Von iOS zu Android: So einfach kann der Wechsel des Smartphones sein

Irgendwann kommt die Zeit für ein neues Smartphone. Kaputt oder veraltet, vielleicht soll der Nachwuchs das zwei, drei Jahre alte Telefon „erben“? Es gibt zahlreiche Gründe, sich ein neues Gerät zuzulegen. Aber was, wenn sich damit auch das Betriebssystem ändert? Wir haben den Wechsel von iOS zu Android gewagt. So schlimm ist das gar nicht…

Wieso, weshalb, warum?

Es ist wirklich keine Abneigung gegenüber Apple, die mich zum Wechsel bewegte. Das iPhone 4 war mein erstes Smartphone, seitdem schätze ich die Handys aus Cupertino sehr. Doch mein iPhone 5 bereitete nach jetzt drei Jahren tatsächlich einige Probleme, erste Tasten machten schlapp und iOS9 verlangsamt die Menüs spürbar. Natürlich reizte mich das iPhone 6S sehr: Schickes Design, 3D-Touch, leistungsstark – ganz nach meinem Geschmack.

Aber da war das Samsung Galaxy S6 Edge in Green Emerald, das sofort mein Herz eroberte. Die Farbe und die Optik mit dem abgerundeten Display – als ich es zum ersten Mal sah, war es um mich geschehen. Und man muss es auch deutlich sagen: Die Straßenpreise sind bei Android-basierten Smartphones stets niedriger als die „Festpreise“ von Apple. Es war also durchaus auch ein finanzielles Argument, das mich zum Apple-Mitbewerber trieb.

Neue Herausforderung gesucht

Doch nicht genug: Ich bin ein Technik-Nerd und immer auf der Suche nach „Herausforderungen“. Bisher besaß ich zwar schon einige Android-Tablets, ein Smartphone mit dem mobilen Google-OS dagegen noch nie. Bei der Entscheidung schwang eine große Portion Neugierde mit. Genauso übrigens nicht allzu wenig Skepsis: Kann ich alle Daten ordnungsgemäß vom alten auf das neue Smartphone übertragen? Gibt’s alle Apps, die ich unter iOS gewohnt bin, auch für Android? Und kann Samsung überhaupt das gleiche „Ich-mag-mein-Smartphone“-Gefühl vermitteln wie Apple mit dem iPhone?

Der Wechsel beginnt: Rechner an!

Samsung bietet ein paar Optionen an, mit denen der Wechsel von iOS zu Android problemlos vonstatten gehen soll. Auf einer extra eingerichteten Webseite findet ihr passende Tipps. Etwas nervig: Das von mir wirklich gehasste iTunes für Windows sollte ich zu Beginn installieren, um meine Kontakte mit einfachen Mitteln synchronisieren und übertragen zu können. So hieß es zumindest. Also aufgespielt, iPhone 5 via USB mit dem Rechner verbunden und nach den Kontakten, Kalendereinträgen und Lesezeichen gesucht – vergebens. Denn da mein iPhone diese Daten in der iCloud sichert, musste ich diese Software separat downloaden und installieren. Seufz.

Samsung macht es einfach.... (Foto: Samsung)

Samsung macht es einfach…. (Foto: Samsung)

Der Clou: Den Spaß hätte ich mir auch sparen können. Auch die Hersteller-eigene Windows-Software namens Smart Switch benötigt ihr nicht zwingend, sie ist aber beim Wiederherstellen, Aktualisieren der Firmware, Erstellen eines Backups und Synchronisieren mit Outlook hilfreich.

Was also tun? Es ist sogar noch viel einfacher, als ihr glaubt: Wechselt bei eurem iPhone zu den Einstellungen und wählt dort „Mail, Kontakte, Kalender“. Erstellt dort einen neuen Account und tippt auf das große „Google“-Symbol. Hier koppelt ihr euer altes Telefon mit einem Google-Konto, das ihr für ein Android-Smartphone ohnehin benötigt. Folgt den Anweisungen und wählt aus, dass ihr Kontakte, Kalender und Notizen mit eurem Google-Konto synchronisieren wollt. Das heißt konkret: Alle diese Daten vom iPhone werden eurem Google-Account zugeordnet. Und genau diesen Account nutzt ihr für euer neues Smartphone.

Als ich mein neues Samsung-Telefon einschaltete und die ersten Schritte beachtete, die mir vorgegeben wurden, sollte ich mich mit meinem Google-Konto anmelden. Das Resultat entdeckte ich schnell: Schon vom ersten Start an waren alle Kontakte und Kalendereinträge vom iPhone auf meinem S6 Edge gespeichert. So einfach kann’s sein – und ich war überrascht.

Nutzt ihr iCloud, könnt ihr alte Fotos auch schnell auf den Rechner holen. (Foto: Screenshot)

Nutzt ihr iCloud, könnt ihr alte Fotos auch schnell auf den Rechner holen. (Foto: Screenshot)

Mein Tipp: Solltet ihr noch kein Google-Konto besitzen, dann erstellt euch eins direkt bei Google, richtet eine Synchronisation mit diesem auf eurem iPhone ein und startet erst dann euer neues Android-Smartphone. Das erspart euch unnötige Experimente. Existiert schon ein Google-Konto, stellt die Synchronisation mit eurem iPhone sicher, der Rest klappt dann selbständig. Der Vorteil ist, dass ihr im Grunde genommen nur die relevanten Daten zum neuen Telefon bringt, keinen unnötigen Schnickschnack. Bedenkt aber, dass ihr manuell Fotos, Videos und Musik vom iPhone übertragen müsst, wenn ihr auf diese nicht verzichten wollt.

