädt das Smartphone von 2 auf 100 Prozent in nur 17 Minuten. 

Natürlich haben wir das selbst getestet. Wir sind bei drei Prozent gestartet, da das 11T Pro nach dem Hochfahren bereits zu drei Prozent geladen war. Von da hat das Handy rund 18:30 Minuten bis auf 100 Prozent gebraucht. Das ist ein wenig mehr als die beworbenen 17 Minuten, aber trotzdem noch verdammt schnell. Nach 5:30 Minuten war das Handy bereits zu 45 Prozent geladen, nach etwas über 10:30 Minuten war es bei 73 Prozent und nach 15:10 Minuten bereits bei 94 Prozent. Nach 17 Minuten waren wir kann bei 99 Prozent.

Der letzte Prozentpunkt hat dann schließlich etwas auf sich warten lassen, sodass das Handy nach rund 18:30 voll geladen war. Den Prozess könnt ihr euch hier im Video anschauen:

Das sind Ladezeiten, von denen die Konkurrenz momentan nur träumen kann. Einige Nutzer machen sich Sorgen um den Akku, denn wenn so viel Strom so schnell fließt, kann das eigentlich gar nicht gut für die Batterie sein. Natürlich hat Xiaomi sich aber auch darüber Gedanken gemacht.

So ist dieser in zwei Partitionen aufgeteilt, die abwechselnd aufgeladen werden. Wenn eine Seite zu heiß wird, ist die andere dran. Wann das der Fall ist, messen Hitzesensoren in verschiedenen Teilen des Smartphones. Zusätzlich Xiaomi das 11T Pro durch eine große Dampfkammer im Inneren. Schließlich ist die Sicherheit durch die sogenannte Safe-Fast-Charge-System-Zertifizierung vom TÜV Rheinland gewährleistet. 

Der 120-Watt-Hyper-Charger lädt das Smartphone blitzschnell auf.

Laut Hersteller soll die Batterie sogar noch länger ihre volle Leistung behalten als langsamer ladende Smartphones. Beim Vorgängermodell schätzte Xiaomi die Lebensdauer auf rund 500 Ladezyklen ein, der Akku des 11T Pro soll bei bis zu 800 Ladezyklen nahezu seine volle Power behalten. Das konnten wir natürlich nicht testen. 

Technische Daten des 11T Pro

Display 6,67 Zoll, AMOLED-Display, 120 Hertz
Chipsatz Snapdragon 888 5G
RAM 8 GB / 12 GB
Speicherplatz 128 GB / 256 GB
Kamera 108 MP Weitwinkel, 8 MP Ultraweitwinkel, 5 MP Telemacro
Frontkamera 16 MP Weitwinkel
Akku 5.000 mAh
Betriebssystem Android 11 mit MIUI 12.5
Anschlüsse USB-C 2.0, USB On-The-Go

Kamerasystem: Der Fokus liegt auf Video

Das Kamerasystem von Xiaomis neuesten Flaggschiff besteht aus insgesamt drei Linsen. Dabei ist die Hauptkamera eine 108 Megapixel starke Weitwinkel-Linse in Begleitung einer 8-Megapixel-Ultraweitwinkel-Linse und einem 5-Megapixel-Telemacro-Objektiv. Mit der Hauptkamera fangt ihr dementsprechend die meisten Pixel ein. Das Ultraweitwinkel-Objektiv nutzt ihr, wenn ihr besonders viel aufs Bild bekommen möchtet und das Telemacro-Objektiv eignet sich am besten für Aufnahmen aus nächster Nähe. 

Das Hauptaugenmerk legt Xiaomi bei der Kamera des 11T Pro aber auf die Videoaufnahme. So wird das Kamerasystem mit dem Marketingbegriff “Cinemagic” beworben. Eine neue Spielerei bei Smartphones – Apple hielt im iPhone 13 jüngst mit dem Cinemativ Mode dagegen. Im Grunde möchte Xiaomi euch damit sagen, dass ihr mit dem 11T Pro magische Kinomomente selbst herbeizaubern könnt. Das durfte ich sogar aus erster Hand lernen. 

Als fotografischer Laie war die Kamera recht simpel für mich zu bedienen und die KI hat alle Einstellungen für mich übernommen. Sicherlich hätte ein Profi mit anderen Einstellungen noch mehr aus den Bildern herausholen können, ich bin mit den Ergebnissen aber vollkommen zufrieden.

Aufgefallen ist mir, dass die Hauptkamera und die Weitwinkelkamera eine etwas andere Farbgebung ausspucken, was ihr gut an den Fotos der Windkraftanlagen sehen könnt. Von der Telemakro-Kamera war ich schon beeindruckt, da sie ihr Ziel schnell findet und durch den Unschärfeeffekt auch für Anfänger wie mich tolle Bilder erstellt.

Cinemagic für Anfänger

Auf einem Xiaomi-Event in Berlin habe ich in einem Workshop mit zwei professionellen Regisseuren gelernt, wie ich mit dem 11T Pro kinoreife Szenen erstelle. Die Ergebnisse waren schon beeindruckend. Allerdings muss ich dabei sagen, dass ich ohne Anweisungen der Profis keine annähernd so professionellen Clips hätte erstellen können. 

