WhatsApp-Gruppen nerven! WhatsApp Broadcast ist meine Alternative

WhatsApp-Gruppen sind praktisch, um mehreren Freunden etwas mitzuteilen. Es sei denn, einer beginnt zu diskutieren. Dann hört das Smartphone nicht mehr auf zu piepen. Doch mit WhatsApp Broadcast gibt es eine Alternative, die viel dezenter ist.

Bei einem Kaffee sind die Freunde dann meist doch ehrlich: „Die WhatsApp-Gruppe mit den Kollegen nervt!“ Da ist immer einer, der dagegen redet – ohne Punkt und Komma. Und bei jedem Daumen-hoch oder Zwinker-Smiley piepst das eigene Smartphone. Das ließe sich sogar abstellen, doch beim nächsten Blick auf das Display würde es einen dann wieder einholen: 23 neue Nachrichten! Alle aus einer Gruppe! Manche Leute wissen einfach nicht, wann sie die Klappe halten sollten. „Ich würde sooo gerne die Gruppe wieder verlassen“, heißt es dann, „aber ich traue mich nicht“. Eine Bekannte lässt WhatsApp deshalb erst gar nicht auf ihr Smartphone.

Schwätzern das Rederecht entziehen

Ich habe für mich eine Alternative entdeckt: WhatsApp Broadcast. Wie in einer Gruppe kann ich mit nur einer Nachricht mehrere Freunde gleichzeitig erreichen. Diese erscheint bei ihnen dann aber im 1:1-Chat und nicht mehr in einem eigenen Gruppen-Konto. Entsprechend trudeln ihre Antworten auch nur bei mir ein. Keiner sieht, was die anderen antworten. Wenn ich also ein Foto vom Wanderausflug verschicke, erhalte nur ich von meinem Neffen ein Video, wie er gerade mit seinen Jungs am Grill steht. Meine Freunde interessiert das auch nicht.

Im 1:1-Chat von WhatsApp lassen sich die Broadcast-Nachrichten am Megafon-Symbol erkennen

Im 1:1-Chat von WhatsApp lassen sich die Broadcast-Nachrichten am Megafon-Symbol erkennen

Neu ist das nicht: Wer viele E-Mails verschickt, weiß, dass es eine Flut an Folgemails lostreten kann, wenn man die falschen Kollegen auf cc. setzt. Wer jedoch auf bcc. gesetzt wird, bekommt von der Diskussion im Anschluss nichts mehr mit. Bei WhatsApp Broadcast sieht der Versender ein kleines Megafon-Symbol vor der Uhrzeit. Die Empfänger bekommen nichts davon mit, dass es sich eigentlich um eine Rundmail handelt. Ihr solltet deshalb besser „du“ als „ihr“ sagen, sonst könnte es ziemlich seltsam wirken. Und deshalb wird sich auch niemand mehr damit beschäftigen, ob er aus einer Gruppe austreten soll oder nicht.

Broadcast-Nachrichten einfach verschicken

Eine neue Broadcast-Liste anzulegen, ist so einfach wie bei einer neuen Gruppe. Auf einem iPhone gibt es im Chatbereich rechts oben den Link „Neue Gruppe“, links oben (oft unbemerkt) „Broadcast-Listen“. Unter Android müsst ihr stattdessen rechts oben die drei Pünktchen antippen, dann erst erscheint der Link „Neuer Broadcast“ (Anleitungen zum Nachvollziehen gibt es bei WhatsApp). Wenn ihr eine neue Liste anlegt, könnt ihr beliebige Kontakte aus eurem Adressbuch hinzufügen – pro Liste bis zu 256.

Um eine Nachricht an alle zu verschicken, muss danach dann nur noch die Liste angetippt werden – wie bei einer Gruppe. Und so verschicke ich auch meine Wanderfotos: Liste auswählen, auf das Kamera-Symbol im Eingabefeld tippen, Foto aufnehmen, abschicken. Das funktioniert auch problemlos am Laptop über WhatsApp Web. Nur eine kleine Einschränkung gibt es: Nachrichten, die über WhatsApp Broadcast verschickt werden, kommen nur an, wenn man selbst im Adressbuch des Empfängers steht. Auf diese Weise soll Spam vermieden werden.

Mein Ersatz für Facebook

Für mich ist WhatsApp zu dem geworden, was Facebook einmal sein sollte: Ich erzähle meinen engen Freunden aus meinem Leben. Ich schicke Bilder vom Renovieren der Wohnung, vom Wochenendausflug oder aus dem Urlaub. Mir ist es deshalb wichtig, dass mein Smartphone eine gute Kamera hat. Derzeit nutze ich ein Sony Xperia Z5 compact. Digitalkameras, insbesondere Spiegelreflexkameras, machen zwar bessere Fotos, aber die habe ich nicht immer dabei. Und den Schnappschuss damit dann zu versenden, ist auch nicht so einfach.

Über WhatsApp Broadcast verschicke ich nie mehr als drei Bilder pro Tag und vor allem nur dann, wenn es wirklich etwas Neues aus meinem Leben zu berichten gibt. Die meisten Tage herrscht Funkstille. Wer was sieht, kann ich zwar auch bei Facebook einstellen, aber es gibt zu viele Internetdienste, die in der Vergangenheit mit einem Update meine Einstellungen wieder überschrieben haben. Das Risiko möchte ich einfach nicht eingehen. Mit WhatsApp Broadcast habe ich es in meiner Hand, wer etwas von mir erhält und wer nicht.

Nur den erreichen, den man erreichen will

Als ich noch eine WhatsApp Gruppe dafür genutzt habe, bekam auch meine Frau diese Nachrichten, obwohl sie bei den meisten Gelegenheiten neben mir stand. Wenn ich dann in der Stille der Natur einen schönen Ausblick fotografierte, piepste es plötzlich. Eine neue Nachricht! Auf ihrem Smartphone. Jetzt nutzte ich einfach mehrere Broadcast-Listen. Um diese nicht zu verwechseln, muss ich ihnen allerdings gute Namen geben. Einfach die Kontakte aufzuzählen, hilft nicht. In der Eile führt das zu Verwechslungen, außerdem dürfen die Listen-Namen nicht zu lang werden.

Wer WhatsApp aus grundsätzlichen Überlegungen meidet (Datenschutz zum Beispiel), sollte sich eine der vielen WhatsApp-Alternativen anschauen.

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