Ubuntu Edge: Canonical macht das Smartphone zum PC

Es ist ein historischer Versuch, das best motorisierte Smartphone der Welt nicht nur zu bauen, sondern allein über Crowdfunding zu finanzieren. Mehr noch: Nur, wer Canonical die 850 US-Dollar vorab überweist, wird in den Genuss des Geräts kommen. Es soll nicht in den freien Verkauf gelangen.

Dann aber will Anbieter Canonical mit dem Ubuntu Edge Geschichte schreiben: Das Smartphone mit 4,5-Zoll-Bildschirm und stabilem Saphirglas soll so leistungsfähig sein, dass es einen herkömmlichen PC ersetzen kann. Mit Hilfe einer Dockingstation wird man das Telefon als PC benutzen, mit Tastatur und Maus verbinden und an einen größeren Bilschirm anschließen können. Prozessor und Speicher: So viel, wie möglich. Doch die Sache hat einen Haken.

Man will den schnellsten und besten Mehrkernprozessor im Edge einsetzen, der zur Zeit der Produktion zur Verfügung steht (derzeit wäre das ein Snapdragon 800 von Qualcomm). 4 GB RAM sollen darin sein und 128 GB Speicher – beides doppelt so viel, wie in den aktuellen Spitzenmodellen der Smartphone-Industrie. Die Kamera soll mit besonders lichtempfindlichen Sensoren ausgerüstet werden. Betriebssystem: sowohl die eigene Linux-Distribution Ubuntu als auch Android im Dual-Boot. Canonical-Chef Mark Shuttleworth stellt Projekt und Hardware in einem Video vor:

Diese Eckdaten dürften Smartphone-Freunden das Wasser im Munde zusammen laufen lassen. Es soll allerdings erst im Mai 2014 ausgeliefert werden. Das ist noch zehn Monate hin. Aktuell klingt das nach den besten Eckdaten, die je ein Smartphone gesehen hat, aber die Konkurrenz hat genug Zeit, sich bis dahin zu strecken und ihre eigenen Produkte mit vergleichbarer Hardware auszustatten. Im Mai 2014 wird das alles vielleicht schon weniger rosig klingen.

Dennoch: Ubuntu wagt sich hier gleich an vier spannende Themen auf einmal: Ubuntu auf dem Smartphone, und das aus eigenem Hause. Ein Smartphone, das erstmals auch als vollwertiger Desktop-PC vermarktet wird. Und nicht zuletzt auch der Versuch, einen Crowdfunding-Redkord zu brechen: Satte 32 Millionen US-Dollar will Canonical innerhalb nur eines Monats auf diese Weise einnehmen. Das wäre der größte Crowdfunding-Betrag aller Zeiten. Keine Tiefstapelei, sondern hopp oder top. Gleich am ersten Tag kam bereits mehr als 1 Million Dollar zusammen. Hier gab es das Smartphone allerdings auch noch zum reduzierten Early-Bird-Preis von 600 Dollar.

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3 Kommentare zu “Ubuntu Edge: Canonical macht das Smartphone zum PC
  1. Ich hab mir auch eins bestellt. Ich habe Ubuntu schon vor Jahren genutzt und denke, dass da ein sehr gutes Smartphone herauskommen könnte, das dürfte die Innovation vorrantreiben.
    Aktuell wäre die Variante für umgerechnet 100€ das vom P/L Verhältnis beste Smartphone – mit Abstand.

    Ich vermute schon, dass dieses Croudfunding Rekorde brechen wird.
    Und vielleicht sogar einige vor der Pleite stehende Smartphone Hersteller dazu bringen wird, auch Smartphones nach Kundenwünschen herauszubringen und diese per Croudfunding zu betreiben.

    Aber klar, bis nächstes Jahr könnte die Konkurrenz aufgeschlossen haben.

    PS: Es wird unmöglich ein Snapdragon 800 verbaut sein.

    • Kannst du nach einer ersten Testphase mal berichten wie es ist? Ob es den Ansprüchen genügt? Interessiert mich sehr.

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