Trend zu Überall-Apps: Warum Microsoft genau richtig damit fährt, Office für alle Plattformen zu veröffentlichen

Trend zu Überall-Apps: Warum Microsoft genau richtig damit fährt, Office für alle Plattformen zu veröffentlichen

Microsoft ist mit den eigenen Betriebssystemen nicht gerade Marktführer der mobilen Welt. Eine Software-Suite aus Redmond könnte es allerdings werden: Office. Und hier helfen plötzlich die Marktanteile der großen Konkurrenten weiter: Office wurde bereits dutzende Millionen Male für iOS heruntergeladen und soll nun auch auf immer mehr Android-Tablets zum Einsatz kommen. Das erklärte Microsoft in einem Blogbeitrag. Tablets werden mit angepasster Bürosoftware immer mehr als Arbeitsmaschinen benutzt.

So verkündet Microsoft jetzt stolz, dass Office in der ersten Jahreshälfte auf ausgewählten Samsung-Tablets erscheinen soll. Bereits auf dem Mobile World Congress hatten beide Hersteller bekannt gegeben, dass die drei Office-Programm OneNote, OneDrive und Skype auf Samsungs neuen Spitzen-Smartphones Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge vorinstalliert sein würden. Auf Tablets sollen auch beliebte Anwendungen wie Word, PowerPoint oder Excel vorinstalliert sein. Ferner gab Microsoft hier die Partnerschaft mit lokalen Branchengrößen bekannt: In Deutschland etwa soll Trekstore Office auf Android-Tablets vorinstallieren.

Office für alle Systeme kostenlos

Prinzipiell funktioniert Office für Android auf allen Tablets, die Android ab der Version 5.0 Lollipop verwenden. Die einzelnen Programme sind kostenlos. Will ein Nutzer allerdings Dokumente auch erstellen oder bearbeiten, statt sie nur anzusehen, ist ein – kostenloses – Microsoft-Konto dafür notwendig. Die Apps bieten die jeweils wichtigsten Funktionen. Geld verdient Microsoft mit kostenpflichtigen Vollversionen, die den vollen Funktionsumfang bieten. Erfolge feierte Microsoft mit Office bereits auf Apples iPad: Im vergangenen Herbst verkündete das Unternehmen, dass sich bereits mehr als 40 Millionen Nutzer für Office für iOS entschieden hätten. Auch eine neue kostenlose Version für Mac OS X hat Microsoft kürzlich angekündigt.

Office für Android-Tablets
Office für Android-Tablets

Lange Zeit hatte Microsoft mobile Plattformen als Vermarktungsweg für die eigenen Apps ignoriert. Seit dem Antritt des neuen Chefs Satya Nadella allerdings bewegt sich das Unternehmen – keinen Moment zu früh. Denn Office-Versionen für Tablets steigen in der Gunst der Nutzer. Apple selbst etwa ist mit iWork-Apps wie Pages und Keynote für iOS mit von der Partie. Google bietet seine Online-Software-Suite Docs sowohl für Android als auch für iOS an. Microsoft aber hat mit einem Release über alle Plattformen hinweg mittlerweile den besten Stand, zumal die altbekannte Office-Suite des Unternehmens nach wie vor populär ist.

Der Trend geht hin zur Überallnutzung

Was lange nicht praktikabel schien, wird mittlerweile Realität: Immer mehr Nutzer verwenden Office-Programme auf einem Tablet. Die Software ist zunehmend für die Benutzung auf einem Touchscreen oder mit einem Stylus optimiert. Dokumente werden meist in der Cloud gespeichert und bereitgehalten und können damit am Rechner weiterbearbeitet werden. Andock-Tastaturen, wie Microsoft selbst eine für Android-Tablets und iPads anbietet, erleichtern es Nutzern, ihr Tablet zumindest ab und zu als Laptop-Ersatz zu benutzen.

Um lange Texte zu erstellen, eignen sich sicherlich nach wie vor Laptops oder PCs besser, aber kaum ein Software-Anbieter kann es sich leisten, Apps nicht auch für Smartphones oder Tablets anzubieten. Nutzer wollen heute die Wahl haben, wo sie ihre Dateien und Programme am liebsten bearbeiten. Und das ist eben mal der PC und mal das Tablet. Entwickler müssen auf diesen Trend reagieren.

Samsung Galaxy Note 4: Beliebte Brückenlösung zwischen Smartphone und Tablet
Samsung Galaxy Note 4: Beliebte Brückenlösung zwischen Smartphone und Tablet

Und auch die Hardware-Hersteller sollten wissen, was die Stunde geschlagen hat. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Anwender mehrere Geräte nutzen und diese weniger oft austauschen. Deutlich steigende Verkaufszahlen werden bei PCs und Laptops sind also auch in den kommenden Jahren nicht wahrscheinlich. Statt zwei mobilen Geräten (Smartphone und Tablet) geht der Trend außerdem unverkennbar zur Zwischenlösung Phablet (Riesensmartphone oder Minitablet). Von den Herstellern fährt der am besten, der alle Kategorien abdeckt.

Bilder: Microsoft/Samsung

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