So stellen sich die meisten VR vor. (Foto: Oculus VR)

Virtual Reality: Der Trend des Jahres

Virtual Reality dürfte zum Trend des Jahres werden. Die Technik verspricht völlig neue Erlebnisse und Anwendungen und den Herstellern finanziellen Segen. Und sie stellte auf dem jüngsten Mobile World Congress in Barcelona ein anderes Hype-Thema komplett in den Schatten.

Er war der Überraschungsgast am vergangenen Sonntag und plötzlich stand er auf der Bühne: Mark Zuckerberg. Für das Thema Virtual Reality (VR) hatte sich der Facebook-Chef in der Vergangenheit schon häufig begeistert – wie etwa die Übernahme des VR-Startups Oculus vor zwei Jahren zeigt. Aber mit Samsung hatte Zuckerberg bislang wenig am Hut. Und doch geriet Samsungs Pressekonferenz am vergangenen Sonntag ganz unter den Einfluss von Zuckerberg und dessen Plädoyer für Virtual Reality.

Marschiert durch die virtuelle Welt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf einer Pressekonferenz von Samsung

Marschiert durch die virtuelle Welt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf einer Pressekonferenz von Samsung

Die Technik, die derzeit vorsieht, dass wir uns eine klobige Brille auf die Nase setzen, verspricht Großes. Spiele völlig neu erleben, die Realität „aufgemotzt“ wahrnehmen, Technik neu erleben, Dinge dreidimensional konstruieren. Videos, die mit 360-Grad-Kameras aufgenommen werden, lassen sich im virtuellen Raum aus einem beliebigen Blickwinkel ansehen, Fotos natürlich auch. Sogar Filme und TV-Serien stehen schon in Aussicht, die neue Technik zu erobern. Samsung selbst steckt noch nicht derart tief in der Materie, legte aber für jeden Medienvertreter auf der Pressekonferenz am Samstag eine VR-Brille des Typs Gear VR aus, um die Möglichkeiten von VR besser zu beschreiben.

Bald so viele VR-Brillen wie Smartphones?

Aber nicht nur Samsung. Auch LG macht plötzlich in Virtual Reality. Über den krieselnden Smartphone-Hersteller HTC erwarten die Kollegen von The Verge sogar, dass er sich mit der neuen VR-Brille Vive wird sanieren können. Microsoft verfolgt mit der HoloLens einen eigenen Ansatz: Die Brille projiziert Augmented Reality auf reale Umgebungsbilder und verschmilzt somit Realität und Virtualität. Die von Facebook übernommene Oculus Rift soll ebenfalls in diesem Jahr endlich auf den Markt kommen.

LG 360 VR: Virtual-Reality-Brille passend zum LG G5

LG 360 VR: Virtual-Reality-Brille passend zum LG G5

Und sogar Google mischt mit: Die nur wenige Euro teure Pappvorrichtung Google Cardboard bietet Platz für ein Smartphone, auf dem sich virtuellen Anwendungen darstellen lassen, die ebenfalls einen virtuellen Raum erzeugen. Später im Jahr will Google auch noch eine VR-Brille vorstellen, die nicht aus Pappe besteht.

Jetzt geht’s erst richtig los

Man ahnt, dass all das erst der Anfang ist. Die Preise der teuersten Consumer-Brillen HTC Vive und Oculus Rift liegen um 800 Euro und erfordern starke Hardware vom daran angeschlossenen PC. Nicht selten ist hier ein PC-Neukauf notwendig. Preiswerter, aber auch etwas weniger leistungsfähig ist die Samsung Gear VR, die mein Kollege Sven Wernicke bereits getestet hat. Auch von der LG 360 VR ist auszugehen, dass sie sich in diesem preislichen Rahmen bewegt. Langfristig dürften die Preise ins Rutschen kommen, die Technik sich gleichzeitig verbessern und wir mit starken VR-Brillen von zahlreichen Herstellern und Preisen unter 500 Euro rechnen.

Die Technik hat Nachteile. Nicht jeder Tester ist von dem VR-Erlebnis begeistert, kaum jemand hält es länger als ein paar Minuten in der virtuellen Welt aus. Noch fehlen Killer-Anwendungen. Und nicht zuletzt sehen Träger von VR-Brillen in der Öffentlichkeit mitunter lächerlich aus. Deswegen und auch, weil die Brillen immer noch mit einem PC (im Falle der LG 360 VR mit einem Smartphone) via Kabel verbunden werden müssen, ist die Technik wohl nur etwas für geschlossene Räume.

Doch die Möglichkeiten überzeugen: Ein ganz neues, persönlicheres, realistischeres Erlebnis für die Nutzer und eine Entwicklung, an derem Anfang wir erst stehen. Gaming, Videos gucken, im Web surfen, Videochatting – all das könnte dank VR ein viel aufregenderes Erlebnis werden als heute. Ich persönlich bin sehr darauf gespannt.

HTC Vive: In der Lage, den kriselnden Smartphone-Hersteller zu retten?

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Was wurde eigentlich aus Smartwatches?

Die Frage, ob etwas anderes gehen muss, damit Virtual Reality kommt, muss sich nicht zwingend stellen. Allerdings war es auf dem Mobile World Congress in diesem Jahr verdächtig ruhig um das Thema Smartwatches. Samsung hat mal wieder eine neue Version seiner Gear S2 Classic 3G veröffentlicht und selbst der chinesische Hersteller Haier hat jetzt eine Smartwatch in petto. Und eine sonderbare Allianz gingen Rapper Will.i.am und die Deutsche Telekom ein, die zusammen die Smartphone-unabhängige Smartwatch Dial vorgestellt haben – auch wenn noch in den Sternen steht, wann diese erhältlich sein wird.

Ja, es gibt neue Smartwatches zu sehen, aber die Werbetrommel um die kleinen Begleiter am Handgelenk wird mittlerweile deutlich leiser geschlagen als noch vor einem Jahr. Das muss nichts heißen. Es kann bedeuten, dass die Hersteller hier immer noch nach Killeranwendungen und Verbesserungen forschen. Die Marketing-Maschine in diesem Jahr wird aber erst einmal über Virtual Reality rollen. So viel scheint sicher.

Bilder: Oculus, Facebook, LG, HTC

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