Starlink Mini im Test: Leicht, klein, mächtig

Starlink kann überall da zum Einsatz kommen, wo schnelles, bezahlbares Internet fehlt. Der mobile Starlink Mini ist dabei eine wunderbar minimalistische Alternative zu den größeren Starlink-Kits.

Starlink Mini im Test: Leicht, klein, mächtig
Starlink Mini: Antenne mit integriertem Router (Bild: Jürgen Vielmeier)

Ein Starlink für unterwegs und immer mit dabei: Der Starlink Mini ist die portable Version von SpaceX‘ Satelliten-Internet-Lösung. Weil der Hersteller es hier bei möglichst wenig Teilen belässt und die Antenne nur wenig größer als ein Blatt Papier ist, erfüllt das Paket den Anspruch, auch im Rucksack auf dem Outdoor-Trip immer dabei zu sein. Zuhause lässt er sich aber genauso gut einsetzen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Starlink Mini ist ein rucksacktauglicher, handlicher Empfänger für portables Satelliten-Internet.
  • In unserem Test sind die Empfangseigenschaften im Ballungsraum und in der Peripherie sehr gut.
  • Während ein Router in der Antenne integriert ist, fehlt in diesem Set eine Powerbank, und Datentarife gibt es nur von Starlink selbst. Die sind allerdings konkurrenzfähig.

Starlink Mini: Verfügbare Modelle

Starlink ist der satellitengesteuerte, portable Breitband-Internetzugang des Weltraumunternehmens SpaceX. Durch den Aufbau eines weltumspannenden Satelliten-Netzwerks mit um die 10.000 Satelliten bietet Starlink in über 150 Ländern ein nahezu flächendeckendes Breitband-Internet mit Downloadraten bis 300 Mbit/s (beworben: 100 oder 200 Mbit/s), Uploadraten bis 20 Mbit/s und einem Ping zwischen 40 und 50 ms (reell oft durchaus kürzer).

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Empfänger am Boden erhalten Zugang zu Starlink über einen Datentarif und einen Starlink-Kit. Auf euronics.de findest du aktuell zwei Starlink-Kits:

„Portabel“ bedeutet allerdings nicht mobil. Du kannst den Starlink Mini mit auf deine Reisen nehmen und dann an einem Ort aufstellen, wo er eine Verbindung aufbaut, was jedes Mal ein paar Minuten dauern kann. Versetzt oder bewegst du die Antenne, muss sie sich neu positionieren. Mobil im Sinne eines Mobilfunkgeräts ist der Starlink Mini damit also nicht. Dafür baut das System auch in Mobilfunk-Löchern sehr oft schnelle Verbindungen auf.

Starlink Mini: Hardware und Vergleich

Im Vergleich zum Starlink-Standard-Kit ist der Starlink Mini um einiges leichter, kleiner und minimalistischer. Im Lieferumfang sind vier Teile, von denen du nur drei wirklich brauchst:

  • Satellitenempfänger mit integriertem Ständer und Router
  • Netzkabel
  • Netzstecker
  • Montagehalterung (im Lieferumfang, aber optional)

SpaceX hat im Starlink Mini also Empfänger und Router in einem Gerät kombiniert. Das bedeutet auch insgesamt weniger Kabelsalat, weil ein einziges Kabel (der Netzstecker) ausreicht, und das ist schon einmal der erste Pluspunkt.

Der zweite ist das deutlich leichtere Gewicht der nur noch 29,8 x 25,9 cm großen Starlink-Platte. Das ist nur unwesentlich größer als ein Din-A4-Blatt. Am integrierten Ständer kannst du das Gerät auch leicht transportieren. Das Netzkabel ist angenehm dünn, der Netzstecker ebenfalls klein und leicht. Hier haben sich die Produktentwickler wirklich Gedanken gemacht.

