Vodafone schafft die Roaming-Gebühren für Neukunden und Vertragsverlängerer größtenteils ab

Vodafone verabschiedet sich von den bislang üblichen Roaming-Zuschlägen beim Telefonieren und Surfen – zumindest in den meisten Tarifen. Indessen sorgen Pläne um die E-Sim und Vectoring weiterhin für Zwist in der Branche.

Unter anderem die nächste Urlaubs-Saison dürfte für viele Kunden des Telefonkonzerns Vodafone noch etwas entspannter ausfallen, denn noch im April wird der Anbieter die Roaming-Gebühren für Neukunden und Vertragsverlängerer in fast allen Tarifen EU-weit abschaffen. Das hat jetzt der Vorsitzende der Geschäftsführung von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, offiziell bestätigt. Die Neuregelung gilt für alle „Red“-Tarife sowie für den Smart-L-Tarif. Zusätzlich werden die Inklusiveinheiten der Prepaid-Smartphone-Tarife bei CallYa künftig Roaming-frei. Doch damit nicht genug: Vodafone hat außerdem ankündigt, die branchenüblichen LTE-Limits in seinen Angeboten zu beenden. Demnach steht das LTE-Netz künftig allen Privatkunden uneingeschränkt zur Verfügung. Dies gelte, laut Vodafone, ab 14. April 2016 für alle Neu- und Bestandsverträge. Aber auch Prepaid-Kunden sollen dann in den Genuss der maximalen LTE-Geschwindigkeit kommen.

Der Streit um die Vectoring-Technik eskaliert

Indessen zeigt sich das Unternehmen auch auf anderen Ebenen kämpferisch und kritisiert öffentlich die Pläne der Deutschen Telekom, die eine Aufrüstung und gleichzeitige Abschottung ihrer Ortsnetze mit der Vectoring-Technik plant. Vodafone zeigt sich überzeugt, dass der ehemalige Monopolist Telekom damit erneut Ortsnetz-Monopole einrichten will. Ametsreiter hält dies für einen „falschen und für Deutschlands digitale Zukunft schädlichen Weg.“ Vodafone hofft hierbei auf Unterstützung durch die Europäische Union, nachdem sich zuletzt mehrere Europa-Abgeordnete der EU-Kommission vehement gegen Vectoring ausgesprochen hatten. Mit Vectoring sollen die als Datenleiter eingesetzten Kupferkabel durch eine neue Technik optimiert werden, um das vorhandene Netz bis zu vier Mal schneller zu machen. Vectoring baut dabei auf VDSL 2 auf, das theoretische Geschwindigkeiten von bis zu 100Mbit/s ermöglicht. Die elektromagnetischen Störungen, die bei dieser schnellen Datenübertragung zwangsläufig in den Leitungen auftreten, sollen durch die Vectoring-Technologie weitgehend eliminiert werden. Dies setzt allerdings die volle Kontrolle des Betreibers über sämtliche Leitungen am Kabelverzweiger voraus. Eine eigene Technik anderer Betreiber kann dort somit nicht installiert werden. Technisch nachvollziehbar, für die Konkurrenz der Telekom jedoch ein strategisches Problem, vor allem da die Telekom rund 330.000 Kabelverzweiger besitzt, von denen derzeit gerade einmal 2,3 Prozent auf eigene Leitungen von Mitbewerbern entfallen.

Die E-Sim-Pläne der Smartphone-Industrie

Aber auch die E-Sim-Karte, die Anbieter wie Apple oder Samsung fest in ihre Smartphones einbauen wollen, ist Vodafone ein massiver Dorn im Auge. Mit dieser umschaltbaren Sim-Card würden Insellösungen etabliert, die nach Meinung von Vodafone einheitliche Standards verhinderten. So kündigt Vodfone an, dass sich die Mobilfunkindustrie über ihren Verband GSMA mit Nachdruck gegen die E-Sim-Pläne der großen Handy-Anbieter stellen werde. Bei den weltweit festgelegten Standards für die E-Sim habe die GSMA immer im Blick gehabt, „dass allein der Kunde entscheidet, ob und wie er den Mobilfunkbetreiber wechselt, nicht aber der Lieferant seines Smartphones“, so Hannes Ametsreiter weiter. Die Zeichen stehen bei der Mobilfunkindustrie also derzeit ganz auf Sturm.

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