Tap Strap: Texte tippen ohne Tastatur

Wir lieben doch alle unsere Smartphones. Den liebsten Menschen damit schnell mal eine Nachricht zu schicken, ist jedoch nicht immer ein Vergnügen. Auf meinem Touchscreen erzeuge ich jedenfalls oft nur Buchstabensalat. Mit zehn Fingern auf einer Computer-Tastatur tippe ich nicht nur schneller, ich bemerke auch jeden Vertipper sofort – ohne hinzuschauen. Doch bald geht es noch besser: Die Texteingabe mit dem Tap Strap soll die gleiche Sicherheit beim Tippen bieten wie eine Tastatur – aber ganz ohne Tasten.

Konsonanten mit zwei Fingern tippen

Die Bewegungen der einzelnen Finger werden dafür von kleinen Sensoren registriert, die in einem elastischen Band mit fünf Löchern für die Finger sitzen. Vor der Texteingabe muss sich der Nutzer diesen Tap Strap überstreifen, der dann einigen Medien zufolge wie ein Schlagring aussehen soll. Ich halte das allerdings für übertrieben, zudem es sich bei dem gezeigten Modell noch um einen Prototypen handelt. Der Trap Strap wird wohl bei Marktstart wesentlich schlanker geworden sein.

Um den Tap Strap für die Texteingabe zu aktivieren, müssen die Finger zweimal auf eine flache Unterlage tippen. Danach repräsentiert jeder einzelne Finger einen Vokal. Konsonanten werden eingeben, indem mit zwei Fingern gleichzeitig getippt wird. Insgesamt soll es 31 verschiedene Eingabemöglichkeiten geben – darunter auch Satzzeichen, Zahlen und Sonderzeichen.

Um all diese Kombinationen zu erlernen, gibt es ein Lernprogramm in Form eines Spiels. Innerhalb einer Stunde soll der Nutzer dann Texte flüssig schreiben können. Derzeit gibt es die App TapGenius nur für iOS, aber bis zum Marktstart vergeht ja noch einige Zeit. Dann soll es auch möglich sein, an jeder Hand einen Tap Strap zu tragen. Ob sich die Zeichenbelegung dadurch ändert, wurde noch nicht verraten. Ausgeschaltet wird der Tap Strap durch ein dreimaliges Tippen mit dem Ringfinger. Nach drei Minuten Inaktivität schaltet sich das Wearable aber auch automatisch ab.

Heimlich unter dem Tisch tippen

Der Tap Strap verhält sich wie eine Bluetooth-Tastatur und lässt sich mit allen Geräten pairen, die diese unterstützen. In der Beschreibung wird verlangt, dass die Finger auf einer flachen Oberfläche tippen, im Produktivideo wird jedoch gezeigt, dass dies auch unter dem Tisch auf einem Oberschenkel klappt. Unklar ist noch, ob dies auch auf einem Autolenker funktioniere würde. Vielleicht muss die Hand stets waagerecht gehalten werden.

Mit einer einzigen Akkuladung soll der Nutzer vier Stunden lang Texte eingeben können. Im Standby hält der Tap Strap drei Tage durch. Geladen wird er anschließend über einen Micro-USB-Anschluss. Dieser Vorgang soll allerdings drei Stunden dauern, wobei sich all diese Parameter mit einem überarbeiteten Design auch noch ändern können.

Im Orchester und in virtuellen Welten

Selbstverständlich unterlaufen auch mit dem Tap Strap noch Vertipper – insbesondere dann, wenn eine Texterkennung mit im Spiel ist. Daher wird es nach wie vor sinnvoll sein, auf ein Display zu schauen. Dieses kann jedoch genauso diskret sein wie der Tap Strap: Im langweiligen Meeting lässt sich mit einer Hand unter dem Tisch schreiben, während der eingegebene Text (wie auch die Antwort) auf einer Smartwatch erscheint.

Der Tap Strap registriert die Bewegungen der einzelnen Finger (Bild: tapwithus.com)

Der Tap Strap registriert die Bewegungen der einzelnen Finger (Bild: tapwithus.com)

Unabhängige Entwickler werden zudem die Möglichkeit erhalten, eigene Anwendungen für den Tap Strap zu schreiben. So soll es auch möglich sein, ein Instrument damit zu spielen – Klavier zum Beispiel. Und vielleicht können sogar geheime Textbotschaften mit Mitspielern ausgetauscht werden, während man selbst mit einer VR-Brille auf dem Kopf virtuelle Welten erobert.

Der Tap Strap soll Ende 2016 erscheinen und in drei Größen zu kaufen sein. Zu einem möglichen Preis und einer Verfügbarkeit in Deutschland hat sich das Unternehmen noch nicht geäußert.

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