Mein Fazit daraus: Ihr könnt mit dem 11T Pro durchaus professionelle Videos schießen und sogar Filme machen. Allerdings setzt das voraus, dass ihr das Handwerk eines Regisseurs zumindest ein Stück weit beherrscht. Es gibt tatsächlich Filme, die ausschließlich mit dem Smartphone gefilmt wurden und in Kinos liefen. Zum Beispiel Tangerine von Sean Baker. 

Die magischen Kinomomente werden vor allem durch die Videoeffekte möglich, die Xiaomi softwareseitig in das Kamerasystem integriert hat. Zu diesen Effekten gehört unter anderem der sogenannte Hitchcock-Zoom (auch Vertigo-Effekt genannt), der einen dramatischen Zoomeffekt zaubert oder ihr lasst einfach den Hintergrund einfrieren, wobei sich das Hauptobjekt des Videos weiter bewegt. 

Für Cineasten spielt natürlich auch die Auflösung eine Rolle. Mit der Kamera filmt ihr entweder in 8K bei 30 Bildern pro Sekunde, in 4K bei bis zu 60 FPS oder in 1080p mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde für Slow-Motion-Videos. 

Gerade wenn es darum geht, Videos mit dem 11T Pro aufzunehmen, bietet euch Xiaomi mit diesem Smartphone zahlreiche Möglichkeiten an. Habt ihr dann noch das nötige Talent, steht dem nächsten Kinofilm nichts mehr im Wege. 

Display: 120 Hertz und knackig scharf

Die Videos und Bilder könnt ihr euch dann auf dem 6,67 Zoll großen Amoled-Display anschauen. Das hat eine Auflösung von 2.400 x 1080 Pixel, Dolby Vision, HDR10+ und eine Helligkeit von 800 Nits. Auf dem Papier hat der Bildschirm also alles, was ein modernes Flaggschiff-Smartphone haben sollte. Und auch in der Praxis sieht auf dem Xiaomi 11T Pro alles gestochen scharf, hell und angemessen bunt aus. 

Mit der Helligkeit von 800 Nits ist das 11T Pro eher am unteren Ende der High-End-Smartphone-Displays. Das neue iPhone 13 Pro zum Beispiel besticht mit 1.000 Nits. Erste Smartphones bieten in der Spitze sogar über 1.500 Nits. Trotzdem könnt auf dem 11T Pro auch bei Sonnenschein alles klar erkennen. Die 800 Nits sind vollkommen ausreichend.

Die 120 Hertz sind adaptiv. Das bedeutet, das Smartphone passt die Bildwiederholrate automatisch an die gezeigten Inhalte an. Spielt ihr ein Videospiel, dürfen es gerne die vollen 120 Hertz sein. Schaut ihr dagegen ein Foto an, fährt das 11T Pro die FPS herunter. Das spart gehörig Akku. Wenn ihr immer Akku-effizient arbeiten möchtet, schaltet ihr einfach den 60-Hertz-Modus ein. Dadurch wird die Bildwiederholrate auf 60 festgesetzt, unabhängig vom Inhalt. 

In der Praxis habe ich aber gar nicht so viel von der adaptiven Refresh-Rate mitbekommen. Wenn es Bewegung auf dem Bildschirm gibt, egal ob im Menü oder im Spiel, läuft das 11T Pro mit 120 Hertz. Wenn das Bild „steht“ aktualisiert sich das Display mit 60 Hertz. Praktisch ist mir nicht aufgefallen, dass das Handy in bestimmten Momenten umschaltet.

Das Display ist aus jedem Winkel hell.

Insgesamt zaubert das Display klare und kontrastreiche Bilder dank modernen Features, die ein High-End-Smartphone haben sollte. 

Material und Verarbeitung: Feels like Mittelklasse

Ein teures Smartphone, was ihr täglich nutzt und in der Hand habt, sollte auch nach etwas aussehen und sich nach einem wertigen Gerät anfühlen. Hier zeigt das 11T Pro von Xiaomi seine größten Schwächen. Wo ihr bei anderen Flaggschiff-Phones einen Keramik- oder Metall-Rücken vorfindet, ist der des 11T Pro aus Kunststoff. Das fühlt sich wenig wertig an und hinterlässt sehr schnell Fingerabdrücke. Aber zumindest der Rahmen ist aus Aluminium und sorgt somit für Stabilität.

Ein Vorteil des Kunststoffs ist allerdings, dass er wenig rutschig ist. Die Gefahr, dass euch das Smartphone aus Versehen aus der Handfläche fällt, ist dadurch also gering. Wenn ihr den Kunststoff “verstecken” möchtet, könnt ihr ganz einfach eine Hülle nutzen, die diese verdeckt. Für mich persönlich ist das allerdings keine Optionen, da so eine Hülle das Smartphone meiner Meinung nach unnötig dick macht und sie im normalen Alltag unnütz ist. 

Die Rückseite fängt Fingerabdrücke und reflektiert stark.

