So macht UFS-Speicher euer Smartphone schneller

Viel Speicher ist gut, schneller Speicher noch besser: UFS 3.1 kann moderne Smartphones enorm beschleunigen – im Gegensatz zu einer MicroSD-Karte.

So macht UFS-Speicher euer Smartphone schneller

Wenn es an den Kauf eines neuen Smartphones geht, dann gilt meist die Devise „viel hilft viel“, also viel Flash-Speicher, damit ihr auch morgen noch Apps und Daten auf dem Gerät ablegen könnt.

Das ist auch richtig und gut so. Mindestens genauso wichtig ist aber der Speichertyp. Denn hier offenbaren sich erstaunliche Geschwindigkeitsunterschiede beim verwendeten internen UFS-Speicher (Universal Flash Storage). Das zeigt auch unsere Tabelle:

UFS-Speicher-TypMaximale Datenrate
UFS 1.0 (2011)300 MB/s
UFS 1.1 (2012)300 MB/s
UFS 2.0 (2013)1,2 GB/s
UFS 2.1 (2016)1,2 GB/s
UFS 3.0 (2018)2,9 GB/s
UFS 3.1 (2020)2,9 GB/s
UFS 4.0 (vorauss. 2022)4,8 GB/s

Die Vollversionen 2.0 und 3.0 verbessern unter anderem die höchstmögliche Datenrate. Die kleineren Nachfolgeversionen erhöhen noch einmal die tatsächliche Lese- und Schreibgeschwindigkeit, erweitern aber vor allem den Funktionsumfang. Bei UFS 3.1 kommen gegenüber 3.0 etwa ein „Write Booster“ genannter, hocheffizienter Cache hinzu und der Energiesparmodus Deep Sleep.

Ein genauerer Blick auf UFS 3.1

Allerdings heißt „maximale Datenrate“ nicht, dass der Speicher die Geschwindigkeit auch wirklich erreicht, gerade beim Schreibvorgang, der tendenziell immer länger dauert als das Lesen.

Samsung etwa spricht in einer Meldung über neuen UFS-3.1-Speicher im März 2020 von einer viermal so hohen Schreibgeschwindigkeit von 1,2 GB/s im Vergleich zu 410 MB/s bei UFS 3.0. Erreicht werden soll das auch über den neuen, verbesserten Cache, der besonders große Datenmengen wie auch 8K-Videos oder hunderte hochauflösende Fotos zwischenspeichern kann.

Samsung nennt den Speicher eUFS, also „embedded Universal Flash Storage“. Gemeint ist mit „embedded“ aber nur, dass der Speicher schon intern im Gerät vorhanden ist, anders als eine externe Speicherkarte.

Für eben diesen UFS-3.1-Speicher gibt Samsung auch eine Lesegeschwindigkeit von 2,1 GB/s an – die des Vorgängers mit UFS 3.0 schaffte maximal 1,0 GB/s. Ihr seht es, wenn ihr diese Werte mit der Tabelle oben vergleicht: Das ist schnell, aber nicht so schnell, wie mit 2,9 respektive 1,2 GB/s theoretisch möglich wäre.

10- bis 40-mal so schnell wie MicroSD

Samsung vergleicht die Geschwindigkeit des neuen UFS-3.1-Speichers mit der moderner, ultraschlanker Notebooks. Und stellt auch den Vergleich zu externen MicroSD-Speicherkarten an, die vom Typ UHS I maximal 90 MB/s Speichergeschwindigkeit erreichen.

Und das ist noch sehr großzügig gerechnet. Denn 90 MB/s Schreibgeschwindigkeit erreichen nur die besten MicroSD-Karten vom Typ UHS-I. Herkömmliche Karten können schon über 30 MB/s froh sein. Im Vergleich dazu sind die 1.200 MB/s Schreibgeschwindigkeit, die Samsung für die eigenen UHS-3.1-Karten garantiert, 40-Mal so schnell.

Das ist übrigens der Grund, warum eine Speichererweiterung am Smartphone nie und nimmer die gleiche Geschwindigkeit erreicht wie interner Speicher. Selbst mit älteren Universal-Flash-Speicher-Versionen seid ihr noch deutlich besser bedient als mit einer Speicherkarte.

Oder anders gesagt: Spart beim Kauf eines Smartphones an vielem, aber nicht am internen Speicher! Denn mit einer Erweiterungskarte, könnt ihr zwar die Speichermenge erhöhen. Lagert ihr darauf aber auch Dateien oder gar Apps aus, nimmt die Reaktionszeit spürbar zu.

UFS-Speicherkarten: Nicht verwechseln

Nun denkt ihr vielleicht: Die Lösung könnten spezielle UFS-Speicherkarten sein, die Samsung seit etwa 2016 anbietet. Da gibt es nur ein Problem: Die passen längst nicht universell in jeden Erweiterungs-Einschub eines Smartphones, genau genommen im Jahr 2021 sogar in gar keins.

