WhatsApp Sim ist ein Telefonica-Discounter mit bevorzugter WhatsApp-Nutzung

WhatsApp Sim ist ein Mobilfunk-Discounter, der im Telefonica-Netz operiert und nach Verbrauch des Inklusivvolumens keine Daten auf die WhatsApp-Nutzung anrechnet.

Update, 7.3.2018: Der Tarif ist mittlerweile in WhatsApp Sim umbenannt und einen eigenen Discounter ausgegründet geworden, der im Telefonica-Netz operiert. Auch die Preise wurden angepasst; die WhatsApp-Nutzung bleibt auch nach Verbrauch des Inklusivvolumens teilweise unbeschränkt möglich.

Ursprüngliche Meldung:

Der deutsche Mobilfunkbetreiber Eplus und der beliebte US-Mobile-Chat WhatsApp haben einen eigenen Mobilfunktarif gestartet. WhatsApp tritt dabei unter eigenem Branding, mit eigener SIM-Karte, eigenem Namen und damit auch beinahe als eigene Marke auf. Nur klein darunter steht noch der Name des Netzbetreibers „by e-plus“. Interessierten Kunden stehen zwei Tarifoptionen zur Verfügung, die allerdings beide die Netzneutralität verletzen.

Standard ist der WhatsApp-SIM-Tarif, bei dem weder Grundgebühr noch Mindestumsatz anfallen. Eplus berechnet einmalig 10 Euro für die SIM-Karte. Ab dann ist die Nutzung von WhatsApp nahezu unbeschränkt kostenlos. Eplus behält sich allerdings vor, die Übertragungsgeschwindigkeit auf die üblichen 56 kbit/s zu drosseln, sollten die Nutzer innerhalb von 30 Tagen mehr als 1 GB an Daten für WhatsApp verbrauchen. Will man allerdings telefonieren und simsen, kostet hier eine Einheit 9 Cent pro Minute oder Nachricht. Und wenn man andere mobile Datendienste nutzen will, kosten 1 MB hier stolze 24 Cent.

Vorteile nur auf den ersten Blick

Der zusätzlich buchbare WhatsAll-Tarif enthält für 10 Euro im Monat 600 Frei-Einheiten. Diese lassen sich beliebig auf Telefonminuten, SMS oder Megabyte Daten verteilen, zum Beispiel 70 SMS, 230 Telefonminuten und 300 MB Daten. Auch hier wird die Nutzung von WhatsApp nicht auf die mobilen Daten angerechnet. Bis mindestens 1 GB wird die Datenrate hier nicht gedrosselt.

So lukrativ das Angebot für tägliche WhatsApp-Nutzer zunächst auch klingen mag: Es verstößt durch die Bevorzugung eines Dienstes gegen die Netzneutralität. Diese wurde jüngst von der Europäischen Union in erster Instanz erneut gestärkt und besagt, grob ausgedrückt, dass Internet-Service-Anbieter einzelne Dienste nicht bevorzugen dürfen. Die Gefahr besteht langfristig darin, dass sich Großkonzerne bei den Providern einkaufen müssen und die Daten von Startups oder finanziell schwächer gestellten Unternehmen dann verlangsamt beim Nutzer ankommen. Internetprovider sehen darin ein mögliches Zusatzgeschäft. Sie versuchen deswegen, Nutzer mit Lockvogel-Angeboten wie dem WhatsApp-Tarif oder auch der Spotify-Option der Telekom an die Beschneidung der Netzneutralität zu gewöhnen.

Und auch abgesehen von der Missachtung klingt der WhatsApp-Tarif nur auf den ersten Blick besonders günstig: Selbst Intensivstnutzer werden unterwegs gelegentlich andere Apps als WhatsApp nutzen wollen, und dann wird es mit dem teuren Standard-Datentarif schnell teuer. Die WhatsAll-Flatrate ist für 10 Euro im Monat nicht günstiger als andere Angebote im Eplus-Netz wie etwa von Aldi Talk. Da für reine Chatnachrichten auf WhatsApp kaum Daten anfallen, hält sich die Ersparnis auch in Grenzen.

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2 Kommentare zu “WhatsApp Sim ist ein Telefonica-Discounter mit bevorzugter WhatsApp-Nutzung
  1. Update:
    Hallo, der WhatsApp SIM Tarif hat sich inzwischen aber deutlich verschlechter. Früher waren noch 1 GB im Preis enthalten. Heute nicht mehr.

    Mit 15 € Startguthaben ist der Prepaid Tarif immer noch attraktiv.

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