Verkaufsstopp für Lumia-Smartphones soll feststehen

Verkaufsstopp für Lumia-Smartphones soll feststehen

Microsoft soll Ende des Jahres den Verkauf seiner Lumia-Smartphones einstellen, doch das Surface Phone soll erst im Sommer 2017 erscheinen. Was macht Microsoft da eigentlich?

Der Abstand ist riesig groß. Auf den meisten Smartphones läuft Android oder iOS – dann kommt erst einmal lange gar nichts. Das gilt auch für die mobilen Betriebssysteme von Microsoft, mögen sie nun Windows Mobile, Windows Phone oder Windows 10 Mobile heißen. Das Unternehmen aus Redmond hat schon mehrmals einen Neustart versucht. Jetzt soll wieder einmal das Ruder herumgerissen werden. Ende 2016 soll der Verkauf der Lumia-Smartphones eingestellt werden, berichtet WinBeta. Was für eine Richtung ist das?

Verdächtig: Keine Leaks von neuen Smartphones

Das amerikanische Onlinemagazin beruft sich auf einen Microsoft-Mitarbeiter, der darum gebeten hat, anonym zu bleiben. Und auch wenn sich sein Statement erst einmal nicht überprüfen lässt (Microsoft gibt keine Stellungnahme ab), so passt es doch ins Bild: Die Lumia-Smartphones werden kaum noch beworben und sind auch von den gut sichtbaren Bereichen des Onlineshops verschwunden. Es wurden Smartphones eingestellt und bei anderen der Preis gesenkt. Nimmt Microsoft noch das Weihnachtsgeschäft(chen) mit? Oder kommt das Ende sehr plötzlich?

Die Windows Phones verkaufen sich immer schlechter (Bild: MSPoweruser)
Die Windows Phones verkaufen sich immer schlechter (Bild: MSPoweruser)

Warum eigentlich so viel Lärm? Die Lumia-Smartphones sind nicht schlecht! In den Tests schneiden sie stets gut ab. Sie besitzen treue Fans, die die Geräte wie auch die Oberfläche lieben. Und es setzt auch noch so mancher Unternehmer auf die Nähe zum Betriebssytem, das in seinem Büro auf den Rechnern läuft. Was bis vor kurzem neu vorgestellt wurde, kann sich sehen lassen: Mit den Lumia 950 und Lumia 950 XL hat Microsoft noch zwei Highend-Modelle im Programm, aber auch das Lumia 650 erfüllt die Bedürfnisse vieler Nutzer. Hinzu kommt das HP Elite X3 von Hewlett-Packard. Im Frühjahr wurde zudem Windows 10 Mobile groß vorgestellt. Doch seitdem hat sich nicht viel getan. Und was einem wirklich nachdenklich stimmen sollte: Es gibt auch keine Leaks von Geräten, die sich in der Pipeline befinden.

Strategiewechsel: Apps wichtiger als Geräte

Okay, es gibt die Gerüchte um das Surface Phone. Das sollte wohl im Frühjahr 2017 erscheinen, jetzt wird gemunkelt, es könne Sommer werden. Doch ganz ehrlich, wie revolutionär anders kann das Surface Phone schon sein, dass ihr alle euer iPhone oder Samsung Galaxy liegen lasst und zum neuen Smartphone von Microsoft wechselt? Darauf würde ich nicht wetten. Die Redmonder haben viele Mitarbeiter in dieser Sparte entlassen – nicht nur um die Abteilung zu verkleinern, sondern um sie grundsätzlich umzubauen. Die Strategie ist nun ein andere: Microsoft muss nicht mehr zwingend viele Smartphones verkaufen. Es reicht, auf möglichst vielen Geräten vertreten zu sein.

Viele Microsoft-Apps erscheinen mittlerweile zuerst für Android und iOS, bevor sie auf die Geräte aus dem eigenen Haus gelangen. Blackberry geht übrigens einen ähnlichen Weg. Beide Unternehmen wollen an die Kunden ran, die die großen Geldbeutel haben: die Unternehmen. Blackberry setzt da ganz auf Datensicherheit, Microsoft auf eine einheitliche Arbeitsumgebung: Skype, LinkedIn, aber auch die Terminplaner-App Genee – da befindet sich mittlerweile einiges im Portfolio. Was das für das Surface Phone bedeutet? Ich tappe da noch im Dunkeln. Setzt Microsoft in Zukunft auf Highend-Smartphones mit Continuum-Funktion? Oder gibt es vielleicht doch ein Gerät, auf dem Android läuft (als Haupt-OS oder auch nur nebenbei), mit vielen, vielen Microsoft-Apps vorinstaliert? Was meint ihr?

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