Kleine Detailunterschiede: UFS- und MicroSD-Karten sind nicht untereinander austauschbar. Bilder: Samsung

Nachdem sie sich in den ersten fünf Jahren ihrer Existenz nicht durchgesetzt haben, haben die Hersteller hier die Produktion zurückgefahren. Um noch einmal Samsung als Beispiel zu nennen: Die Koreaner haben aktuell noch eine UFS-Karte im Sortiment, die 500 MB/s Lese- und 200 MB/s Schreibgeschwindigkeit ermöglicht und nur in einige ältere Samsung-Notebooks passt. Die Werte liegen deutlich unter denen des internen Speichers, aber immer noch über MicroSD-Karten mit UHS-I.

Auch wenn UFS-Speicherkarten den Micro-SD-Karten ähnlich sehen: Unterschiede sind etwa der anders herum geformte Griff und die Anordnung der Kontakte. Sie sind untereinander nicht kompatibel und passen auch nicht in die jeweiligen Einschübe des anderen Typs.

Stand Mai 2021 haben sich externe UFS-Speicherkarten nicht durchgesetzt, was schlicht und einfach an der harten Konkurrenz liegen dürfte: MicroSD-Karten sind zwar langsamer, aber klein, praktisch und vor allem universell einsetzbar: In Smartphones ebenso wie in Digitalkameras, Notebooks und noch vielen weiteren Geräten.

Smartphones mit UFS 3.x

Die Frage, welche Smartphones auf UFS 3.1 setzen, können wir nur mit „immer mehr“ beantworten. Zum Redaktionsschluss dieses Artikels waren das unter anderem das von uns getestete Mittelklasse-Flaggschiff Motorola Moto G100, nicht aber die Einsteiger-Smartphones der gleichen Serie, Moto G30 und Moto G10.

Xiaomi Mi 11 Ultra: Smartphone mit modernstem Speicher
Xiaomi Mi 11 Ultra: Smartphone mit modernstem Speicher

Zu diesem Zeitpunkt aktuelle Spitzen-Smartphones wie das Xiaomi Mi 11 Ultra, aber auch das in der Leistung reduzierte Mi 11i, das Oppo Find X3 Pro und Neo, das Samsung Galaxy S21(+) und S21 Ultra und das OnePlus 9 (Pro) verfügen ebenfalls über den neuen Speichertyp.

Nur mit UFS 2.1 daher kommen aktuelle Einsteiger-und-Mittelklasse-Smartphones wie das Xiaomi Mi 11 Lite, das OnePlus Nord, und das Oppo Find X3 Lite. Das deutet bereits an, dass schnellerer Speicher auch ein Kostenfaktor ist. Die Hersteller sparen Produktionskosten und halten die Verkaufspreise niedrig, wenn sie ältere Typen verbauen.

Welchen Speicher-Typ verwendet mein Smartphone?

Und wie erkennt ihr nun, mit welcher Art von Speicher das Smartphone arbeitet, das ihr habt oder ihr euch ausgesucht habt? Platt gesagt: Wenn der Hersteller es angibt, erkennt ihr es am Datenblatt oder den technischen Daten, die ihr meist auf den Herstellerwebsites findet. Einige Infos dazu entnehmt ihr auch den technischen Details der Geräte auf Euronics.de oder der sehr guten Datenbank von GSMArena.

Oppo gibt den Speichertyp auf der Website zum Find X3 Neo an. Haltet nach derartigen Informationen Ausschau!

Darin steht trotz allem nichts von UFS? Dann gibt der Hersteller es nicht an. Leider tun das nämlich bisher nur wenige. UFS 3.1 ist allerdings ein Highlight, das ein Smartphone deutlich schneller macht. Ihr könnt also davon ausgehen, dass die Anbieter es auch erwähnen, wenn sie diesen Speichertyp verbauen und dass etwas Älteres drin ist, wenn sie es nicht tun.

Das bringt die Zukunft

Wie Bluetooth oder USB hat auch UFS ein überparteiliches Gremium, das die Eckdaten eines neuen Speichers entwirft: die Jedec Solid State Technology Association, der viele namhafte Halbleiter-und-Komponenten-Hersteller wie Microsoft, Apple Intel oder Qualcomm angehören. Neben UFS-Speicher gibt Jedec (früherer Name: Joint Electron Device Engineering Council) unter anderem Spezifikationen für den in Smartphones ebenfalls verwendeten DDR-Arbeitsspeicher heraus.

Seit der Version 2.1 und etwa dem Jahr 2016 setzen Hersteller vermehrt UFS-Speicher satt des langsameren eMMC in Smartphones ein. Noch heute sind die Versionen 2.1 oder gar 2.0 in vielen Smartphones gängig. Studiert also vor einem Kauf unbedingt das Datenblatt des Herstellers und schaut nach UFS 3.0 oder – natürlich noch besser – 3.1.

Die Jedec hat UFS 4.0 übrigens für 2022 in Aussicht gestellt. Dann mit Datenraten bis 4,8 GB/s. Die Datenmengen steigen, die Datenraten also auch. Das ist löblich.

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