Abgesehen davon wirkt die Verarbeitung sehr gut und die Größe des Handys ist nichts Besonderes in dieser Preisklasse. Mit einem Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis von 85,1 Prozent sind die Ränder angenehm klein. Das bedeutet, der Bildschirm nimmt 85,1 Prozent von der Vorderseite des 11T Pro ein. 

Insgesamt hinkt Xiaomis Flaggschiff in der Kategorie Look and Feel seiner Konkurrenz aber durch die Materialwahl hinterher. 

Hardware: Prozessor und Speicher des 11T Pro

An der Hardware-Front kann das 11T Pro aber wieder punkten. Es wird durch einen Snapdragon 888 angetrieben, was momentan einer der schnellsten Mobile-Prozessoren auf dem Markt ist. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, diesen einem Benchmark mit dem Tool Geekbench 5 zu unterziehen. 

Als Ergebnis haben wir hier eine Single-Core-Score von 1.126 und einen Multi-Core-Score von 3.560 im CPU-Benchmark bekommen. Laut Geekbench misst dieser Test die CPU-Leistung eines Smartphones in alltäglichen Aufgaben. Zum Vergleich: In beiden Metriken schlägt der Snapdragon 888 im 11T Pro das Samsung Galaxy S21 Ultra 5G um mehrere Hundert Punkte. In Samsungs-Flaggschiff arbeitet der hauseigene Exynos-2100-Prozessor. 

Interessant sind auch die Ergebnisse aus dem Geekbench-5-Compute-Benchmark. Hier misst das Tool das Potenzial für Gaming, Bildbearbeitung und andere Video-Aufgaben eines Chips. Unser Testgerät hat hier ein Ergebnis von 4.670 Punkten erzielt. Verglichen mit dem Galaxy S21 Ultra 5G mit Exynos-2100-Chip ist das relativ wenig, denn dieser kommt auf einen Punktestand von 6.909. 

Diese Ergebnisse sagen uns also, dass das 11T Pro alltägliche Aufgaben und Einsätze schneller als das Galaxy S21 Ultra 5G erledigt, in Sachen Games und Bildbearbeitung aber hinterher hinkt. 

Am Speicherplatz hat Xiaomi nicht gespart. In der 128-GB- und 256-GB-Version des Pro bekommt ihr 8 GB RAM, wobei es die 256-GB-Datenspeicher-Version auch mit 12 GB RAM gibt. So viel Arbeitsspeicher haben viele nicht einmal in ihrem PC. Für ein modernes Smartphone sollte das also absolut ausreichen. 

Das hat sich auch in der Praxis gezeigt. Weder Prozessor noch RAM haben sich im Alltag als Flaschenhals erwiesen. Das 11T Pro hat mit allen Apps wie YouTube, Geekbench, Whatsapp, Microsoft To Do oder Gmail problemlos gearbeitet.

Fazit: Xiaomi 11T Pro

Das Xiaomi 11T Pro begeistert mit seiner Schnelllade-Technologie. Einen 5.000 mAh großen Akku in unter 20 Minuten aufzuladen, ist fast schon ein kleiner Zaubertrick. Laut dem chinesischen Hersteller soll der Akku dabei sogar noch eine längere Lebensdauer haben als seine Vorgänger, die langsamer laden. Ob das stimmt, wird die Zeit zeigen. 

Im Kamerasystem ist die 108-Megapixel-Hauptkamera der Star. Damit macht ihr gestochen scharfe Fotos, vor allem aber Videos. Aufnahmen in 8K-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde sind noch lange keine Selbstverständlichkeit, auch bei neueren Smartphones. Dazu könnt ihr mit den Videofiltern und filmischem Geschick coole Videos zaubern. 

Das 11T Pro ist insgesamt ein sehr gutes Smartphone.

Der größte Negativpunkt ist der Look and Feel, was vor allem dem Plastikrücken des 11T Pro geschuldet ist. Ich kann mich damit nur schwerlich anfreunden. Dadurch fühlt sich das Phone, das teilweise Flaggschiff-Hardware verbaut hat, eher wie ein Mittelklasse-Handy an. 

Insgesamt bekommt ihr mit dem 11T Pro moderne Hardware, Kameras und Display. Dazu einen Akku, der schneller lädt als alle anderen Handys auf dem Markt. Wenn ihr jetzt noch wisst, wie mit dem Smartphone Filme dreht, ist das 11T Pro wie für euch gemacht.

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2 Kommentare zu “Xiaomi 11T Pro im Test: Akku voll in 19 Minuten

    1. Hallo Anett, der Rahmen ist tatsächlich aus Aluminium. Zum Material an der Rückseite gibt es meines Wissens nach keine offiziellen Angaben von Xiaomi. Aber nach Glas fühlt es sich nicht an. Es ist ein relativ weiches, warmes und spiegelndes Material, welches leicht Fingerabdrücke hinterlässt.

      Oder meinst du es ist ein Glasrücken mit Kunststoffüberzug? Das wäre definitiv möglich. Ich konnte allerdings nur den Kunststoff fühlen.

      Liebe Grüße,
      Kay

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