Starlink Mini im Garten
Kleine, mobile Platte: Starlink Mini im Garten. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Einen Nachteil allerdings hat die Sache: Der integrierte Router belässt es bei WiFi 5 (2,4 und 5 GHz) und 3×3 MU-MIMO. Aktuell wären mittlerweile WiFi 7 mit Multi-Link-Operation (2,4, 5 und 6 GHz-Netz gleichzeitig) und 4×4 MU-MIMO, also mehr Geräte und kürzere Reaktionszeiten. Starlink setzt auf die ältere Technologie, die gegenüber den neueren noch etwas energiesparender arbeitet und kostengünstiger ist.

Hinter einem Stecker an der Empfänger/Router-Platte befindet sich außerdem noch ein Ethernet-Steckplatz, wenn du deine Geräte lieber mit einem LAN-Kabel online bringen möchtest.

Gut ist auch, dass sowohl die Antenne (IP67) als auch das Netzteil (IP66) gegen einen Regenguss geschützt sind.

Technische Daten

Starlink Mini
Maße der Antenne: 298,5 x 259 x 38,5 mm
Gewicht mit Ständer: 1,16 kg
Gewicht mit Ständer und Kabel: 1,53 kg
Typ: Phased-Array Antenne
Sichtfeld: 110°
WLAN-Technologie: 802.11a/b/g/n/ac (WiFi 5)
Funk: Dual-Band 3 x 3 MU-MIMO
Mitgelieferte Komponenten: Ständer, Rohradapter, Netzteil, 15m Kabel
Geräteanschluss: Bis zu 128 Geräte
Abdeckung WiFi: Bis zu 112 m²
Ethernet-Anschluss: 1x (mit Gummiverschluss)
Schutzart: IP67 (Platte), IP66 (Netzteil)
Betriebstemperatur: -30 °C bis +50 °C
Windresistenz: Betriebsfähig > 96 km/h
Schneeschmelzleistung: bis 25 mm/Stunde
Durchschnittlicher Stromverbrauch: 25–40 W
Maximale Eingangsleistung: 12–48 V, bis 60W
Mesh-Kompatibilität: nur Starlink-Mesh

Eindrücke

Für unseren Test versorgen wir den Starlink Mini zuhause über eine Kabeltrommel und unterwegs mit einer Jackery Powerstation mit Strom. Eine kommende Version soll auch eine Powerbank mitbringen, in dieser ist das aber noch nicht der Fall.

Starlink Mini in the wild
Versuchsaufbau: Starlink Mini in einem Funkloch im Siebengebirge an einer Jackery Powerstation angeschlossen. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Der Aufbau ist einfach und wirklich praktisch: Den angenehm dünnen Netzstecker einmal mit der Platte (Satellitenempfänger + Router) verbinden, diesen mit aufgeklapptem Ständer auf den Boden setzen, zusehen, dass er genug Freifläche um sich herum hat, den Netzstecker einstecken. Und dann ein wenig abwarten, bis der Empfänger eine Verbindung herstellt.

Starlink Mini Lieferumfang
Das ist schon alles: Starlink Mini mit Antenne/Router (links) sowie Netzstecker und 15-Meter-Kabel.

Eine Verbindung käme auch bei flach liegendem Empfänger zustande. Starlink empfiehlt aber das Aufklappen des Ständers für einen noch etwas besseren Empfang, als Barriere gegen Nässe oder Schmutz von unten und als Schutz gegen versehentliches Drauftreten.

Starlink Mini im Rucksack
Der Starlink Mini (vorne) ist nur unwesentlich größer als das 13-Zoll-Notebook hinten und passt in einen Tagesrucksack. (Bild: Jürgen Vielmeier)

Der Empfänger ist so klein, flach und leicht, dass er in einem Tagesrucksack verschwinden kann. Eine kleine Schwäche ist die Halterung des Ständers, die schnell abnutzt und die Antenne dann nicht mehr stützen kann. Der Starlink Mini darf auch flach auf dem Boden liegen – die Empfangseigenschaften sind dann aber mitunter etwas schlechter.

Alles Weitere ergibt sich über die Starlink-App für iPhone oder Android, die durchaus übersichtlich aufgebaut ist. Etwas hakelig ist alleine die Einrichtung, während noch keine Starlink-Verbindung besteht. Für die Zeit benötigst du eine weitere WLAN- oder Mobilfunk-Verbindung. Bei dann aktiver Starlink-Verbindung wechselst du in den WLAN-Einstellungen deines Endgeräts von Hand auf das Starlink-Netz.

