Was die Buchstaben bei den WLAN-Standards bedeuten

Steht der Kauf eines neuen Smartphones an? Vielleicht auch eines Tablets oder Notebooks? Wenn diese mit dem WLAN-Router in eurer Wohnung optimal kommunizieren sollen, achtet auf den Buchstaben hinter dem WLAN-Standard. Was WLAN a, b, g, n und ac für euch bedeuten, erklären wir in diesem Artikel.

Update vom November 2018: Um die einzelnen Standards besser auseinanderhalten zu können, führt die Wi-Fi Alliance neue Bezeichnungen ein, die alternativ verwendet werden können. Wofür Wi-Fi 6, Wi-Fi 5 und Co. stehen, hat Jürgen in einem separaten Artikel erklärt.

Was die einzelnen Buchstaben bringen

Hinter dem im Alltag gebräuchlichen Namen WLAN (auch Wireless LAN oder WiFi genannt) verbergen sich ein Reihe von IEEE-802.11-Standards. Die einzelnen Versionen a/b/g/n/ac wurden nacheinander eingeführt (kurioserweise b vor a). Vor allem verbesserten sie den Datendurchsatz, aber auch die Reichweite. Erreicht wurde dies mit besseren Modulationsverfahren, den Einsatz mehrerer Antennen (MIMO) und der Erschließung neuer Funkfrequenzen. Mit diesen Details müsst ihre euch im Alltag aber nicht auseinandersetzen. Wenn ihr die richtigen Buchstaben kombiniert, profitiert ihr automatisch davon.

WLAN-StandardFrequenzbandmax. BandbreiteReichweite indoor
IEEE 802.11a5 GHz54 Mbits/s35 Meter
IEEE 802.11b2,4 GHz11 Mbits/s38 Meter
IEEE 802.11g2,4 GHz54 Mbit/s38 Meter
IEEE 802.11n2,4 und 5 GHz600 Mbit/s70 Meter
IEEE 802.11ac5 GHz1300 Mbit/s35 Meter

Vor allem wird der Frequenzbereich im 2,4-GHz-Band genutzt, der hierzulande in 13 Kanäle aufgeteilt ist. Alle Geräte, die denselben Kanal nutzen, müssen sich die Bandbreite teilen. Da der Kanalabstand 5 MHz beträgt, die neuen WLAN-Standards jedoch 20 MHz benötigen, beeinflusst der gewählte Kanal auch die Nachbarkanäle. Ab WLAN g sollten deshalb am Router nur noch die Kanäle 1, 5, 9 und 13 gewählt werden. Diese Kanäle werden auch genutzt, wenn mehrere Zugangspunkte ein gemeinsames Netz aufspannen. Welche Kanäle besonders stark belegt sind, könnt ihr in der Nutzeroberfläche eures Router sehen. Achtet dort auch auf die konkreten Geschwindigkeiten der einzelnen Geräte, die sich von Kanal zu Kanal unterscheiden werden.

Jedes Netz muss den Praxistest bestehen

Die einzelnen WLAN-Netze stören sich aber nicht nur gegenseitig. Da das 2,4-GHz-Band lizenzfrei genutzt werden kann, nutzen auch andere Geräte diese Frequenzen – zum Beispiel Mikrowellen. Wer einen solchen Störsender in der Küche hat, sollte die Kanäle 9 oder 10 meiden. Durch die Überlastung dieses Bandes – vor allem in dicht bebauten Städten – werden gerne die WLAN-Standards n und ac genutzt, die beide im weniger überlaufenen 5-GHz-Band funken. Doch auch hier gibt es eine Einschränkung. Der Frequenzbereich um 5 GHz wird ebenfalls von Militär und Flugsicherung genutzt, sodass die WLAN-Netze in diesem Bereich nur innerhalb geschlossener Gebäude betrieben werden sollten.

Mit der Wahl des Kanals 13 gehe ich einigen Störsendern aus dem Weg (Bild: Peter Giesecke)

Mit der Wahl des Kanals 13 gehe ich einigen Störsendern aus dem Weg (Bild: Peter Giesecke)

Wer nun Daten mit Höchstgeschwindigkeit durch die Wohnung schicken möchte, benötigt deshalb als Erstes einen WLAN-Router, der einen dieser schnellen Standards unterstützt. Solange die Geräte, auf die große Datenmengen gestreamt werden sollen diesen Standard ebenfalls unterstützen, können die weiteren Geräte durchaus über einen langsameren Zugang verfügen. WLAN n ist momentan am weitesten verbreitet und dank der Nutzung beider Frequenzbänder stets eine gute Wahl. WLAN ac ist zwar theoretisch schneller, letztlich kommt es aber immer darauf an, was in der eigenen Wohnung überhaupt möglich ist. Und das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Nicht die besten Datenrate im Arbeitszimmer - dafür stabil (Bild: Peter Giesecke)

Nicht die besten Datenraten im Arbeitszimmer – dafür stabil (Bild: Peter Giesecke)

Die oben in der Tabelle aufgeführten Werte zu Bandbreite und Entfernung werden in der Praxis nur selten erreicht. Bei der Einrichtung muss also zuerst der richtige Standort für den WLAN-Router gefunden werden – und der ist nicht immer direkt neben der Telefondose. Es sind vor allem elektrisch leitfähige Materialen in den Wänden, die das WLAN-Signal dämpfen – also Wasser und Metall. Badezimmer und Küchen, aber auch die Decken zwischen den Etagen schirmen das Signal ziemlich gut ab. Mit einer externen Antenne oder einem selbstgebauten Verstärker lässt sich vielleicht noch die eine oder andere Ecke mehr ausleuchten, notfalls muss ein WLAN-Verstärker hinzugeschaltet werden oder eine Etage per Powerline überbrückt werden.

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