Völlig losgelöst? Facebook stellt seinen Messenger im Netz auf eigene Beine

Keine große Sache, eigentlich: Facebook stellt alle Funktionen des Messengers auf der separaten Website Messenger.com/login/ zur Verfügung. Die Website gibt es schon länger, sie diente bisher allerdings mehr der Übersicht über die Funktionen des Nachrichten-Tools und als Information darüber, wo man die Apps findet, um den Messenger zu nutzen. Jetzt kann man auf Messenger.com auch die Funktionen des Messengers im Webbrowser nutzen. Seit heute früh auch in Deutschland, während die Funktion gestern Abend nur für die USA freigeschaltet war.

Ganz ohne Facebook geht es freilich nicht

Zwar benötigen Nutzer nach wie vor einen Facebook-Account, um sich im Messenger einzuloggen. Allerdings muss man dafür nicht mehr, wie bisher, Facebook.com selbst aufrufen. Das Unternehmen entkoppelt also den Messenger ein Stück weit vom Social Network. Und der Newsfeed, der einst Facebooks Kernstück war, ist plötzlich schrecklich passé.

Die Vorboten dieser Entwicklung hatte Facebook erst Ende März auf der eigenen Entwicklerkonferenz f8 gesendet: Dort erklärte Unternehmenschef Mark Zuckerberg, den Messenger mit Hilfe eines App-Ökosystems zu einer eigenen Plattform machen zu wollen. Im Fokus des Unternehmens stehe nicht mehr nur das Produkt Facebook.com an sich, sondern jedes einzelne Mitglied der Familie, zu der neben dem Messenger inzwischen auch WhatsApp und Instagram zählen.

Verknüpfungen, die nicht sein dürfen

Allerdings sollten demnach die einzelnen Apps untereinander auch besser verknüpft werden. So sind langfristig etwa Synergien zwischen dem Messenger und Instagram möglich. Anfang der Woche entdeckte das Blog GeekTime auch einen WhatsApp-Button, mit dem man Inhalte direkt von Facebooks Android-App mit seinen Freunden auf WhatsApp soll teilen können. Seitdem sind auch wieder Verknüpfungen zwischen WhatsApp und Facebook denkbar, auch wenn es von beiden Seiten zum Zeitpunkt der Übernahme vor einem Jahr stets hieß, die beiden Plattformen sollten voneinander getrennt bleiben.

Langfristig allerdings scheint ein Zusammenwachsen von WhatsApp und dem Messenger angesichts der sehr ähnlichen Bedürfnisabdeckung beider Produkte sinnvoll. Und das klassische Social Network mit dem Newsfeed? Ist wohl nur noch eins von vielen Produkten des Unternehmens Facebook.

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