Erstellt ein Backup für Smart Switch. (Foto: Screenshot)

Erstellt ein Backup für Smart Switch. (Foto: Screenshot)

Wenn’s schneller gehen soll: Vielleicht doch Smart Switch?

Möchtet ihr wirklich auf nichts verzichten, geht es tatsächlich mit iTunes und Smart Switch auf eine gelungene Art und Weise:

  • Startet iTunes, verbindet euer iPhone mit dem PC und erstellt ein Backup auf eurem Rechner (Reiter iPhone -> Übersicht -> Jetzt sichern).
  • Nach Abschluss Samsung-Smartphone mit PC verbinden und Smart Switch starten.
  • Punkt „Wiederherstellen“ und „Eine andere Sicherheitskopie“ wählen. Im linken Reiter „Von iTunes sichern“ und gewünschtes Backup markieren.
  • Wählt Kontakte, Nachrichten, Kalendereinträge, Anrufprotokolle, Videos, Bilder, Dokumente, Alarme, Lesezeichen, App-Liste und Sprachmemos aus – was ihr wünscht.
  • Klickt auf OK und startet die Wiederherstellung.
  • Abhängig von der Menge an Inhalten kann dies zehn Minuten und länger dauern.

BAM! Ich war überrascht, wie schnell sämtliche Fotos auf dem neuen Telefon landeten, Kontakte, Kalender und alles andere ebenfalls. Besser und einfacher geht’s kaum, auch wenn man Samsung vorwerfen muss, dass nicht so komfortabel erklärt wird, wie man es sich als Einsteiger wünscht. Sei’s drum.

Coole Sache: Mit einem iTunes-Backup überträgt Smart Switch Inhalte zum Samsung-Smartphone. (Foto: Screenshot)

Coole Sache: Mit einem iTunes-Backup überträgt Smart Switch Inhalte zum Samsung-Smartphone. (Foto: Screenshot)

Empfehlung: Solltet ihr iCloud wie ich bereits installiert haben, nutzt die Gelegenheit und übertragt alle Bilder aus Apples-Dienst gleich als Backup auf eurem PC. Das klappt alternativ auch via icloud.com, die Windows- und Mac-Anwendung ist allerdings etwas besser zu bedienen und führt vor allem schneller sowie bequemer zum Ziel.

Für Einsteiger hilfreich - Smart Switch. (Foto: Screenshot)

Für Einsteiger hilfreich – Smart Switch. (Foto: Screenshot)

Apps! Ganz viele Apps!

Es sollte euch bewusst sein: Apps, die ihr im Apple AppStore für euer iPhone erworben habt, müsst ihr ggf. für Android noch einmal kaufen. Ihr könnt Anwendungen nicht zu einer neuen Plattform mitnehmen. Leider. Und so fing die Sucherei an: Ich nutzte rund 20, 30 Apps regelmäßig und aktiv auf meinem iPhone, die meisten davon waren und sind glücklicherweise kostenfrei – auch für Android.

Zeit zum Aufräumen. Die meisten iOS-Apps gibt es auch für Android. (Foto: Sven Wernicke)

Zeit zum Aufräumen. Die meisten iOS-Apps gibt es auch für Android. (Foto: Sven Wernicke)

Bei meiner Recherche im Google Play Store wurde ich im Grunde fast immer fündig. Twitter, Facebook (Messenger), Instagram, Wetter-App, Yelp, Foursquare, Immoscout, Swarm, Onlinebanking-Apps und so weiter – alles da, was ich brauche. Ich muss zugeben, dass mich das wirklich beruhigte. Einzig auf meine geliebte Wander-App MotionX werde ich unter Android wohl verzichten müssen – eine gleichwertige Alternative entdeckte ich bisher nicht. Und dank meiner geschätzten Follower bei Twitter erhielt ich als „Umsteiger“ schnell Tipps bzw. App-Ratschläge – an Vielfalt mangelt es wirklich nicht.

Na, ärgerst du dich?

Ja, der eigentliche Umstieg von iOS auf Android beginnt erst nach dem Transfer der Daten. Allein die Tatsache, dass sich die gleichen Apps unter beiden Betriebssystemen unterschiedlich bedienen lassen, ist dem reibungslosen Wechsel nicht förderlich. Bezogen auf die eigentliche Navigation und Orientierung in den Menüs gewöhnt ihr euch recht schnell an die „Eigenheiten“ des neuen OS. Ein paar Stunden bzw. Tage solltet ihr euch selbst geben.

Um es zu betonen: Mir liegt es fern, ein Betriebssystem explizit zu empfehlen oder vor einem zu warnen. Ob man sich für das Apple-Universum oder Googles Android entscheidet, das ist jedem selbst überlassen. Wer es wie ich wagt, aus welchem Grund auch immer, muss jedenfalls keine Angst um seine Medien und Informationen haben. Ich war sehr erstaunt, dass es so gut funktioniert. Im Grunde beides, also das Übertragen der nötigsten und quasi aller Daten.

Bisher bereue ich die Abkehr von iOS nicht. Ob mein nächstes Smartphone wieder ein iPhone wird? Ich will es nicht ausschließen, denn letztlich sind für mich viele Faktoren entscheidend für oder gegen ein Telefon. Da ist das Betriebssystem nur eine Komponente.

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