Bei Smartphones hat sich die EU irgendwann durchgesetzt und den einheitlichen USB-C-Ladestecker forciert. Kürzlich ließen auch Radfahrverbände mit der Meldung aufhorchen, dass sie für E-Bikes ebenso einheitliche, EU-weite Ladestecker fordern. Das ist alles vernünftig und richtig. Aber eine Produktkategorie scheinen die Verantwortlichen vergessen zu haben: Smart Gadgets, vor allem Smartwatches.
Wer Fan dieser Gattung ist und sich über Probieren zum Lieblingsgerät durchtestet, der kennt das Problem: Die Smartwatch jedes Herstellers hat einen völlig anderen Ladestecker. Selbst unter den gleichen Marken gibt es von Smartwatch zu Smartwatch Unterschiede, etwa bei Samsung bis zur Galaxy Watch6 im Unterschied zu einer neuen Ladeschale ab der Galaxy Watch7.
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Wer vergessen hat, das Ladegerät seiner Watch oder seines Fitnesstrackers auf Reisen mitzunehmen? Pech gehabt. Hier können kaum eine Rezeption, ein Handyshop oder ein anderer Hotelgast aushelfen. Nur mit etwas Glück, wenn jemand zufällig ein Gerät der gleichen Marke gleichen Typs hat. Aber das gleicht bei rund einem Dutzend relevanter Hersteller, die alle unterschiedliche Ladeplugs verwenden, einer Partie Roulette.
Gleiches gilt für die noch junge Geräteklasse von Smart Rings – oder manchmal auch ganz anderer Geräte. Vor einigen Monaten erwarb ich etwa ein Badewannen-Thermometer mit Akku, der sich über einen Smartwatch-ähnlichen Magnetladestecker wieder aufladen lässt. Aber natürlich auch nur für das konkrete Gerät passt.

100 Millionen Smart Wearables in einem Quartal
Das Problem ist nicht klein. Laut IDC und Omnia wurden in den ersten drei Quartalen 2025 zwar rund 900 Millionen Smartphones verkauft. Also ist es schon richtig, dass die EU zunächst dieses Thema ins Visier genommen hat. Es gingen aber auch rund 300 Millionen Smartwatches, Fitnesstracker und andere Smart Wearables über die Ladentheke. Das ist eine Menge. Und auch immer wieder eine Menge Elektroschrott, wenn ältere Geräte und dann auch ihre Ladegeräte unbrauchbar werden und entsorgt werden müssen.
Dabei wäre die Lösung kein Hexenwerk. Fast alle Smart Gadgets von Apple Watch über Withings bis Garmin lassen sich über einen ähnlichen Magnetpin-Stecker wieder aufladen. Hier eine Einheitslösung zu finden, wäre möglich. Natürlich macht das kein Hersteller freiwillig, weil jeder die Kund:innen im eigenen Ökosystem halten will.
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Aber die viel gescholtene EU hat sich bei Smartphones und dem mittlerweile gängigen USB-C-Stecker seinerzeit mit Bravour durchgesetzt. Das sollte auch bei Smart Wearables möglich sein. Der Einheitsstecker wäre eine Riesenerleichterung, würde für weniger Elektronikschrott und niedrigere Kosten sorgen und würde Nutzer:innen den Umgang erleichtern. Der Einheitsstecker für Smartwatches muss kommen!