Empfangseigenschaften

Der Verbindungsaufbau dauert jeweils ein paar Minuten. In unserem Garten in der dicht besiedelten Großstadt moniert die Starlink-App trotz eigentlich freier Sicht ein nur eingeschränktes Sichtfeld. Eine Verbindung kommt trotzdem zustande. Die App schlägt weiterhin vor, den Starlink entsprechend einer Grafik auszurichten. Das klappt erstaunlich genau. Und wenig später steht die Verbindung.

Wir messen in der Stadt und auf dem Land zwischen 150 und 250 Mbit/s im Downstream und eine Reichweite von bis zu 25 Metern Metern zum Router auf freier Fläche. Den Ping selber misst der Geschwindigkeitstest der Starlink-App mit 30ms. Wir erreichen aber teils noch Werte weit darunter, von 2 oder 3 ms. Der Upload erreicht je nach Verbindung Datenraten zwischen 10 und 30 Mbit/s.

Auf freier Fläche auf dem Land ist der Empfang ähnlich stark. In unserem Geschwindigkeitstest stopft der Starlink Mini sogar locker ein Funkloch im Siebengebirge, in dem wir sonst keinen oder nur sehr schwachen Mobilfunkempfang hätten.

Datentarife von Starlink liegen aktuell bei knapp 30 bis 90 Euro:

  • „Privathaushalt 100 Mbit/s“: portabel, unbregrenzte Daten, 29 Euro/Monat
  • „Privathaushalt 200 Mbit/s“: portabel, unbegrenzte Daten, 49 Euro
  • „Privathaushalt Max“, portabel, maximal mögliche Geschwindigkeit, unbegrenzte Daten, höhere Priorisierung, 69 Euro
  • „Reise 100 GB“, 40 Euro, unterwegs in 150 Ländern nutzbar
  • „Reise unbegrenzt“, 89 Euro, unbegrenzte Daten, unterwegs in 150 Ländern nutzbar

Wenn du deinen Starlink Mini nur zuhause nutzen möchtest und keine Geschwindigkeitsgarantie in Spitzenzeiten brauchst, kannst du also ab 29 Euro mit unbegrenztem Datenvolumen im Monat dabei sein. Das ist konkurrenzfähig mit anderen Breitbandzugängen.

Pro und Contra Starlink Mini

  • Leicht und klein, einfach im Rucksack zu transportieren
  • Schnelles Breitband-Internet auch da, wo Festnetz und Mobilfunk nicht hinkommen
  • Global einsetzbar
  • Gerät und Datentarife erschwinglich
  • Weniger Komfort als bei Mobilfunk: Neuaufbau einer Verbindung dauert einige Minuten
  • Anbieterbindung: Datenpakete nur von Starlink selbst zu beziehen
Unsere Bewertung
(4.6 von 5)

Fazit: Starlink Mini löst Probleme

Der Starlink Mini ist ein durchdachtes, leistungsfähiges und minimalistisches System für Satelliten-Internet unterwegs. Der Anbieter stopft dabei Funklöcher und bietet in Deutschland ein beinahe flächendeckendes Breitbandnetz zu konkurrenzfähigen Preisen.

Nutzer:innen müssen dabei beachten, dass Starlink Mini nicht den gleichen Komfort eines Mobilfunknetzes bietet (allerdings auch nicht dessen Funklöcher): Das Gerät muss an einem Ort aufgestellt werden; es dauert dann einige Minuten, bis eine Verbindung zustande kommt.

Der Starlink Mini ist deswegen die perfekte Lösung für Mini-Camper. Heute hier, morgen dort, aber dann schon wenigstens eine Nacht am gleichen Standort. Viele idyllisch gelegene Campingplätze haben weiterhin schlechte Mobilfunkversorgung. Hier kann der Starlink Mini mit seinen Downloadraten von 100 Mbit/s und mehr einspringen.

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