Verdacht der Schleichwerbung auf YouTube: Prüfungsverfahren gegen YTitty eingeleitet

Gegen das große YouTube-Netzwerk Mediakraft (YTitty, Daarum, DieAussenseiter) wurde ein Prüfungsverfahren eingeleitet. Der Grund: Es liegt der Verdacht nahe, dass das Netzwerk und die YouTuber nicht gekennzeichnete Werbung in ihren Videos eingebracht haben. Das ist nach deutscher Rechtssprechung nicht erlaubt. 

Die eindeutige Kennzeichnung von Werbung und redaktionellen Inhalten muss in Deutschland gewährleistet sein. Bei YouTube nimmt man dies häufig allerdings nicht allzu ernst. Vor allem große YouTuber verdienen sich ein Zubrot damit, dass sie sich dafür bezahlen lassen, Produkte in einem Video zu benutzen oder in die Kamera zu halten und eine Kaufempfehlung auszusprechen. Im Fall von YTitty sollen sich die YouTuber dies mit mehreren zehntausend Euro pro Video haben bezahlen lassen.

Dank an McDonalds

Das Verfahren gegen Mediakraft und circa 1000 Kanäle, die bei dem Netzwerk unter Vertrag sind, ist derzeit nur ein Prüfungsverfahren. Ermittelt wird bislang noch nicht. Vor einiger Zeit setzte sich der NDR bereits kritisch mit Mediakraft und Product-Placement auseinander. Der Fall endete damit, dass das Netzwerk Videos des NDR über Mediakraft auf YouTube sperren ließ. Grund waren offiziell „Urheberrechtsverletzungen“ der Fernsehanstalt. Laut SWR-Bericht sind Firmen wie Samsung, McDonalds und Coca Cola im Falle YTittys in diesen Skandal verwickelt.

Mediakraft sagte zu dem Vorfall, man würde die Kennzeichnungspflicht einhalten. Ähnlich lautete die Stellungnahme seinerzeit zur NDR-Reportage. Die Kennzeichnung sah in einem Video so aus, dass sich die YouTuber dafür bedankten, dass sie im McDonalds drehen durften. Von einer Bezahlung seitens McDonalds war allerdings nicht die Rede. Ob diese Art der Kennzeichnung den Behörden ausreicht, ist nun zu prüfen.

Sollte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, würde dies für sehr viel Wirbel auf der Videoplattform sorgen. Product Placement ist für viele Videokanäle dort ein gängiges Monetarisierungsformat. Viele große YouTuber erzielen die meisten Einnahmen nicht durch die Werbung, die YouTube vor den Videos schaltet, sondern durch Firmen, die ihre Produkte in den Videos platzieren lassen.

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Ein Kommentar zu “Verdacht der Schleichwerbung auf YouTube: Prüfungsverfahren gegen YTitty eingeleitet
  1. Es wird mal Zeit, dass Mediakraft für derartigen Einfluss gerade steht. Besonders häufig höre ich von Schleichwerbung in der Beauty-Branche, die nicht gekennzeichnet wird.

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